"Ich würde wieder Lehrer werden"

Die Schul-, Mittel- und Oberstufenleiter aus Barmstedt und Umgebung brachten ihrem scheidenden Kollegen ein selbst gedichtetes Lied dar.  Pergande (2)Erster Stadtrat Michael Schönfelder (FWB, links) und Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB, rechts) bedankten sich bei Jörn Karnowsky und dessen Ehefrau Christiane mit Präsenten und Blumen.
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Die Schul-, Mittel- und Oberstufenleiter aus Barmstedt und Umgebung brachten ihrem scheidenden Kollegen ein selbst gedichtetes Lied dar. Pergande (2)
Erster Stadtrat Michael Schönfelder (FWB, links) und Bürgervorsteher Christian Kahns (FWB, rechts) bedankten sich bei Jörn Karnowsky und dessen Ehefrau Christiane mit Präsenten und Blumen.

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01. Februar 2013, 01:14 Uhr

Barmstedt | Nach 22 Jahren Dienst als Leiter der Barmstedter Albert-Schweitzer-Schule (ASS) und insgesamt 36 Jahren als Lehrer ist Jörn Karnowsky (63) gestern in den Ruhestand verabschiedet worden. Mit einer großen Abschiedsfeier in der ASS wünschten ihm viele langjährige und ehemalige Weggefährten alles Gute für die Zukunft. Unter den etwa 150 Gästen waren auch Vertreter der Stadt, vier Schulräte - und die Schüler der ASS.

Von den munteren und liebevoll ausgearbeiteten Beiträge zeigte sich Karnowsky, der seine Ehefrau Christiane mitgebracht hatte, sehr gerührt. In den humorvollen Reden klangen immer wieder sein Pflichtbewusstsein an, seine Fürsorge für die Schüler - in deren Inter esse er auch mal unbequem gegenüber Behörden sein konnte -, seine Liebe zu seinem Beruf und sein "vertiefendes Streben nach Ehrfurcht vor dem Leben" an, wie Doppke es formulierte. "Wir hätten ihn gerne noch länger in unserer Runde gehabt. Er blieb bei Konflikten ruhig und suchte nach Lösungen", sagten die Schulleiter-Kollegen.

Der Scheidende selbst sagte überzeugt: "Ich würde wieder Lehrer werden." Der gebürtige Beckumer hatte in seiner Berufswahl zwischen Kunsterzieher und Sonderschullehrer geschwankt, bevor er letzteres in Kiel mit Kunst als Hauptfach sowie Religion, Geschichte und Deutsch Nebenfächern studierte. "Ich muss sagen, es war mein Traumberuf", sagte Karnowsky, der sich "gegenseitige Wertschätzung" und "gemeinsames Verantwortungsgefühl" als Lebensmaxime setzte.

1976 begann Karnowsky in der Ernst-Barlach-Schule in Quickborn, erste praktische Erfahrungen als Lehrer zu sammeln. Die Sonderschule war damals noch namenlos, aber dank Karnowskys Affinität zur Kunst änderte sich das bald. 1990 wechselte er nach Barmstedt zur ASS und wurde dort schon ein Jahr später Schulleiter. "Diese Schule hatte einen Namensgeber, der mit meinen Einstellungen übereinstimmte", sagte Karnowsky. Zum einen wegen Schweitzers Liebe zur Musik, die er teilt, zum anderen wegen dessen ethischer Vorstellung mit dem prägnanten Satz "Ehrfurcht vor dem Leben" sowie Schweitzers Kritik an der Nutzung der Kernenergie.

Der in Oersdorf lebende Karnowsky sagte in seiner Abschiedsrede: "Ich war mit Herzblut Pädagoge, um Kindern Selbstvertrauen, Lebensfreude und Wissen zu vermitteln - aber alles hat seine Zeit." Er werde keine Probleme haben, seine gewonnene Freizeit zu füllen, sagte er. "Ich werde meine Frau, die noch arbeitet, mit leckeren Gerichten und Hausarbeit verwöhnen", hat er sich vorgenommen. Er hat zudem großes Interesse an Kunst, Musik und Literatur. Außerdem reist er gern mit dem Wohnmobil und seiner Ehefrau in den Norden, radelt, fotografiert und spielt Schach.

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