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Kölln-Reisiek : Jäger erschaffen ein neues Blütenmeer

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In Kölln-Reisiek kümmern sich Jürgen Glißmann und Karsten Sommer von der Jagdgemeinschaft um eine Ausgleichsfläche.

shz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Kölln-Reisiek | Ungewöhnliche Kombination in Kölln-Reisiek: Seit Kurzem bewirtschaftet die örtliche Jagdgemeinschaft eine Ausgleichsfläche in Nähe des Elmshorner Friedhofs auf Kölln-Reisieker Gebiet. Das Ganze ist besonders, denn in der Regel werden entsprechende Ausgleichsflächen dem Nabu oder anderen Naturschutzorganisationen zur Betreuung überlassen. Etwa 10  000 Quadratmeter misst das Areal, das die Jagdpächter Jürgen Glißmann und Karsten Sommer in eine Blühfläche verwandeln wollen.

„Anfang Juni haben wir mit der Aussaat begonnen“, erläutert Glißmann. Schon in diesem Sommer habe die Wiese „ganz toll geblüht“. Das Anlegen geschehe in enger Abstimmung mit dem Umweltausschuss der Gemeinde und der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Pinneberg.

Die Jagdgemeinschaft habe sich zum Ziel gesetzt, „Blühflächen anzulegen, um Insekten zu fördern“, erklärt Glißmann. Die Insekten wiederum seien Lebensgrundlage für viele Vögel und Bodenbrüter wie beispielsweise den Fasan. Durch „die Vielfältigkeit der Saatgutmischung erreichen wir, dass den ganzen Sommer bis in den Herbst hinein auf der Fläche ständig etwas blüht“. 16 verschiedene Kulturen seien ausgesät worden.

Bester Beweis für Glißmanns Aussage: Aktuell präsentiert sich die Wiese als gelb leuchtendes Sonnenblumenmeer. Der Erhalt der Blütenpracht sei „sehr aufwändig, da die Maßnahme nur einjährig ist und jedes Frühjahr wieder neu gesät werden muss“, fügt Sommer hinzu. Zuschüsse bekommt das Jagd-Duo übrigens nicht. „Das ist für Ausgleichsflächen leider nicht vorgesehen“, sagt Glißmann. Die Fläche dürfe zwar bejagt werden, „aber das ist nicht unser vorwiegendes Anliegen“. Vor der Ausweisung als Ausgleichsfläche sei das Areal Ackerland gewesen. „Nun haben wir es langfristig übernommen.“

Glißmann und Sommer sind keine hauptberuflichen Jäger. Jürgen Glißmann bewirtschaftet in Kölln–Reisiek einen Milchviehbetrieb, Karsten Sommer ist Gärtner. Die Verbundenheit zur Natur liegt den beiden also im Blut. Und so hofft Glißmann dann auch, „dass wir mit der Blühfläche einen wichtigen Beitrag zum Naturschutz leisten können“.

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