Schall-Gutachten : Ist die Barmstedter Meierei doch nicht zu laut?

Sorgt für Gesprächsstoff: die Barmstedter Meierei.
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Sorgt für Gesprächsstoff: die Barmstedter Meierei.

Ein Gutachten beschäftigt Umweltausschuss. Vorgegebener Richtwerts von 60 Dezibel werde nicht überschritten.

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13. April 2018, 12:30 Uhr

Barmstedt | Die Schall-Gutachten der Barmstedter Meierei von 2001 bis 2009 sind entsprechend anerkannter Regeln systemgerecht erstellt worden. Dieses Ergebnis teilte Volker Ziegler von einem Ingenieurbüro vor Kurzem dem Umweltausschuss mit. Er hatte die Gutachten im Auftrag der Verwaltung gesichtet und bewertet. Ein Nachbesserungsbedarf werde nicht gesehen. „Die Gutachten basieren auf Prognoserechnungen und werden auf Basis von Rechenmodellen ermittelt“, so Ziegler. Maßgeblich seien die Eingangswerte und die Schallimmissionen.

Von einer Überschreitung des vorgegebenen Richtwerts der Lärmbelästigung von 60 dB (Dezibel) sei nicht auszugehen. „Es gibt keine stichhaltigen Indizien, dass die 60 dB überschritten werden“, so Ziegler. Die Prognosegutachten hätten auch Nachtzeiten berücksichtigt. „Der Nachtwert von 45 dB wurde nicht eingehalten, also wurden Nachtfahrten untersagt“, so Ziegler. Man könnte die Ergebnisse der Gutachten auch etwas anders sehen und auf 59 dB kommen. Wer allerdings genaue Zahlen haben wolle, sollte mindestens einen Tag lang von 6 bis 22 Uhr messen.

„Es wurden 500 000 Liter Rohmilch angeliefert, heute sind es knapp eine Million Liter. Warum gibt es keine weiteren Untersuchungen?“, fragte Helmut Welk (BALL). „125 Lkw mit 250 Bewegungen pro Tag bei drei Auffahrten waren im B-Plan vorgeschrieben, später wurden 380 Bewegungen gezählt, diese Zahl müsste man jetzt zugrunde legen“, so Welk. Außerdem würde ein Lkw mehrere Bewegungen auf dem Gelände machen. Ziegler sagte, dass Bewegungen sowie Aufrücken in der Schlange und Warten mit Motorleerlauf im Bereich der Waage in den Gutachten nicht umfänglich berücksichtigt worden seien. Von den Besuchern kam der Hinweis, dass immer noch eine Lkw-Zufahrt fehle.

Zwischen Wohngebiet und Gewerbe

Claus-Peter Jessen (Grüne) merkte an, dass es ein politischer Fehler gewesen sei, die Meierei an diesem Standort anzusiedeln und sie dort auch noch zu erweitern. Er schlug neue Messungen vor. Ziegler sagte, dass der Richtwert von einer Gemengelage ausgehe, das sei ein Zwischending zwischen Wohngebiet und Gewerbe. Das sei aber nicht in Stein gemeißelt, sondern eine Einzelentscheidung. Der Richtwert von 60 db könne nur das Maximum sein. Schallschutzmaßnahmen könnten die dba senken. Die Zusammenarbeit aller Beteiligten sei hier wichtig. Eine Lärmschutzwand vor der Waage wurde erörtert, ebenso eine dritte Auffahrt im Norden für Lkw.

Ein Anwohner bemerkte, dass die Feinstaubbelastung vermutlich hoch sei, die Staubschicht setze sich auf den Fensterbänken ab. Die Verwaltung wurde beauftragt zu prüfen, welche behördlichen Stellen für Prüfungen von Feinstaub und Lärmbelästigung verantwortlich sind.

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