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Barmstedt : Kooperation: Amt beendet die Gespräche

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Verhandlungen über eine Verwaltungsgemeinschaft zwischen Stadt und Umland liegen auf Eis. Die Bürgermeister haben Vorbehalte.

shz.de von
erstellt am 11.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Sie war nicht nur ein erklärtes Ziel von Barmstedts Bürgermeisterin Heike Döpke, sondern auch ein Wunsch vieler Bürger: eine Verwaltungsgemeinschaft der Stadt mit dem Amt Rantzau. Doch daraus wird vorerst nichts: Das Amt hat die Gespräche bis auf weiteres abgebrochen. „Es gab in unseren zehn Gemeinden keine Übereinstimmung“, sagte Amtsleiter Heinz Brandt auf Anfrage unserer Zeitung. Zwar stehe eine Mehrheit der Bürgermeister einer weiteren Zusammenarbeit positiv gegenüber. „Aber wir wollen das nicht per Mehrheitsbeschluss gegen den Willen der anderen durchsetzen.“

Zu den Gründen der Ablehnung wollte Brandt sich nicht äußern. Es liege aber nicht – wie spekuliert wird – an den hohen Barmstedter Schulden, betonte er. „Dafür müssten die Gemeinden nicht aufkommen. Sie würden alle ihre eigenen Haushalte behalten.“ Von einer Verwaltungsgemeinschaft – wie sie zwischen Barmstedt und dem Amt Hörnerkirchen seit 2008 besteht – hatten sich die Befürworter in erster Linie Einsparungen erhofft – vor allem an Personal- und Sachkosten. „Eventuell wäre auch das Amtsgebäude nicht mehr nötig gewesen, weil unsere Mitarbeiter mit ins Rathaus gezogen wären“, sagte Brandt. Generell sei er aber skeptisch, was das Einsparpotenzial betreffe. So müssten zwei EDV-Systeme zusammengeführt werden, „das kostet erstmal“. Auch die Mitarbeiterzahl – derzeit 24 – zu senken, wäre „mittelfristig nicht realisierbar, zumal, wenn weitere Aufgaben hinzukommen sollten“. Bestenfalls, so Brandt, „müssten wir froh sein, wenn wir irgendwann eine schwarze Null schreiben würden“.

Anders als erwartet, hat auch die Verwaltungsgemeinschaft mit Hörnerkirchen bisher keine Einsparungen gebracht – im Gegenteil: Die Personalkosten sind kontinuierlich gestiegen. Erst ab 2017 sollen sie durch Umstrukturierungen sinken.

Die auf Eis gelegten Gespräche hätten keine Auswirkungen auf die bestehenden Kooperationen zwischen der Stadt und dem Amt, betonte Brandt. „Sie funktionieren und werden so bleiben.“ Das Amt übernimmt für die Stadt die Aufgaben des Standesamts, die Stadt für das Amt die des Sozialamts. Am Tourismusbüro der Stadt beteiligt sich das Amt finanziell.

Döpke – die die 2012 bereits einmal beendeten Gespräche nach ihrem Amtsantritt im vorigen Jahr wieder aufgenommen hatte – erklärte, die Gespräche seien „von Anfang an ohne Zeitdruck geführt worden“. Sie wolle die jetzt entstandene „Auszeit“ nutzen, um das Amt und seine Gemeinden noch besser kennen zu lernen. Dafür werde sie alle Gemeinden besuchen und mit den Bürgermeistern sprechen. „Mit geht es besonders auch darum zu erfahren, welche Gründe für diejenigen ausschlaggebend sind, die sich für das Aussetzen der Gespräche stark gemacht haben“, so Döpke.

Ganz schwarz sieht Döpke für die Zukunft aber nicht. Da sich die Mehrheit der Bürgermeister durchaus eine Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt vorstellen könne, gäbe es bereits eine Basis, sagte sie. „Und in Anbetracht der demografischen Entwicklung werden sich alle Beteiligten Gedanken darüber machen müssen, wie sich Verwaltung den Anforderungen der Zukunft stellen soll.“ Dabei seien besonders finanzielle Aspekte zu berücksichtigen. „Die Stadtverwaltung ist bereits heute in der Lage, qualifizierte Leistungen zu erbringen“, betonte Döpke. „Dabei achten wir immer darauf, im Sinne der Bürger effizient zu arbeiten.“ So werde stets nach Verbesserungen gestrebt und ein entsprechendes Vorschlagsmanagement geübt.

Dennoch müssten auch Bedenken, die die Mitarbeiter beider Verwaltungen hätten, ernst genommen werden, so Döpke. „Unser Wille ist es, alle Betroffenen in einem offenen Dialog mitzunehmen.“ Sie hoffe, den Kooperationsprozess „zielgerichtet bald wieder in Gang bringen zu können“. Das schließt auch Brandt nicht aus. „Jetzt müssen wir das Thema erstmal aussetzen. Das heißt aber nicht, dass es nie wieder auf den Tisch kommt.“

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