Naturbeobachtungen : Jäger der Nacht: Vortrag und Waldführung zu Eulen und Fledermäusen in Barmstedt

Katja Erber und Hans-Jürgen Raddatz (beide Nabu Barmstedt) informierten über Eulen und Fledermäuse.
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Katja Erber und Hans-Jürgen Raddatz (beide Nabu Barmstedt) informierten über Eulen und Fledermäuse.

33 Besucher kamen zur Nabu-Veranstaltung und erfuhren von den Naturschützern Informatives über die nachtaktive Tiere.

shz.de von
29. Mai 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Es war schon ein besonderes Erlebnis für die 33 Interessierten der Info-Veranstaltung des Barmstedter Nabu zum Thema Eulen und Fledermäuse. Geführt von Hans-Jürgen Raddatz und Katja Erber, bewegten sie sich vor Kurzem spätabends leise durch den Rantzauer Forst und lauschten auf die Stimmen der jungen Waldkäuze. Vorher hatte Raddatz in einem spannenden Vortrag die Arbeit des Nabu zum Thema Eulen vorgestellt.

Fünf Eulenarten im Kreis Pinneberg

Mit dem Waldkauz, der Waldohreule, dem Uhu, dem Steinkauz und der Schleiereule seien es fünf Eulenarten, die im Kreis Pinneberg beheimatet seien, erklärte Raddatz. „Ich erfasse den Bestand an Waldkäuzen seit 1976. Derzeit sind in Vossloch drei Paare heimisch. Sie brüten in Naturhöhlen. Diese Höhlenbäume sind mit weißen Dreiecken gekennzeichnet und werden nicht gefällt. Durch das gezielte Anbringen von Nistkästen versuchen wir, mehr Eulen anzusiedeln“, so Raddatz. Solche und viele andere interessante Infos gab es im Laufe des Vortrags zu hören – etwa den Unterschied zwischen dem Bussard und Habicht, die tagsüber auf Jagd gehen, und den Eulen, die überwiegend nachts jagen.

„Greifvögel haben einen Kropf und können so auf Vorrat fressen und Nahrung speichern“, erklärte Raddatz. Eulen hingegen hätten keinen Kropf und jagten daher jede Nacht. „Ich finde alles interessant, was flattert und lebt“, sagte Tom, der mit seinen zwölf Jahren einer der jüngsten Teilnehmer war. Auch Wolfgang Hermann aus Horst interessiert sich für das Thema. „Ich will immer noch dazulernen und so einen geschärften Blick für die Umwelt bekommen“, erläuterte er seine Motivation. Ilse Burbach aus Bullenkuhlen ist der Natur ebenfalls sehr verbunden. „Ich arbeite in einem Bioladen und will etwas für die Umwelt tun“, sagte sie.

Nützliche Mückenfresser

Nach den Eulen referierte Katja Erber zum Thema Fledermäuse. Dabei stellte sie den großen Abendsegler mit 40 Zentimeter Spannweite ebenso vor die die Zwergfledermaus mit 20 Zentimetern Spannweite. Mit der Breitflügelfledermaus, der Wasserfledermaus, dem braunen Langohr und der Rauhautfledermaus gibt es sechs verschiedene Arten, die in unserer Region heimisch sind.

Zunächst am Treffpunkt „Zum Pilz“, wo etliche Fledermäuse zu beobachten waren, später dann auch mitten im Wald konnte Erber mit Hilfe eines Detektors die Fledermauslaute hörbar machen. „Neben jeden Nistkasten hängen wir eine spezielle Vorrichtung für die Fledermäuse auf, um sie hier zu halten. Als Mückenfresser sind sie uns Menschen sehr nützlich. Hier im Wald fliegen sie über uns, ohne dass wir davon etwas mitbekommen“, so Erber.

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