Jahresvorschau für Amt Hörnerkirchen : Im Amtsbezirk wird kräftig umgebaut

Eingerüstet präsentiert sich derzeit die alte Gaststätte am Westerhorner Bahnhof. Geschäftsmann Kay Sierk will hier ein Grünes Warenhaus einrichten. In die neue Dorfmitte soll auch das historische Bahnhofsgebäude eingebunden werden.
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Eingerüstet präsentiert sich derzeit die alte Gaststätte am Westerhorner Bahnhof. Geschäftsmann Kay Sierk will hier ein Grünes Warenhaus einrichten. In die neue Dorfmitte soll auch das historische Bahnhofsgebäude eingebunden werden.

In Brande-Hörnerkirchen entstehen ein neuer Edeka und ein Wohngebiet, in Westerhorn wird rund um den Bahnhof Dauenhof gearbeitet.

shz.de von
05. Januar 2018, 16:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Der Amtsbezirk Hörnerkirchen verändert sich: An zahlreichen Ecken, aber vor allem in Brande-Hörnerkirchen und Westerhorn, wird in diesem Jahr gebaut. Der „Wohnpark im Grünen“ und der neue Edeka-Markt werden zwei beherrschende Themen in Brande-Hörnerkirchen im Jahr 2018 sein. Außerdem hat die Gemeinde im kommenden Jahr das Kreissportfest zu Gast, das unter Regie des SV Hörnerkirchen laufen soll, und an der Rosentwiete sind etwa 30 Baugrundstücke geplant. Dort hofft Bürgermeister Siegfried Winter, dass die Erschließung im Frühjahr starten kann.

Schon fast Routine geworden ist im Amtsbezirk die mobile Sparkasse. Stets am Freitag zur Marktzeit fährt das rote Fahrzeug vor, positioniert sich auf dem Marktplatz und wartet auf Kundschaft. In dem Wagen können die wichtigsten Geldgeschäfte erledigt werden, demnächst soll ein größeres Fahrzeug mit einem ausgefeilteren Innenleben das aktuelle Model ablösen.

Bürgermeister Winter bezeichnet das Sparkassen-Mobil als gute Idee, die „für die Bürger hier ein ganz großer Vorteil ist“. Ähnlich sieht es Amtsvorsteher Bernd Reimers, der betont, dass Sparkassen-Mitarbeiter vor Ort vor allem für die Senioren in den vier Amtsdörfern nach der Schließung der Volksbank-Filiale „sehr wichtig sind“.

Das ganze Jahr ein Thema sein dürfte der geplante „Wohnpark im Grünen“. In Sichtweite zu Kirche und Feuerwehr sollen auf einem knapp einen Hektar großen Areal kleine Einzelhäuser für ältere Menschen entstehen. Das für den Wohnpark auserkorene Gelände befindet sich zwischen Steinstraße, Kösterkoppel und Kirchenstraße. Zurzeit gehören die Flächen noch Privatleuten. Die gärtnerische Nutzung des dort ansässigen Gartenbaubetriebs wurde bereits vor einiger Zeit aufgegeben.

Geplant sei der Bau von kleinen Häusern „für Menschen, die heute noch in großen Häusern mit Garten wohnen, und die sich verkleinern wollen“, so Winter. Auch ein Gemeinschaftshaus zur „Steigerung der Lebensqualität“ samt Sportangeboten ist vorgesehen. Während einer Einwohnerversammlung wurde die Öffentlichkeit bereits über das Projekt informiert (wir berichteten).

Für den neuen Edeka-Markt hofft Winter „auf eine Eröffnung zum 1. November“. Wer zurzeit durch Hörnerkirchens Dorfzentrum fährt, bemerkt fast zwangsläufig die große Baustelle an der Marktplatz-Kreuzung. Auf dem Gelände in der Steinstraße 2 wurde ein altes Gebäudeensemble abgerissen, um Platz für das neue Lebensmittel-Einzelhandelsgeschäft zu machen. Kaufmann Andreas Boost will sein altes Edeka-Geschäft am Markt aufgeben und kräftig expandieren. Die bisherige Verkaufsfläche von 700 Quadratmetern soll mehr als verdoppelt werden.

Boost will in seinem neuen Markt zukünftig 35 Angestellte beschäftigen, zwölf zusätzliche Mitarbeiter sollen eingestellt werden. Statt wie bisher 12 000 Artikel will er zukünftig 25 000 im Sortiment haben. Auch für einen Besucheransturm ist vorgesorgt. 120 Parkplätze sind für den Markt geplant. „Bauherr ist die Edeka Nord“, sagt Boost.

In Westerhorn dürfte das Zentrum des Ortes in diesem Jahr im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehen. Geplant sind umfangreiche Umgestaltungen auf beiden Seiten der Bahnlinie Hamburg-Neumünster.

Während der letzten Sitzung der Gemeindevertretung in 2017 verkündeten Westerhorns Politiker, dass sich der Ort erstmals am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ beteiligen möchte. Die drei bestplatzierten Orte werden mit Urkunden und Plaketten ausgezeichnet. Der Sieger erhält obendrein eine finanzielle Förderung von maximal 10  000 Euro und qualifiziert sich außerdem für den Wettbewerb auf Bundesebene 2019.

Westerhorn will sich mit dem Projekt „Neue Mitte Westerhorn“ mit den Eckpunkten „Bike & Ride“ und „Park & Ride“ sowie dem Grünen Warenhaus von Kay Sierk bewerben. Auch die Umbau-Planungen des Bahnhofsgebäudes, das ebenfalls Sierk gehört, sollen mit einfließen. Bürgermeister Reimers hofft, dass gerade dieses Zusammenspiel von Gemeinde und privatem Geschäftsmann die Wettbewerbs-Chancen Westerhorns steigern. „Die Ausrichter sehen so etwas ausgesprochen gern“, sagt er. Bei den Themen „Park & Ride“ samt Grünflächen sowie „Bike & Ride“ sind die Planungen schon weit vorangeschritten.

Der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein, kurz Nah.sh, hat sich das Areal bereits angesehen und Fördergelder zugesagt. Auf der westlichen Seite der Bahnlinie sollen insgesamt 72 Stellplätze für Fahrräder entstehen, davon 24 als Sammelschließanlage. Auf der östlichen Seite sind 24 Stellplätze geplant.

Für eine integrierte Grünfläche sollen Gelder beim Holsteiner Auenland eingeworben werden. Die Metropolregion Hamburg soll als Geldgeber für die „Bike & Ride“- und die „Park & Ride“-Anlagen mit ins Boot geholt werden. Verkauft hat die Gemeinde mittlerweile das östlich des Gemeindezentrums Lindenhof gelegene Haus. Das Gebäude samt dem rund 500 Quadratmeter großen Grundstück soll „erhalten bleiben und zukünftig privat genutzt werden“, sagt Reimers. Der hintere Teil des ursprünglichen Grundstücks fließt in die Parkplatz-Planungen der Gemeinde mit ein.

Auch die Deutsche Bahn (DB) will in diesem Jahr mit einem Bauprojekt in Westerhorn beginnen. Voraussichtlich im vierten Quartal sollen die ersten Bauarbeiten für die Lärmschutzwände im Ort beginnen. 2019 soll das Projekt abgeschlossen sein. Finanziell belasten wird die Westerhorner Gemeindekasse 2018 aller Voraussicht nach die Erneuerung des Gehwegs in der Florastraße zwischen Redder und Dorfstraße. Die Schätzungen gehen aktuell von Baukosten in Höhe von 120 000 Euro aus. Hinzu würden noch die Kosten für die mögliche Entsorgung von belasteten Baustoffen kommen.

Ob zwischen Bokel und Lutzhorn ab diesem Jahr die Kreisstraße 2 saniert wird, ist noch unklar. Der Verkehrsausschuss des Kreises Pinneberg hatte sich im vergangenen Jahr dafür ausgesprochen, die Straße innerhalb von zwei Jahren zu erneuern, wenn eine Förderung seitens des Lands gewährt wird.

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