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Barmstedter Zeitung

18. November 2017 | 20:42 Uhr

„Ich wusste sofort: Die will ich!“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

50 jahre eheglückMargarethe und Karl-Heinz Naujoks begegneten sich zufällig im Imbiss – jetzt feiern sie goldene Hochzeit

Immer miteinander reden und in jeder Situation füreinander da sein: Das ist das Ehe-Rezept von Margarethe (Maggi) und Karl-Heinz Naujoks (beide 73), die am Freitag ihre Goldhochzeit feierten. Sie lernten sich im damaligen Imbiss von Ernst Schack an der Reichenstraße kennen. „Ich kannte keine Currywurst und war begeistert“, erzählt Maggi Naujoks. Als ihr späterer Mann die Imbissbude besuchte, saß sie mit zwei Freundinnen dort. „Sie war die kleinste, hatte einen grauen Pullover an und gefiel mir derart, dass ich sofort wusste: Die will ich!“, sagt Karl-Heinz Naujoks. Im Kino traute er sich, mit ihr zu flirten.

1967 wurde das Paar in der Heiligen-Geist-Kirche von Pastor Wolfgang Henrich getraut. „Der zuständige Pastor Helmut Vierzig wollte uns nur trauen, wenn wir unterschrieben hätten, dass wir unsere Kinder evangelisch erziehen würden“, erinnert sich Maggi Naujoks, die katholisch war. Das lehnte das Paar ab. Als Vierzig im Urlaub war, vertrat Henrich ihn, sagte: „Vor Gott gibt es kein Papier“ und vollzog die Trauung.

Maggi Naujoks wurde in Österreich geboren . „Ich lebte in Kärnten und erfuhr, dass Gabor in Barmstedt Mitarbeiter suchte“, erzählt sie. 1965 – mit 21 Jahren – ging sie das Abenteuer ein, in den Norden zu ziehen. Sie arbeitete ein halbes Jahr in der Bodenabteilung der Firma, die ihr ein Zimmer an der Feldstraße besorgt hatte. Danach arbeitete sie in der Mantelfabrik Erle in Ellerau. Ihr späterer Ehemann war als Zweijähriger mit seiner Familie aus Gumbinnen (Ostpreußen) geflohen. Sie landeten in Hemdingen, wo er bis zu seinem 14. Lebensjahr wohnte. Als begeisterter Fußballer, der er bis heute ist, trug er die Barmstedter Zeitung aus und arbeitete als Torfstecher. „Damit ich mir Fußballschuhe kaufen konnte“, sagt er, der seit 61 Jahren dem SSV Rantzau angehört und Ehrenmitglied ist.


Fußball bestimmte ihre Freizeit


Beim ehemaligen Bäcker Walther an der Chemnitzstraße ging Naujoks in die Lehre. „Ich habe bei freier Kost und Logis zwölf Mark im ersten Lehrjahr und als Geselle immerhin 100 Markt verdient“, so Naujoks, der später als Bäcker in der Rugenbergener Mühle in Bönningstedt und anschließend als Rohrleger in Hamburg arbeitete.

„Fußball hat unsere Freizeit bestimmt“, sagt Maggi Naujoks. Ihr Ehemann war bis zu den Superoldies aktiv, war im Vorstand und Schiedsrichterobmann sowie „diplomierter Grillmeister“. Maggi Naujoks war Trainerin, Betreuerin und Jugendleiterin im SSV. Beide betreuten jahrelang die Ballerbude. Zudem sind beide aktive Mitglieder im Sozialverband Ellerhoop. Urlaube mit ihren beiden Kindern verbrachten sie in Kärnten. Allein flog das Paar mit Fußballfreunden nach Fuerte Ventura und Gran Canaria.

2013 traf das Paar ein Schicksalsschlag: Ihr Sohn Thorsten verunglückte am damals noch unbeschrankten Bahnübergang am Bornkamp tödlich. Er hinterließ seine Ehefrau und drei Kinder. „Es war für uns ein sehr harter Schlag, aber der enorme Familienzusammenhalt mildert die schwere Zeit etwas ab“, sagt Maggi Naujoks, die immer sehr viel Wert auf Familie gelegt hat und die regelmäßigen Oma-Tage mit ihren fünf Enkeln genießt. Vor kurzem nahmen die Naujoks zum ersten Mal an der Radtour des Beig-Verlags teil. „Es war spitze, wir machen wieder mit“, so die beiden.

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