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Kirchenführung: Auf den Spuren von Maria Magdalena

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erstellt am 10.Mai.2013 | 01:14 Uhr

Barmstedt | Auf die Spuren Maria Magdalenas haben sich ein Dutzend Besucherinnen bei der siebten spirituellen Kirchenführung in der Barmstedter Heiligen-Geist-Kirche begeben. Im Kirchenschiff selbst fanden sie zu ihrer Verwunderung keine Abbildungen oder Statuen der "Apostelin der Apostel". "Ich vermisse sie hier", sagte Kirchenpädagogin Frauke Wegner-Dannenberg, die die Führung leitete.

Wer war diese Maria aus Magdala (Migdal, Israel)? Die Bedeutung der Frau, die Jesus als Jüngerin begleitete, ließ Wegner-Dannenberg von den Besucherinnen anhand von Fotos alter Gemälde und Reliefs sowie biblischer und anderer Textstellen erarbeiten. "Diese Art von Führungen dienen nicht in erster Linie der reinen Information, sondern ich biete Anlässe, um mit dem Material, das ich vorbereitet habe, in Beziehung zu treten", so Wegner-Dannenberg. Und das taten die Besucherinnen. Auf alten Bildern, erkannten sie, wurde Maria häufig als offenherzig und sündig dargestellt - mit wehenden statt bedeckten Haaren, dazu leicht bekleidet. War sie, wie eine frühere päpstliche Auslegung besagt, die große Sünderin und Büßerin? Ganz im Gegenteil, fanden die Teilnehmerinnen heraus. So gibt es in biblischen Texten Listen mit Namen von Menschen, die sich um Jesus scharten. Maria Magdalena steht dort unter den Frauen stets an erster Stelle. Sie wird in allen vier Evangelien der Bibel im Rahmen der Ostergeschichte genannt. Im nicht in die Bibel aufgenommenen Evangelium nach Maria wird ihr eine hohe Bedeutung zugemessen. Schließlich war sie es, zu der der auferstandene Jesus zuerst sprach, und die den Jüngern seine Worte verkündete. Gab sie einen wichtigen Anstoß zur Verkündigung des Evangeliums?

Am Ende der aufschlussreichen und anregenden Führung mit Diskussionen, Musik und Momenten der Besinnung sollte jede Teilnehmerin ein persönliches Fazit über Maria Magdalena ziehen. Ergebnis: Sie war weise, intelligent, einsam, demütig, bescheiden und warmherzig, spielte eine große Rolle im Hintergrund, vertrat aber ihre Meinung und war Jesus sehr nahe.

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