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Barmstedt : Im Krückaupark bleibt’s dunkel

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

„Angst-Ecken“ in Barmstedt: Wanderwege am Rantzauer See und an der Krückau sind unbeleuchtet. Der Polizei sind aber keine Vorfälle bekannt.

Nicht nur ein Gang durch den Elmshorner Steindammpark ist bei Dunkelheit unheimlich (diese Zeitung berichtete). Auch in Barmstedt gibt es dunkle Ecken. Wer beispielsweise in diesen Tagen abends allein um den Rantzauer See spazieren gehen will, sollte unerschrocken sein: Während die Oakhampromenade im Westen des Sees beleuchtet ist, ist es auf der gegenüberliegenden Middelfart-Allee zappenduster. Und wer vom See aus weiter in Richtung Innenstadt oder zur Kirche will und dafür an der Krückau entlang und durch den Krückaupark geht, der tappt ebenfalls im Dustern: Laternen sind dort nicht zu finden.

Doch trotz der unheimlich anmutenden Atmosphäre: Passiert sei dort in den vergangenen Jahren nichts, wie Barmstedts Polizeichef Peter Kroll auf Anfrage dieser Zeitung berichtete. „Auch um den See sind uns keine Vorfälle bekannt.“ Grundsätzlich, meint er, gebe es „immer Orte, wo man nicht gerne langgeht und sich dann auch fragen sollte, wenn man sich unwohl fühlt, ob man da langgehen muss. Aber Hysterie und Panikmache bringen uns nicht weiter.“

Barmstedts Gleichstellungsbeauftragte Petra Krämer sieht ebenfalls keinen Anlass zu übertriebener Sorge. Ihr selbst sei noch nie etwas passiert, „auch um den See nicht. Und ich habe auch noch nie gehört, dass jemand bestimmte Gebiete in Barmstedt meidet“, sagte sie. Sie könne sich auch nicht vorstellen, „dass man hier irgendwo Angst haben muss. Gott sei Dank ist das hier ein ruhiges Pflaster.“

Kroll berichtete lediglich von einem Fall vor mehreren Jahren, als eine Frau belästigt worden war: Sie war abends auf dem Verbindungsweg zwischen der Reichenstraße und dem Holstenring unterwegs – ein beleuchteter Weg mitten in der Stadt. Eine versuchte Vergewaltigung nach der Blau-Weißen-Nacht am 6. Februar 2011 passierte in der Theodor-Storm-Straße – im Wohngebiet.

Auch der Stadt sind am See oder im Krückaupark keine Fälle von Belästigungen bekannt, wie Pressesprecher Wolfgang Heins sagte. „Wir überlegen aber, die Beleuchtung rund um den See zu verbessern.“ Allerdings sei das vor allem eine Kostenfrage. „Da wären wir ganz schnell im fünfstelligen Bereich.“ Sollte die Idee konkreter werden, „würden das deshalb als Projekt im Rahmen des Holsteiner Auenlands anmelden, um Zuschüsse zu erhalten“. Zugrunde liege der Überlegung aber weniger die Sorge vor Belästigungen als vielmehr, Besuchern den Rundgang um den See zu erleichtern, so Heins. „Wir würden auf dem Wanderweg einen Streifen befestigen, damit auch Rollstuhlfahrer problemlos um den See kommen.“ In diesem Zuge könnte dann auch eine Beleuchtung installiert werden.

Die Politik habe sich mit dem Vorschlag noch nicht befasst, sagte Heins. Und da es sich um eine freiwillige Leistung handle, sei ein Okay nicht selbstverständlich. „Es wird schon gefragt, ob wir uns das leisten könnten. Es ist zwar kein riesiger Betrag, aber zurzeit gibt der Haushalt das im Grunde nicht her.“ Umgesetzt würde das Vorhaben jedoch frühestens 2017, so Heins. „Für nächstes Jahr haben wir beim Auenland schon zwei andere Projekte angemeldet.“

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erstellt am 01.Nov.2015 | 08:30 Uhr

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