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Barmstedter Zeitung

22. August 2017 | 21:06 Uhr

Hetlingen : Kita-Kinder besuchen Klärwerk

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Was passiert mit dem Wasser, das in den Abfluss fließt? Fünf- und Sechsjährige auf Forschungsreise in Hetlingen.

Hetlingen | Lena, Felix und die anderen Kinder wissen ganz genau, was mit dem Wasser passiert, das beim Kochen und Spülen im Abfluss landet: Im Rahmen von „Kita 21 – Die Klimaretter“ waren die Fünf- und Sechsjährigen vor Kurzem zu Besuch im Klärwerk Hetlingen. Seit Anfang des Jahres macht ihre Kita, die DRK-Kita „Räuberhöhle“ aus Seeth-Ekholt, bei dem Modellprojekt mit. Seither dreht sich in der Kita alles um das Thema Ernährung. Klar, dass dabei auch Wasser eine Rolle spielt.

Das Modellprojekt „Kita 21 – Die Klimaretter“ wurde 2012 vom Kreis Pinneberg und vom azv Südholstein ins Leben gerufen und wird in Kooperation mit der „Save Our Future-Umweltstiftung (S.OF.) umgesetzt. Im Rahmen des Projektes werden Erzieher dabei unterstützt, die Grundsätze der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in ihre Bildungsarbeit zu integrieren und Themen rund um Energie und Klimaschutz kreativ und spannend im Kitaalltag umzusetzen. „Ohne Wasser gäbe es nichts zu ernten. Auch für die Zubereitung von Nahrung brauchen wir Wasser. Und Händewaschen vor dem Essen ist Pflicht. Deshalb ist es uns wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass sie sorgsam mit Wasser umgehen müssen“, so Kita-Leiterin Anja Albrecht.

Im Klärwerk Hetlingen wird das Wasser aus dem gesamten Kreis Pinneberg gereinigt, also auch das Abwasser aus Seeth-Ekholt und der Region Barmstedt. Rund 1000 Liter Wasser pro Sekunde kommen am Zulauf des Klärwerks an. Nach der Reinigung wird das saubere Wasser in die Elbe geleitet. Für die Kleinen heißt es : Ausprobieren und Mitmachen.

Beim Kanalbauspiel erproben sie sich als Nachwuchs-Kanalbauer. Außerdem bedienen sie eine Mini-Kläranlage. „Die Kinder erfahren so ganz spielerisch, wie das Wasser von der Kita zum Klärwerk kommt und dass es nicht einfach ist, das Wasser wieder sauber zu bekommen“, sagt Ute Hagmaier, Referentin für Umwelt und Bildung beim azv Südholstein. „Wir wünschen uns, dass noch mehr Kitas die Chance bekommen, Bildung für eine nachhaltige Entwicklung in ihre Arbeit zu integrieren“, so Hagmaier. Zurzeit suchen die Projektpartner nach Finanzierungsmöglichkeiten über 2015 hinaus. Denn im nächsten Jahr läuft das auf drei Jahre angelegte Modellprojekt aus.

Neben den Vernetzungsangeboten sind die BNE-Fortbildungen für pädagogische Fachkräfte ein wichtiger Bestandteil des Modellprojekts. Überzeugt die Bildungsarbeit der Kitas auch die Klimaretter-Jury, erhalten die teilnehmenden Kindertagesstätten außerdem von der S.O.F.-Umweltstiftung am Ende eines Kita-Jahres die begehrte Auszeichnung als „Kita 21“.

Wer noch mitmachen will, sollte sich beeilen: Im Herbst starten die vorerst letzten Fortbildungen des Modellprojektes. Infos, Termine und Anmeldeformulare gibt es auf www.kita21-dieklimaretter.sh.

Die Kooperation der Kita „Räuberhöhle“ mit dem azv beschränkt sich übrigens nicht nur auf den Ausflug zum Klärwerk: Gemeinsam mit Michael Rosenthal, Bürgermeister von Seeth-Ekholt, hat Ute Hagmaier vor einigen Wochen zusammen mit den Kita-Kindern einen gesunden Obstsalat zubereitet. Ganz nebenbei haben die Kinder dabei einiges herausgefunden: Dass es manche Obstsorten zum Beispiel nur das ganze Jahr über im Supermarkt gibt, weil sie von ganz weit her kommen. Das ist zwar lecker, durch den langen Transport, vielleicht sogar im Flugzeug, aber nicht so gut für Umwelt und Klima.

Katharina (6) wundert sich: „Es gibt sogar Birnen aus Neuseeland, dabei wachsen die doch hier auch!“ Gemeinsam mit ihrer Kitagruppe und dem Bürgermeister hat sie auch erkundet, wohin das Wasser nach dem Händewaschen verschwindet.

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erstellt am 23.Mai.2014 | 16:00 Uhr

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