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Barmstedt : „Ich werde nicht alles umkrempeln“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Jan Skendzic ist der neue Leiter des Barmstedter Gymnasiums. Sein Vorgänger Wolf-Rüdiger Salbrecht unterrichtete ihn einst in Bargteheide.

Barmstedt | „Schulleiter? Nie im Leben!“ Das dachte er früher. Jetzt ist Jan Skendzic es doch: Seit 1. August leitet er das Barmstedter Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium. Sein Entschluss, sich um den Posten zu bewerben, habe sich seit längerem abgezeichnet, sagt der 45-Jährige, der mit seiner Ehefrau und zwei Kindern seit langem in Henstedt-Ulzburg lebt. „Von dort aus bin ich  13 Jahre lang zum Leibniz-Gymnasium nach Bad Schwartau gependelt. Das waren jeden Tag zwei Stunden Fahrt.“ Irgendwann habe er sich gesagt, dass es so nicht ewig weitergehen könne – und sich überlegt, ob ein Job als Schulleiter nicht doch eine Option sei. „Dann habe ich das Amtliche Nachrichtenblatt mit den Stellenanzeigen gewälzt und bin auf die freie Stelle in Barmstedt gestoßen.“

Um sich einen ersten Eindruck  von seinem möglichen neuen Einsatzort zu verschaffen, fuhr Skendzic nach Barmstedt, schaute sich das Gymnasium an – und stellte fest, dass dessen Leiter Wolf-Rüdiger Salbrecht ihn einst unterrichtet hatte: als er das Gymnasium Bargteheide besuchte. „Er konnte sich aber nicht mehr an mich erinnern“, schmunzelt Skendzic – dem es in Barmstedt so gut gefiel, dass er sich um die Stelle bewarb. Am 19. März musste er dem Schulleiterwahlausschuss Rede und Antwort stehen, konnte sich gegen zwei Mitbewerber durchsetzen – und hatte den Job, den er früher nie wollte.

Ein Grund für seine Entscheidung sei gewesen, dass er in Bad Schwartau als Oberstufenleiter in den vergangenen vier Jahren  Einblicke in die Arbeit eines Schulleiters bekommen habe, sagt Skendzic. „Da habe ich ab und zu gedacht, das wäre vielleicht doch was.“ Zudem sei das Bad Schwartauer Gymnasium in Größe und Zusammensetzung der Schülerschaft mit dem Barmstedter vergleichbar.

Seinen neuen Aufgaben sieht Skendzic recht gelassen entgegen. „Ich werde hier nicht alles umkrempeln, sondern erstmal gucken, wie es läuft. Schule muss funktionieren und nicht ständig umgemodelt werden.“ Das gelte auch für das Y-Modell, das am Barmstedter Gymnasium seit vielen Jahren praktiziert wird. „Das läuft, ist von Eltern und Schülern gewünscht und wird beibehalten.“

Das bisher größte Problem in Skendzics neuem Job ist mittlerweile gelöst: Ein dringend benötigter Mathe- und Sportlehrer war kurzfristig abgesprungen, „und wir haben noch Ersatz gefunden. Obwohl Lehrer für Mathe und Naturwissenschaften eigentlich nicht mehr zu kriegen sind.“ Skendzic selbst unterrichtet außer Englisch auch Chemie, künftig aber nur noch sechs bis acht Stunden pro Woche. „Das ist ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Wenn am Montag die Schule wieder beginnt, werden die 800 Gymnasiasten ihren neuen „Direx“ zum ersten Mal sehen – allerdings vermutlich höchstens im Vorübergehen. Es werde aber noch eine offizielle Feierstunde mit allen Schülern und Kollegen geben, kündigt Skendzic an.

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erstellt am 23.Aug.2014 | 11:00 Uhr

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