Barmstedt : Jetzt kommt Bewegung ins Quartier

Das jetzige Gebäudeensemble beim ehemaligen Hotel „Stadt Hamburg“ (rechts) wird in naher Zukunft abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Die verkehrstechnische nicht unproblematische Einfahrt zum Küsterkamp soll dabei entschärft werden.
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Das jetzige Gebäudeensemble beim ehemaligen Hotel „Stadt Hamburg“ (rechts) wird in naher Zukunft abgerissen und durch Neubauten ersetzt. Die verkehrstechnische nicht unproblematische Einfahrt zum Küsterkamp soll dabei entschärft werden.

Investor Hans-Werner Rathjens kauft das Doering-Gelände in der Barmstedter Innenstadt und will dort neue Projekte entwickeln.

shz.de von
15. April 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | Jetzt wird es nicht mehr lange dauern, und ein markanter Bereich in der Barmstedter Innenstadt wird sich verändern. Der Grund: Das Areal um das ehemalige Hotel „Stadt Hamburg“ wurde vor kurzem von seinem Eigentümer Horst Doering an den Barmstedter Unternehmer Hans-Werner Rathjens verkauft, der dort investieren und neue Projekte entwickeln will.

„Das wird auch Zeit“, wird jetzt bestimmt so manch ein Barmstedter denken, denn in den vergangenen Jahren wurde schon vielfach darüber gerätselt, was mit dem Gebäudeensemble zwischen Küsterkamp und dem Barmstedter Rathaus, exakt gesagt dem Quartier „Am Markt 2 und 4“, geschehen wird. Die dort einst ansässigen Geschäfte haben schließlich schon vor längerem die jeweiligen Räumlichkeiten verlassen, und auch das Gebäude des ehemaligen Rewe-Markts – beziehungsweise einst auch mal als Minimal- und Familia-Markt betrieben – ist seither verwaist. Lediglich der Juwelier Twisselmann hält dort noch sein Schaufenster am Leben, und der einst zum dortigen Supermarkt gehörige Parkraum wird noch eifrig genutzt - unter anderem von mehreren Dauerparkern, die in der Nähe ihrer täglichen Arbeit nachgehen.

Das Gelände hinter und um das Stadtbild prägende Gebäude des ehemaligen Hotels „Stadt Hamburg“ - erbaut gegen Anfang des 20. Jahrhunderts und zunächst als „Barmstedter Hof“ sowohl als Hotel als auch Gaststätte betrieben - hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich.

„Die Firma Hagen hatte das Grundstück Am Markt 2 Ende der 1970er-Jahre für den Bau eines neuen Supermarkts von Herrn Peter Lorenzen aus Peine gekauft. Herr Lorenzen betrieb seit Anfang der 1950er-Jahre mehrere Kinos in Norddeutschland und baute hinter dem Hotelgebäude aus dem ehemaligen Tanzsaal ein Kino, eine Kegelbahn und eine Spielhalle“, erläutert Horst Doering. Diese hinteren Gebäudeteile wurden für den Bau des Supermarkts von der Firma Hagen abgerissen. Mit der Aufgabe des Landmaschinenbetriebs von Hans Doering wurde die ehemalige Werkhalle (Am Markt 4 /Küsterkamp) in den neuen „Minimal-Markt“ integriert.

Später, nachdem der Supermarkt bereits schon längere Zeit geschlossen war und nach Auslauf des Mietvertrags mit der Rewe-Gruppe zum Ende 2014 hat Horst Doering das Nachbargebäude für die Entwicklung eines innerstädtischen Quartiers 2015 von der Hagen-Grundstücksgesellschaft Lübeck gekauft, um vor Ort neue Projekte zu entwickeln. Doch nach intensiver Planung (Ärztecenter, Café, Büros und Wohnungen) wurde die Umsetzung aus familiären Gründen im Jahre 2016 gestoppt.

Doch jetzt, knapp zwei Jahre später, kommt wieder Bewegung in die Sache - und zwar mit einer Überraschung. Nach vielen Gesprächen mit möglichen Investoren aus ganz Norddeutschland lag in diesem Falle - so Doering - „das Gute“ so nah, nämlich bei dem Barmstedter Unternehmer Hans-Werner Rathjens, dem das gesamte Quartier verkauft wurde und das nun zum Teil mit den vorhandenen Planungsunterlagen, aber auch mit neuen Ideen angepackt wird.

Mit was genau Rathjens das Quartier gestalten will, wollte dieser gegenüber unserer Zeitung noch nichts Näheres sagen. Auf alle Fälle werde eine Kombination aus neuem Geschäfts-, Wohn- und Parkraum angepeilt, wobei es zu einem starken Rückbau der vorhandenen Bausubstanz kommen wird. Das historische Gebäude „Stadt Hamburg“ soll dabei aber auf jeden Fall für das Stadtbild am Markt erhalten bleiben und in das neue Barmstedter Quartier einbezogen werden. „Die zwei Gebäude Am Markt 4 mit der dazugehörigen Halle und dem ehemaligen Rewe-Anbau sind dann abgängig und werden durch neue Gebäude ersetzt, die dann auch gleichzeitig das verkehrstechnisch gefährliche Nadelöhr Am Markt/Küsterkamp entschärfen werden“, so Doering.

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