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Leerrohre in Barmstedt : „Kommando zurück“ soll 100.000 Euro sparen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Hauptausschuss revidiert den Beschluss der Stadtvertretung und will so 100.000 Euro sparen. Die CDU will weiter um das Gewerbegebiet kämpfen.

Barmstedt | Kommando zurück: Der Barmstedter Hauptausschuss hat die Entscheidung der Stadtvertretung, an der Kreisstraße 2 (K2) Leerrohre für  Gas- und Stromleitungen zu legen, revidiert. Die Stadt spart dadurch rund 100.000 Euro. Eingestellt wurden die Arbeiten in Absprache mit Werkleiter Fred Freyermuth bereits vor gut zwei Wochen – nachdem bekannt geworden war, dass die Stadt an der K18 kein Gewerbegebiet ausweisen darf, für das die Leitungen vorrangig gedacht waren.

Den Beschluss für die Verlegung der Leerrohre hatten die Stadtvertreter Ende Juli in einer Sondersitzung gefasst. Er habe sich schon damals darüber gewundert, „dass wir das entscheiden sollten“, sagte Michael Schönfelder (FWB). „Da muss der Verwaltung das Nein von Kreis und Land zum Gewerbegebiet doch schon bekannt gewesen sein.“ Das sieht auch Freyermuth so. „Es wäre hilfreicher gewesen, wenn die Aussage, dass es kein Gewerbegebiet geben wird, vor Baubeginn gefallen wäre“, teilte er auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Das für den Aufbau eines Breitbandnetzes vorgesehene Leerrohr sei von der Entscheidung nicht betroffen, so Freyermuth. „Es wird weiterhin verlegt und kann für eine spätere Erschließung der Gemeinde Lutzhorn genutzt werden.“

Auf die Frage zu den bisher angefallenen Kosten teilte Freyermuth mit, das Material für den ersten Bauabschnitt sei bestellt und geliefert worden. „Das und die bisher geleisteten Arbeiten werden der Stadt in Rechnung gestellt.“ Das Material könne aber für den zweiten Ausbauabschnitt der K2 genutzt werden, „wo eine Vorverlegung gewünscht ist. Jedenfalls nach unserem jetzigen Kenntnisstand, und obwohl es noch keinen Beschluss darüber gibt.“

Unabhängig vom Hin und Her um die Leerrohre, erklärte Henning Behrens (CDU), dass die CDU das Nein zum Gewerbegebiet nicht widerspruchslos hinnehmen wolle. „Wir sollten nicht die Flinte ins Korn werfen, sondern es weiter versuchen.“ Das Argument, die Flächen lägen zu  weit von Siedlungen entfernt, sei nicht nachvollziehbar, sagte er. „Es ist doch gerade sinnvoll, denn es entlastet die Stadt und die Bürger von Verkehr und Emissionen. Und wir sehen ja  an der Meierei, wie notwendig das ist.“

Mareyke Herrmann (BALL) und Schönfelder bezweifeln indes, dass weiteres Nachfragen etwas bringen würde. „Ich glaube kaum, dass wir dadurch eine andere Antwort bekommen“, sagte Herrmann. „Wir werden seit Jahren negativ beschieden“, sagte Schönfelder. „Anfang des Jahres hat Innenminister Breitner uns dann gesagt, es täte sich was in Kiel. Und was ist seitdem passiert? Nichts.“ Das wollte Hans-Christian Hansen (SPD) nicht auf seinen Parteikollegen sitzen lassen. 2017 werde das Gesetz zur Landesplanung novelliert, sagte er. „Dann könnte die Sache anders aussehen.“

Der Ausbau der K2 erfolgt in drei Etappen: Bis Ende November soll der Abschnitt vom Kreisel bis zur Großendorfer Heide fertig sein. Vom Frühjahr bis zum Winter 2015 soll die Strecke bis zum Barmstedter Friedhof folgen. Als letzter Abschnitt wird ab Frühjahr 2016 der innerstädtische Abschnitt bis zur Gebrüderstraße in Angriff genommen. Der Ausbau kostet laut der Kreisverwaltung Pinneberg etwa 3,5 Millionen Euro.
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erstellt am 27.Sep.2014 | 10:00 Uhr

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