In Rambo-Manier über die Piste

Für dieses Fahrzeug war das Rennen beendet. Es wurde aus dem Weg geräumt.
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Für dieses Fahrzeug war das Rennen beendet. Es wurde aus dem Weg geräumt.

Stockcar-Rennen in Langeln: 35 Teilnehmer kämpfen mit Schrottautos um den Sieg / Hunderte Zuschauer säumen die Strecke

shz.de von
27. August 2018, 16:00 Uhr

Mit der friedlichen Stille in Langeln ist es vorbei, wenn Patrick Kühn zum Stockcar-Rennen aufruft. Am Sonnabend war es wieder soweit: Auf seiner Koppel an der Dorfstraße versuchten die Fahrer der Schrottautos mit allen Mitteln – ob fair oder unfair –, die Gegner auszuschalten und den Sieg zu erringen. „In diesem Jahr sind insgesamt 35 Teilnehmer in sechs Klassen gemeldet“, teilte Organisator Kühn mit, der sich mit diesem Ergebnis zufrieden zeigte. „Unser Einzugsgebiet ist Schleswig-Holstein und Hamburg.“

Das Rennen begann nach eingehender Information der Teilnehmer bereits in den frühen Morgenstunden. An der Strecke hatten sich mehrere hundert Zuschauer versammelt, die sich auch von den häufigen Regenschauern nicht abschrecken ließen – und wahrscheinlich froh waren, dass das kühle Nass dafür sorgte, dass sie nicht komplett eingestaubt wurden. Für die einzelnen Rennen versammelte sich Pulk für Pulk und Klasse für Klasse am Start. Sobald sich die Flagge des Starters senkte, heulten die Motoren laut auf und die Schrottkisten, die den Tüv das Entsetzen hätten lehren können, schossen vorwärts. Die Fahrer hielten die Lenkräder fest umklammert und unternahmen alles, um als Erster die Ziellinie zu überfahren. Sie schubsten, drängelten und schreckten auch nicht davor zurück, absichtlich Unfälle herbeizuführen, um auf diese Weise ihre Konkurrenten auszuschalten. Wer auf die Seite oder aufs Dach flog oder einfach nur stehenblieb, wurde mit Hilfe von Ordnungskräften und PS-starken Treckern wieder flott gemacht, wenn es möglich war. Für manchen Fahrer war aber auch nach einem Crash Schluss mit lustig: Er verwandelte sich von einem rücksichtslosen Rambo zurück in einen friedfertigen Fußgänger und verfolgte das Schrottkistenrennen fortan als Zuschauer.


Zerstörungslauf zum Abschluss

Wer zum Schluss übrig blieb, nahm einem so genannten Zerstörungslauf teil, der noch einmal die Spreu vom Weizen trennte. In die Wertung flossen die Zahl der Runden, die jemand zurückgelegt hatte, sowie die erreichte Punktezahl ein. Die drei Besten in jeder Klasse erhielten Pokale und Sachpreise.
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