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Barmstedt : „Ich habe mich mit Dürer verquetscht“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ausstellung "Looking for Albrecht": Die Werke des kanadischen Künstlers Johann Feught sind zu besichtigen.

shz.de von
erstellt am 18.Sep.2013 | 16:00 Uhr

Albrecht Dürers bekanntes Frauenporträt der Patrizierin Elsbeth Tucher hängt in der Atelier Galerie III auf der Schlossinsel Rantzau. Gegenübergestellt hat der kanadische Künstler Johann Feught sie als entblößte Frau und ohne strenge Haube, sondern mit wallendem Haar und gar nicht bravem Blick. „Sie hat sich ja wohl auch mal gewaschen“, stellt Feught trocken und mit einem Augenzwinkern fest. Er hat eine ganz eigene Beziehung zu Dürers Werken, die er während der Vernissage seiner Ausstellung „Looking for Albrecht“ erläuterte.

Barmstedts Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) stellte Feught und sein Wirken während ihrer Begrüßungsrede vor und überreichte ihm ein Präsent mit Bezug zum Ausstellungsort: eine Schachtel Pralinen, die Motive aus Barmstedt zieren. Elke Ferro-Goldstein, Vorsitzende des Kreiskulturverbands, machte den Barmstedtern ein Kompliment. „Ich komme gern zu den Ausstellungen, weil ich hier immer wieder Menschen begegne, die sich für Kunst begeistern“, sagte sie, und weiter: „Es ist auch etwas Besonderes, dass hier die Tür zur Kunst immer offen steht.“

Künstlerin und Galeristin Karin Weißenbacher bescheinigte Feught, Professor of Arts and Design, eine hochkarätige Vita sowie einen hintergründigen Humor in den Werken. Der Künstler selbst erläuterte seine Verbundenheit zu Dürer. „Nach einer schweren Krankheit blickte ich auf eine leere Leinwand und erinnerte mich an meine glückliche Kindheit, während der ich Dürer-Bilder nachgemalt hatte, und konnte dort anknüpfen.“ Dürer, vor dessen Kunst er hohen Respekt zeige, habe Erfindungen und Entwicklungen seiner Zeit für seine Kunst genutzt. „Er hätte bestimmt mit Vergnügen das digitale Zeichnen und Malen ausprobiert, wie ich es handhabe“, so Feught, dessen eigenes Gesicht auf mehreren Werken auftaucht. Etwa nach einem Selbstporträt von Dürer. Aber doch anders – eben mit hintersinnigem Humor. „Ich habe mich mit Dürer verquetscht“, drückt Feught es aus.

Den musikalischen Rahmen der Vernissage bestritt Hartmut Ledeboer mit zeitgenössischer Musik aus Dürers Zeit per Flöte und Dudelsack.

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