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Seeth-Ekholt : Jäger erklären ihre Biotop-Projekte

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Jagdgemeinschaft Seeth-Ekholt betreibt Naturschutz und will dies zeigen. Auf den Flächen wachsen Schwedenklee und Spitzwegerich.

Seeth-Eckholt | Idyllisch mutet die Naturfläche in Seeth-Ekholt an. Sonnenstrahlen durchdringen Büsche und Bäume. Vögel zwitschern, Bienen summen und Fasanenküken, wagen einen kecken Blick aus ihrem Versteck. Auf dieser Fläche und fünf weiteren in der Umgebung betreibt die Jagdgemeinschaft Seeth-Ekholt seit zehn Jahren nachhaltige Naturschutzarbeit. Zum ersten Mal luden die Jäger jetzt die Dorföffentlichkeit zu einer Besichtigung ein. Etwa 30 Teilnehmer besuchten zwei der Ruhezonen, die einst waldähnliche Äsungsflächen, Wiesen oder Äcker waren.

„Wichtig bei unserer Arbeit ist es, Lebensräume zu schaffen, um die gleichmäßige Versorgung von Insekten, Vögeln und Wild zu gewährleisten“, betonte der Vorsitzende Klaus Stoffer. So schaffen die Jäger Lichtungen und Schneisen und halten Gras kurz. „Wir wollen die blühende Vielfalt – etwa auf den Ackerflächen – wiederbeleben und etablieren“, so Stoffer. Teils wurden Flächen umgepflügt, und Saaten für Wild und Insekten ausgebracht. Das erwies sich jedoch als zu aufwändig. Teils wird jetzt gepflanzt, teils siedeln sich die Blüher an, wenn das Gras im Wachstum zurückgehalten wird.

Stoffer zählte auf: „Wir haben wieder Schwedenklee, Ackerwinde und Spitzwegerich, Letzterer ist eine Heilpflanze für Wild.“ Gepflanzt wurden Schlehe, Weißdorn und Feldahorn, an denen Rehwild gerne äst. „Beliebt ist auch die kurzwüchsige Kopfweide für die Verdauung von Rehwild und Hase“, sagte Stoffer. Beim Rückschnitt werden die Äste liegen gelassen, der Hase benötige Rindenäsung. Überhaupt steige dessen Population auf den Ruheflächen. „Hasen nehmen Kopfweide oder Ginster gern als Deckung für den Winter“, so Stoffer.

Auch Zierapfelbäume stehen auf den Flächen. Der Vorsitzende präsentierte den Besuchern die unteren, von Tieren angeknabberten Äste. Die ersten Jahre würden die Bäume aber eingezäunt werden, um ungehindert wachsen zu können. Schließlich blieb er vor einem Strauch mit intensiv gelben Blüten stehen. „Wer weiß, was das ist?“, fragte er und gab die Antwort: „Jakobskreuzkraut.“ Das hatte er für die Begehung extra stehen lassen. „Das kann für Menschen über den Honig problematisch sein, es blüht aber recht spät“, bemerkte Besucher Egbert Voelkner, der selbst Imker ist. Stoffer: „Und für Pferde, wenn sie es im Heu vermischt essen.“

Voelkner erinnerte zudem daran, dass es die Landschaft in seiner Jugend anders ausgesehen habe. „Auf den Stoppelfeldern wuchs Klee, das noch die Kühe abfraßen.“ Heute gebe es Mais-Monokulturen. „Die Veränderung der Landwirtschaft zur Einseitigkeit ist der Grund, weshalb wir auf den Flächen wieder ursprüngliches Wachstum für einen Artenreichtum von Wild, Insekten und Vögeln ansiedeln wollen“, so Stoffer.

Früher habe es in Seeth-Ekholt 29 Milchbauern sowie Getreide- und Kartoffelfelder gegeben. Es sei nicht fürs Silo gemäht worden, und die Heuflächen im Moorbereich seien spät gemäht worden. „Die sechs Hektar von uns betreuten Flächen sind nur ein Prozent der Jagdfläche, aber wer nichts macht, kann nichts bewegen“, so Stoffers Fazit. Füchse und Marderhunde würden allerdings gering gehalten. „Sonst hätten wir die Fasanenküken nicht beobachten können“, sagte er. Die Flächen seien überwiegend von Privatpersonen zur Verfügung gestellt worden. Die Finanzierungsgrundlage für die Naturpflege sind ein Beitrag der Gemeinde, einer Stiftung sowie Spenden.

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erstellt am 17.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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