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Bahn am See : In Barmstedt wird wieder Boule gespielt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Neues Angebot: Senior-Trainer laden zwei Mal pro Woche zum Spielen ein. Weiteres Ziel: Aufbau einer Mannschaft.

Barmstedt | Auf der Wiese zwischen der Schlossinsel und dem Bootssteg am Rantzauer See herrscht ausgelassene Stimmung: Etwa ein Dutzend Frauen und Männer haben sich um die Boule-Bahn gruppiert und werfen abwechselnd silberne Kugeln in Richtung des „Schweinchens“, der kleinen orangen Kugel auf dem Sandfeld. Jeder Wurf wird von den Zuschauern fröhlich kommentiert. Die Barmstedter Senior-Trainer haben die Boule-Bahn, die 2010 auf Initiative von Wilfried Quell und dem damaligen Hörnerkirchener Amtsvorsteher Jörg Bucher angelegt worden war, wiederbelebt. Seit kurzem bieten sie dort zwei Mal pro Woche – montags und mittwochs jeweils von 15 bis 17 Uhr – offenes Spielen an. „Jeder kann einfach vorbeikommen und mitmachen“, betonen die Senior-Trainer Horst Bühmann und Kurt Bies, die die Treffen federführend organisieren.

In Frankreich ist Boule („Kugelspiel“) quasi ein Nationalsport: Es wird auf zahlreichen öffentlichen Plätzen betrieben. Das Ziel der zwei Mannschaften ist es, mit den eigenen Kugeln möglichst nah an eine Zielkugel („Schweinchen“) zu gelangen. Die Wurzeln des Spiels reichen bis ins fünfte Jahrhundert vor Christus zurück. Vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert wurde es häufig verboten.

„Wir hatten uns das in Dithmarschen angeguckt, wo es feste Boule-Gruppen gibt, und fanden, dass es auch eine gute Idee für Barmstedt ist“, sagte Bies. Sie hätten sich die Ausstattung und einen Kasten dafür besorgt, in dem die Kugeln neben der Bahn verwahrt werden. Ein großes Schild weist auf die festen Termine hin. „Darüber hinaus kann man aber auch abweichende Termine mit uns vereinbaren“, betont Bühmann.

Auch die Stadt habe das Projekt unterstützt, berichten die Initiatoren: Der Bauhof habe zwei neue Bänke an der Bahn aufgestellt. „Das finden wir super, weil sich viele während der Spielzeit doch mal hinsetzen wollen“, so Senior-Trainer Behrend Otzen. Wie beliebt das neue Angebot ist, zeige die große Resonanz der Passanten, die spontan mitspielen, berichtete Bühmann. „Bisher hat nur einer abgelehnt, den ich gefragt habe.“ Bei den festen Terminen schwanke die Gruppengröße zwischen vier und 20, je nach Wetter. Es werden zwei Mannschaften gebildet, die nach den regulären Boule-Regeln spielen – bis auf eine Ausnahme: „Bei uns werfen die Spieler immer abwechselnd“, so Otzen. Das sei eigentlich anders. Die 15 Meter lange Bahn könne von beiden Seiten aus bespielt werden, erklärt Bühmann. Wichtig sei, dass das „Schweinchen“ in einer Entfernung zwischen sechs und zehn Metern liege. Der Spieler steht in einem „Abwurfkreis“.

Mittelfristig wollen die Senior-Trainer versuchen, eine eigene Boule-Mannschaft aufzubauen. „Dann wollen wir auch mal bei einem Wettkampf gegen andere spielen“, so Bies. Nach dem ersten Anlauf vor sieben Jahren sei das Angebot leider eingeschlafen, „weil keine Gruppe zustande kam“, wie Quell berichtete. Das soll jetzt anders werden.

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erstellt am 05.Apr.2017 | 12:30 Uhr

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