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Unsere Landwirte : In der dritten Generation aktiv

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ulf Glismann führt seit 1987 die Baumschule seiner Familie in Bullenkuhlen. Der Hof wird 1621 erstmals urkundlich erwähnt.

shz.de von
erstellt am 17.Mai.2014 | 12:30 Uhr

Bullenkuhlen | Im Kreis Pinneberg gibt es etwa 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen und der Stadt Barmstedt vor. Im 20. Serienteil erzählen Mitglieder der Familie Glismann aus Bullenkuhlen, warum sie bereits seit Ende der 50er-Jahre erfolgreich eine Baumschule vor den Toren der Schusterstadt betreiben.

Es ist Hochsaison, und das bedeutet für die Familie Glismann sowie sämtliche Mitarbeiter ihrer Baumschule vollen Einsatz. Das gilt insbesondere auch für den 52-jährigen Inhaber, Ulf Glismann, für den die Nachtruhe bereits gegen 5.45 Uhr endet. Dann heißt es: aufstehen, frühstücken und mit den Arbeitsvorbereitungen beginnen. Obligatorisch ist die morgendliche Besprechung mit den acht Mitarbeitern, bei der festgelegt wird, was über den Tag geschafft werden muss.

Unterstützung erhält Ulf Glismann von Ehefrau Silke, die sich unentbehrlich im Büro gemacht hat und einen großen Teil der dort anfallenden Arbeit erledigt. Als gelernte Kauffrau ist sie für diese Tätigkeit geradezu prädestiniert. Von den drei Töchtern hat sich Gesa (23) als einzige für den Beruf der Gärtnerin mit Fachrichtung Baumschulerin entschieden und wird einmal den elterlichen Betrieb übernehmen.

„Ich möchte in Ellerhoop den Meisterbrief erwerben“, verrät sie unserer Zeitung. Sie geht beruflich damit den gleichen Weg wie ihr Vater, der ebenfalls nach erfolgreichem Abschluss der entsprechenden Ausbildung den Meister ablegte. Beiden ist auch gemeinsam, dass sie in den Betrieb hineingewachsen sind, genaue Kenntnis der verschiedenen Arbeitsabläufe besitzen und wissen, was es bedeutet, dafür Verantwortung zu tragen.

„Meine Tochter hat die Licht- und Schattenseiten kennengelernt und eine realistische Vorstellung von den Bedingungen eines Baumschulbetriebs entwickelt“, formuliert Ulf Glismann. Als Chef ist er bemüht, ein gutes, familiäres Verhältnis zu seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu entwickeln. Das schließt selbstverständlich auch die beiden Lehrlinge ein, die er unter seine Fittiche genommen hat: Die Baumschule Glismann ist ein anerkannter Ausbildungsbetrieb.

Wenn sich Familie Glismann von der Arbeit erholen möchte, dann legt sie einen kurzen Urlaub an der Nordsee oder einen längeren an der Ostsee ein, wobei das Rad niemals fehlen darf. Ulf Glismann ist zudem ehrenamtlich in der örtlichen Feuerwehr als Wehrführer engagiert und wirkt, ebenso wie Ehefrau Silke, als Gemeindevertreter im Kommunalparlament mit.

Der Hof, 1621 erstmals urkundlich erwähnt, befindet sich in der sechsten Generation in Familienbesitz. Als Baumschule besteht er seit 1958, gegründet von Walter und Doris Glismann. Die Anzucht begann mit Rosen, Stauden und Erdbeerpflanzen, erweitert wurde der Betrieb mit der Kultur von Wild- und Ziersträuchern. Später kamen noch Laubgehölzjungpflanzen (Steckholz), Heister und Solitärsträucher hinzu. „Außerdem haben wir die Ländereien und das Gebäude von Werner Glismann, in direkter Nachbarschaft gelegen, auf Leibrente übernommen“, berichtet Seniorin Doris Glismann. Dies geschah 1977. Zehn Jahre später trat Sohn Ulf in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters. Seitdem führt er mit Ehefrau Silke den Betrieb.

Die Kulturen wurden beibehalten, das Sortiment jeweils der Zeit angepasst. Heute dienen 15 Hektar der Baumschulproduktion. Weitere zehn werden zur Vermeidung von Bodenmüdigkeit mit Gründünger, seit einigen Jahren einjähriges Weidelgras, eingesät. „Außerdem wird durch wiederholte Pferdemistgaben der Humusgehalt der Baumschulflächen verbessert“, so der Inhaber.

Der Standort der Baumschule Glismann in Bullenkuhlen bietet viele Vorteile. So ist es dort möglich, auf humosen, leicht anlehmigen Sandböden Wurzelnackte Baumschulpflanzen zu kultivieren. Einige Flächen mit etwas schwereren Böden lassen die Produktion von Rosen und Ballenpflanzen zu. Das günstige Schleswig- Holsteinische Klima mit 800 bis 900 Millimeter Jahresniederschlag trägt dazu bei, dass jedes Jahr eine erfolgreiche Baumschulpflanzengeneration heranwächst.

Die Baumschule Glismann, Wiesengrund 6, in Bullenkuhlen wird von Ulf und Silke Glismann geführt. Gegründet wurde der Hof 1621, damals wurde er erstmals urkundlich erwähnt. Als Baumschule besteht er seit 1958, gegründet von Walter und Doris Glismann. Größe: Auf 30 Hektar Anbaufläche werden verpflanzte Wild- und Ziersträucher, Landschaftsgehölze, Heckenpflanzen, Heister, Solitärsträucher, steckholzvermehrte Jungpflanzen, Rosen, Stauden und Bodendecker produziert. Wildsträucher mit verschiedenen Herkünften gehören ebenfalls zum Sortiment.
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