Mitarbeiter in Barmstedt geehrt : Integration direkt vor Ort

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Im Auftrag der Kinderhilfe: Pastor i.R. Andreas Pawlas (von links), BFI-Leiterin Wiebke Wehr, die geehrten Mitarbeiterinnen Kerstin Hachmann und Martina Göttsche sowie die stellvertretende BFI-Leiterin Doris Renner.

Im Auftrag der Kinderhilfe: Pastor i.R. Andreas Pawlas (von links), BFI-Leiterin Wiebke Werth, die geehrten Mitarbeiterinnen Kerstin Hachmann und Martina Göttsche sowie Doris Renner, Geschäftsführerin der St. Katharina gGmbH.

Die Beratungsstelle für Integration (BFI) ehrt Kerstin Hachmann und Martina Göttsche für ihre zehnjährige Mitarbeit.

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05. Dezember 2018, 16:00 Uhr

Barmstedt | 15 Jahre – so lange gibt es die Beratungsstelle für Integration (BFI) in Barmstedt schon. Zehn Jahre davon sind Kerstin Hachmeister und Martina Göttsche mittlerweile dabei. Dafür wurden die beiden Frauen gestern geehrt. Sie sind zwei von 15 Mitarbeitern, die sich um behinderte Kinder kümmern – und zwar kreisweit.

Individuell und in kleinen Gruppen

„Viele gehandicapte Kinder brauchen individuelle Hilfe, gerade im Kindergarten“, erläutert Andreas Pawlas, Pastor i.R. des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf. Doch nicht jede Einrichtung hat die Möglichkeit, behinderte Kinder geeignet zu fördern. Die geschulten Heilpädagogen der BFI fahren deshalb zu Kindergärten in der gesamten Region. Dort können sie direkt vor Ort helfen. „Je eher die Kinder gefördert werden, desto besser“, sagt Pawlas. Er überreichte Hachmeister und Göttsche gestern zum Dank für ihre zehnjährige Mitarbeit jeweils einen Strauß Blumen. Eine symbolische Geste. Denn eigentlich sei die Arbeit der Frauen unbezahlbar, wie Pawlas anmerkte. Die Heilpädagogen der BFI sind generell allein unterwegs. Jede von ihnen betreut drei bis fünf Kinder pro Einrichtung – und zwar in der Woche.

„Wir arbeiten meist in kleinen Gruppen“, erläutert Hachmeister. Das soll helfen, die verhaltensauffälligen Kinder zu integrieren. Sowohl sozial und emotional, als auch im kognitiven Bereich oder der Wahrnehmung. „Die Kinder mögen beispielsweise nicht mit anderen Kindern spielen“, sagt Hachmeister. Auch könne es sein, dass Sprach- oder Essverhalten verzögert ausgebildet sind. Zusätzlich werde laut Hachmeister im leistungspraktischen Bereich gearbeitet. Das könne beispielsweise der Gang zur Toilette oder das richtige Verhalten in einer Gruppe sein. Jeder Mitarbeiter betreut ein Kind dabei sechs bis zwölf  Monate. „Anschließend muss erst neu bewilligt werden, ob das jeweilige Kind weiter gefördert wird“, erläutert Göttsche. „Wir können dabei nur einen Antrag an den Kreis stellen“, ergänzt BFI-Leiterin Wiebke Werth. Dieser werde zunächst im Sozialausschuss diskutiert.

Teilnahme an der Gesellschaft

Anschließend gehe der Antrag in den Gesundheitsausschuss. „Ärzte überprüfen dann, ob das jeweilige Kind uneingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann oder nicht“, so Wehr. Ist dies nicht der Fall, wird der Antrag bewilligt. Dabei werden dann die Maßnahmen und der Förderzeitraum festgelegt. „Das ist von Kind zu Kind unterschiedlich“, sagt Göttsche.

Hachmeister und Göttsche sind dankbar für ihre Aufgabe. Ans Aufhören denkt keine der beiden. „Wir wollen einfach den Kindern und ihren Familien sowie den Kindergärten helfen“, erläutert Hachmeister. Damit auch verhaltensauffällige und behinderte Kinder am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.

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