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Barmstedt : Jäger zahlen Reflektoren häufig selbst

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Nach Sponsoren-Aufruf: Hegeringe II und III berichten von ihren Erfahrungen und Kosten. Unfallzahlen mit Wild sollen gesenkt werden.

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erstellt am 16.Sep.2014 | 12:00 Uhr

Barmstedt | Um Tiere und Autofahrer vor Wildunfällen zu schützen, nehmen hiesige Jäger häufig selbst Geld in die Hand. Das hat eine Umfrage der Barmstedter Zeitung bei den Hegeringen II und III ergeben. Der Hintergrund: Etwa 100 Frontal-Zusammenstöße, bei denen jeweils ein Reh stirbt, zählt die Jägerschaft jährlich im Norden des Kreises Pinneberg. Hinzu kommen laut Hermann Maaß-Hell, Leiter des Hegerings I, 40 bis 80 Unfälle, bei denen Rehe angefahren werden, und die Autofahrer mit einem Schrecken und nur geringen Blechschäden davonkommen. Aus diesem Grund will der Hegering I blaue Wild-Warnreflektoren für etwa 16.000 Euro flächendeckend an den Straßen im Norden des Kreises Pinneberg anbringen. Doch das Projekt stockt – es fehlt ein Sponsor. 330 Reflektoren wollen die Jäger jetzt vorerst auf eigene Kosten anschaffen.

Seit Mai dieses Jahres habe der Hegering II bereits etwa 700 Wild-Warnreflektoren installiert – und zwar in Bullenkuhlen, Langeln, Heede, Hemdingen, Bevern und Ellerhoop im Bereich von Landes- und Kreisstraßen sowie der Bundesstraße 4. Das berichtet der stellvertretende Hegeringsleiter Klaus Perthen. Die Kosten würden sich auf etwa 2000 Euro belaufen. „Finanziert wurde es ausschließlich durch die Jägerschaft – jedes einzelne Revier für sich“, berichtet Perthen. „Wir haben also keinen Sponsor oder sonst jemanden, der uns finanziell unterstützt.“ Der stellvertretende Hegeringsleiter hält die Anbringung von Reflektoren für sinnvoll. Er geht davon aus, dass diese zumindest mit dazu beigetragen hätten, die Unfallzahlen im Hegering zu reduzieren. Außerdem weist Perthen darauf hin, dass ein heftiger Unfall mit Wild einen Schaden von mindestens 2000 Euro verursacht. „Wenn die Reflektoren nur einen Crash verhindern, entspricht das dem finanziellen Aufwand, den wir betrieben haben.“

Die Jäger im Hegering III (Region Elmshorn), bestehend aus sechs Revieren, haben bislang etwa 200 Wild-Warnreflektoren installiert – und zwar in den Gemeinden Klein Nordende und Raa-Besenbek. „Das wir nach der Unruhezeit des Rehwilds im Frühjahr fortgesetzt“, berichtet Hegeringsleiter Claus-Hermann Kelting. Die Kosten hätten sich auf 1200 Euro belaufen, die größtenteils von den Revieren getragen werden würden. Die Hermann-Hell-Stiftung habe zudem einen Teil dazu beigetragen.

Ob die Wild-Warnreflektoren die gewünschte Wirkung erzielen, wird sich laut Kelting zeigen. Hermann Hell – Gründer der Stiftung, die sich für den Natur-, Umwelt- und Landschaftsschutz einsetzt – glaubt auf jeden Fall, dass die Anbringung sinnvoll ist: Er verweist auf Zahlen, die von einer Veringerung der Wildunfälle von 30 bis 60 Prozent sprechen.

1257 Reflektoren im Wert von jeweils 5,30 Euro wollen die Jäger des Hegerings I (Region Barmstedt/Brande-Hörnerkirchen) an den Straßen im nördlichen Kreis anbringen. Hinzu kommen etwa 140 Leitpfähle. Der Hegering geht von Kosten von etwa 16.000 Euro aus und sucht dafür einen Sponsor. Zuvor hatte ein Versicherungsunternehmen seine Zusage zurückgezogen.
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