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Erdölsuche in Brande-Hörnerkirchen : Kommen nach dem Rückzug von PRD Energy neue Firmen?

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Bürgerinitiative „Frackingfreies Auenland“ geht davon aus, dass frei gewordene Gebiete in Schleswig-Holstein wieder vergeben werden.

Brande-Hörnerkirchen | Wie geht es nach dem Rückzug von PRD Energy mit den frei gewordenen Gebieten in Schleswig-Holstein weiter? Die Bürgerinitiative (BI) „Frackingfreies Auenland“ ist sich sicher, dass für die freien Flächen – wie das Erlaubnisfeld Bramstedt – künftig wieder Aufsuchungserlaubnisse verteilt werden. „Wir gehen davon aus“, so BI-Sprecher Dirk Albrecht. Über dieses und weitere Szenarien hatten die Mitglieder der BI während ihres jüngsten Gesamttreffens in Hörnerkirchen gesprochen.

Wie das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume gestern berichtete, sei die Lizenz-Rückgabe von PRD Energy so gut wie durch. Das Ganze müsse nur noch im Amtsblatt veröffentlicht werden und sei damit dann formell vollzogen.

Die BI-Mitglieder sprachen während ihres Treffens darüber, wie es danach weitergehen könnte. „Mehrheitlich bestand Konsens in der Einschätzung, dass wohl alle Firmen zunächst die Gesetzesregelungen und Abstimmungen im Bundestag abwarten werden, da diese darüber entscheiden, ob Fracking möglich sein wird – auch in unkonventionellen Lagerstätte“, so Sprecherin Marion Ecke in einer Pressemitteilung. „Ausländische Firmen werden zudem noch die Unterzeichnung der Freihandelsabkommen abwarten, denn dann könnten sie sich auch auf dem Klageweg Ansprüche und Rechte sichern oder Gewinne realisieren.“

Laut Ecke soll die Klage der Gemeinden Nützen und Alveslohe gegen das Landesbergbauamt gegen die Erlaubnisvergabe an PRD – ohne die Gemeinden zu beteiligen – am 15. Oktober vor dem Oberverwaltungsgericht in Schleswig verhandelt werden. Das Verwaltungsgericht prüfe derzeit aber, ob wegen des Rückzugs von PRD Energy das Verfahren gegebenenfalls in der Hauptsache erledigt sei.

Wie angekündigt, will die Initiative ihren Fokus nun auf die Politik legen. „Ende September werden die Gesetzesentwürfe zur Regelung von Fracking im Bundestag wieder auf der Tagesordnung stehen“, so Ecke. Wie viele andere Bürgerinitiativen habe die BI einen offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel, Umweltministerin Barbara Hendricks, Vizekanzler Sigmar Gabriel und alle Bundestagsabgeordnete mit unterzeichnet. „Wir fordern sie dazu auf, der Gesetzesvorlage nicht zuzustimmen“, so Albrecht, da sie Fracking ermöglichen werde. „Für die sogenannten Probebohrungen zu Forschungszwecken könnte sich jede Firma bewerben und würde noch die Fördergelder in Höhe bis zu fünf Millionen Euro dafür bekommen. Ab 2018 wäre dann die kommerzielle Förderung möglich“, so Ecke.

Auch in der Region bleibe die BI aktiv: Die „Betreten verboten“-Schilder sollten stehen bleiben, erläutert die Sprecherin. „Die Hinweisschilder entlang möglicher Seismik-linien werden aufgestellt werden, sobald eine Firma hier aktiv werden will“, sagt Ecke. Für die Aktion „Bohrschlammgruben und Altbohrungen“ – die die BI in der Region rund um das alte Ölfeld bei Brande-Hörnerkirchen plant – werde derzeit auf die Zusage eines Labors zur Untersuchung von Bodenproben gewartet.

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erstellt am 15.Sep.2015 | 16:15 Uhr

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