Keine Pause für die Waidmänner : Jagdgemeinschaft Bevern hat in den Ferien viel zu tun

Projekte mit Kindern, wie das Beobachten von Wild, sollen zu einem besseren Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur sorgen.
Projekte mit Kindern, wie das Beobachten von Wild, sollen zu einem besseren Verständnis für die Zusammenhänge in der Natur sorgen.

„Wir haben jetzt Jagdzeit“, erklärte der Leiter Hartwig Hachmann im Gespräch.

shz.de von
31. Juli 2015, 18:00 Uhr

Bevern | Für die etwa 20 Mitglieder zählende Jagdgemeinschaft Bevern gibt es keine Sommerpause: Sie muss auch in dieser Jahreszeit ein breites Spektrum an Aufgaben erfüllen, um ihrem Anspruch als Heger und Pfleger von Fauna und Flora zu genügen. „Wir haben jetzt Jagdzeit“, erklärte der Leiter Hartwig Hachmann im Gespräch mit der Barmstedter Zeitung.

„Das bedeutet für uns, dass wir beim Rehwild die von der Jagdbehörde vorgeschriebene Abschussquote erfüllen müssen.“ Das sind in diesem Jahr zwölf Rehböcke. Im gesamten Revier, das etwa 800 Hektar umfasst, gibt es etwa 70 männliche und weibliche Tiere. In vielen Nachbarrevieren müssen sich die Jäger mit dem Schwarzwild, sprich: den Wildschweinen, auseinandersetzen, deren Population in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist, jetzt aber wieder wächst. In Bevern tauchen diese Tiere, die großen Schaden anrichten können, so gut wie gar nicht auf.

Trotzdem halten die Beverner während der Maisernte an den Feldern Wache, wobei sie ihr Augenmerk auf Fuchs und Marderhund richten: Beide Tierarten stellen eine Gefahr für schwächeres Wild dar. Der Bestand des als „schlau“ geltenden Fuchses soll klein gehalten werden, weil er Überträger der Tollwut und des Fuchsbandwurms ist. Diese Krankheiten sind auch für den Menschen höchst gefährlich. breitet sich bei uns immer mehr aus“, so Hachmann. „Weshalb das so ist, kann ich nicht sagen.“ In der Region Bevern herrscht Niederwild vor. Außerdem ist sie bevölkert von Rehen, Rebhühnern, Fasanen, Enten und Hasen.

Die Jagdgemeinschaft unterhält vier Biotope, davon zwei mit Teichanlagen. Die Bepflanzung besteht in erster Linie aus Büschen, an denen das Rehwild gern knabbert. Das Anlegen und die Pflege der Naturinseln, die unter anderem als Deckung für das Wild dienen, erfordern einen großen Pflegeaufwand. Dazu gehört beispielsweise das Freischneiden von Brennnesseln. Ein Biotop ist zudem ein Lebensraum für viele Insekten – vom Schmetterling bis zur Libelle. Es garantiert Überleben in einer Umwelt, die durch den Eingriff des Menschen immer mehr Lebensformen verdrängt.

Die beiden Beverner Jäger Otto Schlüter (links) und Hartwig Hachmann verwenden viel Zeit und Energie auf die Pflege von Biotopen. (Foto: Schilling)
Die beiden Beverner Jäger Otto Schlüter (links) und Hartwig Hachmann verwenden viel Zeit und Energie auf die Pflege von Biotopen. (Foto: Schilling)
 

„Biotopschutz beziehungsweise -pflege ist ein Element des Ökosystemschutzes und in vielen Fällen indirekt auch ein Element des Artenschutzes“, so Hachmann. Regelmäßig sehen die Beverner Waidmänner auch nach den 15 Hochsitzen, die Wind und Wetter ausgesetzt sind, um mögliche Unfälle zu vermeiden.

Die Öffentlichkeitsarbeit besitzt bei den Jägern einen hohen Stellenwert. Sie eröffnet die Möglichkeit, über Jagd- und Jagdwesen aufzuklären und den Vorurteilen entgegenzuwirken, die in der Öffentlichkeit noch immer über die Waidmänner bestehen. Dem Tierschutz- und Naturschutzgedanken aufzuhelfen dienen verschiedene Projekte mit jungen Menschen, angefangen bei den Jungen und Mädchen vom Kindergarten „Die kleinen Biber“.

Eine konkrete Aktion, die dem Nachwuchs großen Spaß bereitet, ist das Aufhängen von Nistkästen, bei dem sie hautnahen Kontakt zur Natur bekommen. Als wichtigste Aufgabe der Jäger bezeichnet Hachmann abschließend die Erhaltung eines gesunden Wildbestandes. Er selbst sei Jäger geworden, weil er eine besondere Beziehung zur Natur habe.

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