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Ein „Leuchtturm“ für Barmstedt : In der Innenstadt wird ein Integrationszentrum eröffnet

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Entscheidung über eine neue Flüchtlingsunterkunft soll am 29. September fallen. Wöchentlich soll es diverse Angebote geben.

Barmstedt | Barmstedt bekommt ein Integrationszentrum. In einem Teil der früheren „Nanu“-Räume an der Reichenstraße wird am kommenden Mittwoch, 30. September, eine Anlauf- und Begegnungsstätte für Flüchtlinge und Bürger eröffnet. Das hat Stadtsprecher Wolfgang Heins gestern mitgeteilt. „Die Räume wurden von Ehrenamtlichen und mit Hilfe vieler Sponsoren hergerichtet“, so Heins. Die Miete zahle die Stadt.

In dem neuen Zentrum, das den Namen „Leuchtturm“ erhält, werde es wöchentlich diverse Angebote geben – angefangen bei professioneller Flüchtlingsberatung über Sprachkurse und Schulungen bis zum Willkommens-Café, bei dem sich Bürger und Migranten kennenlernen können. „Außerdem steht nach Absprache und in Anwesenheit eines Ehrenamtlichen ein PC zur Verfügung, der zum Beispiel zur Wohnungssuche oder dazu genutzt werden kann, unbürokratisch einen Brief zu schreiben“, so Heins.

Während das Integrationszentrum in wenigen Tagen eröffnet wird, lässt die an der Feldstraße geplante Flüchtlingsunterkunft weiter auf sich warten. Wie berichtet, hatte der Hauptausschuss am Dienstagabend beschlossen, eine Alternative zum derzeit vorliegenden Angebot – ein Gebäude mit sechs Wohneinheiten für bis zu 20 Personen für 735.000 Euro – prüfen zu lassen. Die Verwaltung soll prüfen, ob ein Bau auf Holzständerbasis für 24 Personen für 500.000 Euro möglich ist. Das hatte Ernst-Reimer Saß (CDU) angeregt. „Das sind fast 250.000 Euro weniger. Wir haben nicht so viel Geld, dass wir es einfach zum Fenster rauswerfen könnten“, sagte er.

Dass das Haus mit 735.000 fast 300.000 Euro mehr kosten soll als ursprünglich geplant, liege an „erheblichen Planungsfehlern der Architekten“, sagte der Ausschussvorsitzende Peter Gottschalk (FWB). So sei der Verwaltung bei der Überprüfung aufgefallen, dass Leistungen nicht berücksichtigt oder in falscher Höhe angesetzt worden seien. Sollte das Haus dennoch gebaut werden, würde sich die Finanzierungszeit verlängern, erklärte Peter Knaak (Verwaltung). Die Stadt will ihre Kosten durch die Mieten wieder hereinholen. Langfristig soll das Gebäude als reguläres Wohnhaus genutzt werden. Das sei auch möglich, wenn es auf Holzständerbasis gebaut werde, sagte Saß.

Zur offiziellen Eröffnung des Integrationszentrums sind wegen des begrenzten Platzes nur geladene Gäste geladen. Für die Bürger ist später ein Tag der offenen Tür geplant.

Letztlich beschlossen die Politiker bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen (jeweils CDU), dass das Ergebnis der Prüfung dem Hauptausschuss am 29. September vorgestellt wird. Sollte sich dann zeigen, dass sich das alternative Angebot nicht realisieren lässt, „würden wir das bisherige befürworten“, so Gottschalk. Denn die Zeit dränge – worüber sich alle einig waren. „Die Flüchtlingszahlen werden immer dramatischer“, sagte Michael Schönfelder (FWB). Aber 250.000 Euro seien „natürlich eine Summe. Daher sollten wir schon noch einmal prüfen – aber ruck-zuck! Spätestens im Mai sollte die Unterkunft stehen.“

Hauke Johannsen (CDU) sprach sich als Einziger gegen einen Neubau aus. „Für das Geld könnten wir zwei vorhandene Häuser kaufen“, sagte er. „Das ginge viel schneller.“ Das Amt Rantzau etwa habe ein leer stehendes Gebäude für 400.000 Euro erworben, in dem 25 Personen untergebracht werden könnten. „Und sie haben offenbar schon ein Auge auf weitere Objekte geworfen.“

Die Stadt habe bereits ein Haus gekauft, sagte Gottschalk. „Und wir suchen weiter.“ Heins erklärte gestern, am 29. September solle der Hauptausschuss den Kaufvertrag für zwei Gebäude am Spitzerfurth und an der Düsterlohe beschließen. Zwei Häuser an der Gebrüderstraße, die der Meierei gehören, kämen dagegen nicht als Flüchtlingsunterkunft in Betracht. Die Verwaltung habe beim Betrieb angefragt, aber eines sei unbewohnbar, „und das andere braucht die Meierei für Azubis und Schichtarbeiter, die nachts nicht nach Hause fahren“, sagte Heins.

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erstellt am 24.Sep.2015 | 10:00 Uhr

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