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Ersthelfer des THW : In vier Minuten am Einsatzort

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

First Responder: Ersthelfer des Barmstedter THW rücken aus, wenn Rettungswagen zu lange brauchen würden. Fälle nehmen zu.

shz.de von
erstellt am 25.Apr.2015 | 16:05 Uhr

Barmstedt | Sie rücken aus, wenn ein Menschenleben in Gefahr ist und ein Rettungswagen zu lange brauchen würde: die First Responder des Technischen Hilfswerks (THW) Barmstedt. Und ihre Einsätze häufen sich: Allein in diesem Jahr mussten die Ersthelfer bereits acht Mal ausrücken – davon mehrmals innerhalb einer Woche. Einen bestimmten Grund für die Häufung gäbe es nicht, sagte Christian Mandel, Sprecher der Rettungsdienst Kooperation in Schleswig-Holstein (RKiSH). „Das dürfte Zufall gewesen sein.“

Die gesetzlich vorgeschriebene Hilfsfrist, innerhalb derer ein Rettungswagen am Einsatzort sein muss, betrage zwölf Minuten, so Mandel. In der Barmstedter Rettungswache An der Bahn, die rund um die Uhr besetzt ist, sei nur ein Wagen stationiert. „Da kann es natürlich vorkommen, dass der gerade weiter weg im Einsatz ist.“ Auch Wartezeiten vor Bahnübergängen oder Behinderungen durch Arbeiten könnten die Anfahrtzeiten verzögern.

Wenn die Leitstelle feststelle, dass es kein Wagen in der vorgegebenen Zeit schaffen würde, würden die First Responder alarmiert. „Einer unserer Wagen kommt aber auf alle Fälle auch noch“, so Mandel. Die erste Hilfe leisteten aber die First Responder. „Sie sind kein Ersatz für uns und nicht gefordert, aber wir sind froh, dass wir sie haben“, so Mandel. Oft seien die Gruppen der Feuerwehr angegliedert.

In Barmstedt gibt es die Gruppe seit 2007. Zwölf Helfer haben die Ausbildung zum Sanitäter absolviert. Die Notfälle reichen von Platzwunden über Knochenbrüche bis zu Atemnot. „Inzwischen haben wir drei Mal erfolgreich eine Reanimation durchgeführt“, zählt Müller auf. „Ohne die schnelle Hilfe wären die Betroffenen heute nicht mehr am Leben“, sagt Gruppenleiter Adrian Ruffert stolz. „Unsere Ausrückzeit ist sehr kurz. Meist schaffen wir es, mit mehreren Personen innerhalb von vier Minuten im Auto zu sitzen“, berichtet Markus Müller. Bei der Alarmierung werde zwar ein Stichwort angegeben, doch was sich tatsächlich hinter dem Notfall verbirgt, wissen die Helfer erst, wenn sie angekommen sind. „Je nach Dringlichkeit werfen wir auch mal nur die Einsatz-Jacke über oder fahren in privater Kleidung los“, sagt Christian Lübbing. Bei Unfällen dagegen sei es Pflicht, die komplette Einsatz-Kleidung zu tragen.

Manchmal sei nach den Einsätzen ein Gespräch mit einem Notfallseelsorger nötig, so Ruffert. „Einsätze mit Kindern sind zum Beispiel sehr belastend.“ Keiner brauche sich zu schämen, Hilfe in Anspruch zu nehmen – im Gegenteil: „Nach dem Einsatz, bei dem in der Kampstraße ein Kind tödlich verunglückte, waren alle Beteiligten froh, darüber reden zu können.“

Inzwischen seien die Ersthelfer den meisten hauptamtlichen Einsatzkräften bekannt, sagt Ruffert. „Nur manchmal, wenn ein Rettungswagen von außerhalb kommt, sind die erstaunt, dass es hier so eine Gruppe gibt.“ Die Zusammenarbeit klappe jedoch hervorragend, und die Akzeptanz wachse von Einsatz zu Einsatz.

Finanziert werden die Ersthelfer zum größten Teil über den THW-Helferverein: Ausbildung, Ausrüstung und das Fahrzeug der Gruppe wurden von den Förderern bezahlt. „Für Steuer und Versicherung konnten wir einen Sponsor gewinnen“, so Müller. Weitere Unterstützung – sowohl personell als auch finanziell – sei jederzeit willkommen.

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