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Brande-Hörnerkirchen : Hunde in der Natur: Was ist erlaubt?

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Der Kreisjägermeister fordert gegenseitige Rücksichtnahme. Mehr als 30 Besucher hören Vortrag in Brande-Hörnerkirchen.

Brande-Hörnerkirchen | Hundehalter, Jäger und Landwirte stehen sich oftmals kritisch, manchmal sogar feindselig gegenüber. Wolfgang Heins (Foto), Kreisjägermeister und selbst Besitzer zweier Hunde, war vor Kurzem in den Umweltausschuss nach Brande-Hörnerkirchen gekommen, um „ohne Oberlehrerhaftigkeit um Verständnis zu werben“. Mehr als 30 Zuhörer waren zu der Sitzung gekommen – vermutlich ein einsamer Rekord in der jüngeren Geschichte des Ausschusses. Im Tagungszimmer der Gaststätte „Zur Tankstelle“ mussten etliche Stühle zusätzlich herangeschafft werden. Dabei reicht für die meisten Sitzungen ein einzelner Tisch aus. Zu erklären war der ungewöhnliche Andrang mit diesem einem Tagesordnungspunkt: Heins und sein Vortrag „Wie leben wir mit unseren Hunden im Einklang mit der Natur?“. Und da es in Brande-Hörnerkirchen unzählige Hundehalter gibt, die sich insbesondere die anschließende Diskussionsrunde nicht entgehen lassen wollten, kam es zum Rekordbesuch.

Heins forderte während seines Vortrags „gegenseitige Rücksichtnahme“, schließlich wolle sich jeder „an der Natur erfreuen“. Doch er machte auch klar, dass es in Deutschland „keine freie Landschaft“ gebe. Jeder Quadratmeter Boden „gehört jemandem“. Im Wald sei ein Hund immer anzuleinen, nicht zuletzt, um das Wild zu schützen. Ausflüchte wie „mein Hund tut nichts“ oder „mein Hund hat auch ein Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit“ verwies er ins Reich der Märchen.

Der Kreis Pinneberg ist dicht besiedelt. Entsprechend seien Konflikte vorprogrammiert, so der Kreisjägermeister. Heins bat die Hundehalter, sich „in die andere Seite hineinzuversetzen“. Auch für scheinbar unbenutzte Wiesen gebe es zumindest derzeit noch kein freies Betretungsrecht. Ein Zuhörer stellte klar, dass die Vierbeiner jedoch auf öffentlichen Wegen unter Aufsicht in der Landschaft sehr wohl unangeleint laufen dürften. Der Meinung des Bürgers, dass es auch nicht schlimm sei, wenn ein Hund dabei einmal auf eine Wiese laufe, widersprach Heins allerdings.

Von mehreren Hundehaltern wurde kritisiert, dass die Gemeinde Hörnerkirchen zwar Hundesteuer erhebe, aber dafür zu wenig für die Tiere tue. Bürgermeister Siegfried Winter gab zu, dass man schon seit zehn Jahren nach einer Hundewiese suche, aber bis heute kein geeignetes Grundstück habe finden können.

Mehrere Hundehalter merkten außerdem an, dass die beiden Kästen für Hundekot-Tüten im Dorf „eigentlich immer leer“ seien. Die Lokalpolitiker wollen nun darüber beraten, ob sie zusätzliche Kästen aufstellen lassen, und ob die Kästen zukünftig mit biologisch abbaubaren Tütchen bestückt werden. „Schließlich“, so warf ein Zuhörer ein, „macht es doch keinen Sinn, wenn man Bioabfall in Plastik steckt und dann im Restmüll entsorgen muss“. Angeregt wurde auch der Vorschlag, für Hundehalter mit Hundeführerschein einen Teil der Hundesteuer zu erlassen.

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erstellt am 10.Mär.2016 | 16:00 Uhr

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