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Barmstedter Zeitung

13. Dezember 2017 | 03:14 Uhr

Barmstedt : Hunde werden teurer

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Steuer für Vierbeiner steigt ab März auf 96 Euro. Bis 2016 sind weitere schrittweise Erhöhung geplant.

shz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Barmstedter Hundehalter müssen ab März tiefer in die Tasche greifen: Der Hauptausschuss hat gestern beschlossen, dass die Hundesteuer für den ersten Hund künftig auf 96 Euro steigen soll. Bisher beträgt sie 84 Euro. Ab 2015 wird die Steuer auf 108, ab 2016 auf 120 Euro steigen. Für den zweiten Hund werden ab März 240 statt 144 Euro, für den dritten 360 statt 222 Euro fällig. Als gefährlich geltende Hunde werden ab März acht Mal so viel kosten wie der erste Hund. Diese Sätze sollen bis 2016 stabil bleiben. Der Beschluss, der auf einem Antrag der FWB beruht, fiel mehrheitlich bei einer Gegenstimme der BALL. Die Stadtvertreter müssen der Entscheidung noch zustimmen.

Die Verwaltung hatte empfohlen, die Hundesteuer ab März auf 110 Euro pro Jahr zu   erhöhen. Dadurch solle verhindert werden, dass das Land der Stadt die so genannten Fehlbedarfszuweisungen erneut kürzt, weil die Stadt nicht alle Einnahmemöglichkeiten ausschöpft. 2012 hatte Barmstedt wegen der aus Landessicht zu niedrig angesetzten Hundesteuer auf 8 800 Euro verzichten müssen. Eine Anhebung um 26 Euro sei dennoch zu viel und treffe viele sozial Schwache, meinten die Politiker. „Wir sollten den ersten Hund bei 84 Euro lassen und nur die weiteren erhöhen, um Sozialfälle abzupuffern. Sonst werden viele Hunde im Tierheim landen“, gab Marina Quoirin-Nebel (Grüne) zu bedenken. Auf der anderen Seite sei die Stadt gezwungen, den Haushalt zu konsolidieren. „Deshalb würden wir einer moderaten Erhöhung zustimmen.“

Die CDU war weniger zimperlich. „120 Euro sind nicht zuviel verlangt“, sagte Hauke Johannsen. Im übrigen gelte der Spruch „Kleinvieh macht auch Mist“ bei dem Thema im doppelten Sinn, denn die Vierbeiner verursachten der Stadt auch Ungemach: „Den Bauhofmitarbeitern wehen beim Rasenmähen die Haufen um die Ohren.“

Gänzlich gegen eine Erhöhung sprach sich nur Günter Thiel (BALL) aus. „Es würde viele Alleinstehende treffen, die nicht zu den Reichsten gehören“, sagte er. Außerdem seien die 8 800 Euro „in Anbetracht unseres Defizits von 2,3 Millionen Euro eher lächerlich“, und die „Horrorliste“ mit den Sparvorgaben des Landes sei „ein Eingriff in unsere kommunale Selbstverwaltung. Das machen wir nicht mit.“

„Die sind hier ja richtig hundefeindlich“

Bei Barmstedter Hundehaltern stößt die Entscheidung erwartungsgemäß nicht auf Gegenliebe. „Die sind hier ja richtig hundefeindlich“, sagte eine Seniorin, die ihre Hündin gestern Nachmittag am Rantzauer See ausführte. „Ich habe gerade erst den Bescheid über 84 Euro für dieses Jahr erhalten. Und es gibt hier noch nicht mal eine Hundewiese.“ Während der Einwohnerfragestunde zu Beginn des Hauptausschusses hatte bereits Franz-Josef Sitta seinem Ärger über die drohende Erhöhung Luft gemacht. „Jetzt müssen wieder die Hundehalter herhalten, weil es bei anderen Einnahmequellen wie der Einführung von Park- oder Hallennutzungsgebühren viel mehr Widerstand geben würde“, vermutete er.

Die Steuersätze für die zweiten und jeden weiteren Hund wurden vom Ausschuss deutlich stärker erhöht, als die Verwaltung vorgeschlagen hatte. Für den zweiten Vierbeiner sollten laut Vorlage ab März 186, für jeden weiteren 222 Euro fällig werden. Laut Verwaltung gibt es in Barmstedt etwa 500 Besitzer von einem, 40 Halter von zwei und einen Halter von vier Hunden. Diese Zahlen zugrunde gelegt, ergäbe sich durch die Steuererhöhung für 2014 eine Mehreinnahme von etwa 9 .000 Euro.

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