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Barmstedter Zeitung

21. Oktober 2017 | 07:41 Uhr

Kita-Leiterin mit Leib und Seele

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Doris Renner leitet seit 20 Jahren die Barmstedter Arche-Noah-Kita / Einsatz für Vollzeit-Stellen und Integration

shz.de von
erstellt am 09.Jan.2016 | 00:42 Uhr

Sie wollte eigentlich nur sieben Jahre bleiben. „Danach sollte man wechseln, war immer mein Motto“, sagt Doris Renner. Doch aus den sieben Jahren wurden 20: So lange leitet sie jetzt die Barmstedter Arche-Noah-Kita. An einen Wechsel denkt sie schon lange nicht mehr. „Hier gab es immer so viel Neues, dass mir das gar nicht ernsthaft in den Sinn kam“, sagt sie.

Bevor sie die Stelle in Barmstedt antrat, hatte Renner, die aus Kiel stammt und mit ihrem Ehemann seit 2005 in Glückstadt wohnt, sieben Jahre lang einen Kindergarten in Marne geleitet. Als 1994 die neue Kita in Barmstedt gegründet werden sollte, war sie eine von vier Bewerberinnen auf den Leitungsposten. „Für uns war gleich klar: Sie ist es“, sagt Adelheid Ritter, die die Kita Bahnhofstraße leitet und damals mit über die Personalie entschied.

Für die „Arche Noah“ wurden vier bestehende Kita-Gruppen aus den Standorten An der Alten Mühle, Bahnhofstraße und Heederbrook im neuen Gebäude an der Gebrüderstraße zusammengeführt. Bis es soweit war, war Renner dauernd unterwegs: „Jeden Tag in einer anderen Außenstelle.“ Langjährige Kolleginnen erinnerten sich während der Feierstunde fröhlich daran zurück, wie Renner während des Faschingsfests als Biene verkleidet von einer Außenstelle zur nächsten „flog“. Der spätere Umzug an die Gebrüderstraße musste innerhalb einer Woche gemeistert werden, so Renner. „Da haben alle mit angepackt. Sogar die Außenspielgeräte haben Eltern aus- und hier wieder eingegraben.“ Sie selbst habe „mit Papierhut auf dem Kopf die Rolle geschwungen“ und Wände bemalt.


In ihrer Freizeit schreibt sie Gedichte


Ihr „hehres Ziel“ sei es stets gewesen, Arbeitsplätze zu schaffen, sagt Renner. „Und zwar Vollzeitstellen, von denen Frauen auch leben können.“ Das sei gelungen: Die meisten der 42 Erzieherinnen arbeiteten voll. Ebenso wichtig sei ihr die Integration von Kindern mit Behinderungen gewesen, so Renner. „Das Gefühl, dass sie zuhause sitzen, weil sie keinen Platz in einer Kita kriegen, war nicht auszuhalten.“ Das änderte sich: Beim Verein für weibliche Diakonie – dem Träger der Kita – sind heute mehrere Heilpädagoginnen und Integrationshelferinnen beschäftigt.

Viel Freizeit habe sie nicht, sagt Renner. „Aber wenn, dann segeln wir sehr gern, meist auf der Ostsee und der Elbe. Und im Winter muss man sich um das Boot kümmern.“ Ihr zweites großes Hobby ist das Schreiben von Gedichten. Zwei Bände seien veröffentlicht worden, berichtet sie. „Das erste heißt ,Der große Wagen von Renner’“, sagt sie und lacht. Dazu passt, dass häufig Kinder in ihr Büro kämen, die ihren „Führerschein“ machen wollten. „Dafür müssen sie auch ihren Namen und ihre Anschrift schreiben können – sonst kriegen sie ihn nicht“, sagt Renner schmunzelnd. Vorschrift ist Vorschrift.

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