Innenstadt wird zum offenen Atelier

Vorfreude auf die Kunstausstellung in der Barmstedter Innenstadt: Marianne Patschull (von links), Andreas Riebesell (HGB), Anneli Hinz, Renate Volkland, Rainer Link,  Constanze Neumann (HGB), Ingrid Burmeister-Evers, Katja Krane, Christa Steinhauer, Heike Brinckmann (alle HGB) und Harald Cords.
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Vorfreude auf die Kunstausstellung in der Barmstedter Innenstadt: Marianne Patschull (von links), Andreas Riebesell (HGB), Anneli Hinz, Renate Volkland, Rainer Link, Constanze Neumann (HGB), Ingrid Burmeister-Evers, Katja Krane, Christa Steinhauer, Heike Brinckmann (alle HGB) und Harald Cords.

„Kunst im Schaufenster“ in 42 Barmstedter Geschäften / Abschluss mit verkaufsoffenem Sonntag am 30. August

shz.de von
15. Juli 2015, 16:00 Uhr

„Wir mussten ganz schön jonglieren, um alle unterzubringen – aber es ist uns geglückt“, sagt Heike Brinckmann (Handels- und Gewerbeverein Barmstedt). 52 Künstler hatten sich für die Aktion „Kunst im Schaufenster“ angemeldet, mit der vom 1. bis zum 30. August die Barmstedter Innenstadt verschönert werden soll. In 42 örtlichen Geschäften werden die Arbeiten hängen – umgeben von Spielzeug, Blumen, Kleidung oder Tabletten. „Auch die Leerstände werden gefüllt sein“, freut sich Brinckmann. So werden die Kita Rasselbande und die Kunstschüler des Gymnasiums die ehemaligen Geschäftsräume von Fahrrad Jepsen, Juwelier Twisselmann und Optik Strauss am Markt gestalten.

Einige der Künstler waren bereits bei der letzten Aktion vor zwei Jahren dabei – etwa Marianne Pattschull, die dieses Mal Motive aus ihrem Wohnort Barmstedt zeigt. „Zum Beispiel den mit Blumen gefüllten Schuh auf dem Stein, den ich in der Barmstedter Zeitung gesehen hatte.“ Auch das Schlossgefängnis und einen Weg im Rantzauer Forst hat sie in Öl verewigt. Sonst male sie eher Strände an der Ostsee. „Aber anlässlich der 875-Jahr-Feier habe ich mich für Barmstedt entschieden. Hier gibt es so viele schöne Plätze.“ Die Aktion motiviere sie dazu, „immer mal etwas Neues zu machen“, so Pattschull.


    Chinesische Philosophie und Acrylmalerei


Auch Harald Cords – der vor zwei Jahren Aktbilder ausgestellt hatte – hat sich in diesem Jahr einem anderen Thema gewidmet: „Es geht um chinesische Philosophie“, sagt der Barmstedter. Die Aussagen seiner vier Werke, die in der Buchhandlung Lenz hängen, seien allerdings nicht ganz einfach zu verstehen. „Da braucht man wohl fünf Minuten pro Bild.“ Anneli Hinz wird ihre Acrylmalereien im Blumengeschäft aushängen. „Da passen sie gut hin“, findet die Verwaltungsangestellte aus Horst, die normalerweise eher abstrakt malt. „Aber wegen der Blumen bietet sich eher Gegenständliches an.“ Eventuell werde sie ein Bild mit einem Elefanten zeigen, „der über den Laden wacht“.

Offiziell eröffnet wird die Ausstellung nicht. Grund: Am selben Tag richtet der NDR seine Stadtwette in Barmstedt aus. Es sei daher sinnvoller, den Abschluss zu feiern, so Brinckmann. Er wird am Sonntag, 30. August, zusammen mit dem „Barmstedter Kaffeeklatsch“ sein. Von 13 bis 18 Uhr werden dann die Geschäfte öffnen, und mindestens 20 Künstler werden anwesend sein, um interessierten Passanten ihre Arbeiten zu erläutern. „Wir wollen die Stadt in ein offenes Atelier verwandeln“, so Heike Brinckmann. Bei Harald Cords etwa können Besucher kalligrafische Schriften zeichnen. „Und ihr chinesisches Horoskopzeichen.“

Mit der Aktion wolle der HGB auch einen Beitrag zu Barmstedts 875-Jahr-Feier leisten, so Brinckmann. Und ziemlich einmalig sei sie auch: „Ich wüsste nicht, dass es in einer anderen Stadt in Schleswig-Holstein etwas Vergleichbares gibt.“

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