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Meierei in Barmstedt : Jetzt soll ein Experte das Gutachten prüfen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Umweltausschuss lehnt den Antrag auf erneute Messungen zunächst ab.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2016 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Die Hoffnung der Meierei-Anwohner hat sich nicht erfüllt: Der Barmstedter Umweltausschuss hat den Antrag der BALL, ein neues Lärm- und Feinstaubgutachten zu erstellen, am Donnerstag abgelehnt. Stattdessen soll zunächst ein Sachverständiger alle bislang vorliegenden Gutachten darauf überprüfen, ob alle rechtlich relevanten Vorschriften eingehalten wurden. Das beschlossen die Politiker einstimmig. In die Prüfung soll auch das seit der Erstellung der ersten Gutachten erhöhte Verkehrsaufkommen einfließen. Die für die Prüfung erforderlichen Mittel – nach Informationen dieser Zeitung zwischen 3000 und 4000 Euro – sollen in den Haushalt eingestellt werden. Sollte der Sachverständige mit seiner Überprüfung zu dem Ergebnis kommen, dass ein weiteres Gutachten sinnvoll sei, müsse darüber erneut beraten werden.

Den Anwohnern gehe es um vier Punkte, wie Helmut Welk (BALL) ausführte: um ominöse „tieffrequente Betriebsgeräusche“, um den Lärm der Lkw auf dem Meiereigelände an der Mühlenstraße, die Lärmbelastung in den anliegenden Wohngebieten und die Feinstaubbelastung an der Mühlenstraße. „Der tieffrequente Lärm strapaziert unsere Nerven schon seit vielen Jahren“, erklärte Frank Herzog, der am Feenkamp wohnt. Anfangs sei den Anwohnern von der Meierei gesagt worden, „dass er von den Straßenlaternen kommt oder sie die Autobahn in der Ferne hören“, berichtete Welk. Nach massiven Beschwerden habe der Betrieb dann vor einem Jahr eine fünf Wochen lange Dauermessung vorgenommen, „die zehn Dezibel A über dem Grenzwert lag“. Doch zum einen sei das Ergebnis rechtlich irrelevant, „weil aus einem Badezimmer heraus gemessen wurde“, und zudem habe es nichts gebracht. „Die Meierei hat ein Aggregat ausgetauscht, aber der Brummton ist geblieben.“

Bezüglich der Belastungen durch den Lkw-Verkehr sei im Gutachten vernachlässigt worden, dass die Laster auf dem Meiereigelände häufig anfahren und rangieren würden, sagte Welk. „Das summiert sich auf mehr als 300 Bewegungen pro Tag.“ Feinstaubmessungen habe es bisher noch gar nicht gegeben. „Wir haben Angst um unsere Gesundheit“, sagte Herzog.

Generell hätten die Anwohner den Eindruck, „dass die Meierei Wichtigeres zu tun hat, als sich um unsere Belange zu kümmern“, sagte Herzog. Auch das Umweltamt in Itzehoe sei keine Hilfe. „Die machen nichts mehr, warum auch immer. Das ist unfassbar!“ Die Grünen unterstützten die Forderung nach einem neuen Gutachten zunächst. „Außerdem fordern wir, die Meierei in den Norden umzusiedeln“, sagte Stephan Mohr. Der Betrieb habe den Milchumsatz seit 2010 verdreifacht. „Und weder die Bürgermeisterin noch die Stadtvertreter wissen, was da  vor sich geht. Es gilt, die Bürger zu schützen“, so Mohr.

Doch sofort ein neues Gutachten – das laut SPD vermutlich einen fünfstelligen Betrag kosten würde – erstellen zu lassen, wäre zu teuer, befand die Mehrheit – zumal man nicht wisse, ob es etwas anderes ergeben würde als die bisherigen Messungen. „Wir würden deshalb kein Geld dafür in die Hand nehmen“, sagte Peter Gottschalk (FWB). Am Ende stimmten alle dem Kompromiss zu.

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