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Flüchtlingsunterbringung : Holzhäuser nur im Notfall

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Amt Rantzau prüft weitere Mietangebote in der Region. Politik und Verwaltung setzen auf Nachhaltigkeit.

shz.de von
erstellt am 05.Nov.2015 | 12:15 Uhr

Barmstedt | Um der weiter steigenden Zahl an Flüchtlingen im Amtsbezirk Rantzau eine Unterkunft zu bieten, arbeiten Politik und Verwaltung derzeit intensiv an weiteren Lösungen. Momentan werde mit Wohnungseigentümern in verschiedenen Amtsgemeinden verhandelt, um weiteren Wohnraum anzumieten. Das berichtete Ordnungsamtsleiter Rainer Schattauer während der Sitzung des Finanzausschusses am vergangenen Montag. „Es sieht vielversprechend aus“, sagte Heedes Bürgermeister Reimer Offermann gestern. In Absprache mit der Amtsverwaltung schaut er sich gemeinsam mit den Bürgermeistern Wolfgang Mohr aus Bokholt-Hanredder und Hans-Hermann Sass aus Hemdingen Angebote an. Dabei handle es sich zumeist um kleine Einheiten, die Platz für bis zu sechs Personen bieten.

Derzeit bringe das Amt 70 Flüchtlinge in verschiedenen Unterkünften im Bezirk unter, berichtete Schattauer während der Sitzung. Sie befinden sich unter anderem in Langeln, Heede und Bevern. Einige Plätze seien noch frei – so zum Beispiel in der Unterkunft in Langeln. Hinzu kämen die weiteren Mietangebote, erläuterten Schattauer und der Leitende Verwaltungsbeamte Heinz Brandt. „Diese Woche kommen sechs, nächste Woche sieben neue Flüchtlinge“, so Brandt weiter. Der Platz sei daher auch schnell wieder aufgebraucht.

Als Notfallplan ins Auge gefasst haben Politik und Verwaltung Holzhäuser, wie sie derzeit in Hamburg aufgestellt werden. „Wir finden, das ist keine gute Lösung“, sagt Offermann. „Aber momentan ist die Lage nicht überschaubar. Wir wollen das eigentlich nicht, aber die Situation kann uns dazu zwingen.“ Der Vorteil der Holzhäuser sei, dass sie innerhalb von 14 bis 21 Tagen aufgebaut und bezugsfertig wären. „Es wäre eine kurzfristige Lösung und besser, als Betten in Dorfgemeinschaftshäuser zu stellen“, sagte er während der Sitzung.

„Wir könnten uns Häuser mit Nasszelle und Küchenzeile vorstellen“

In Hamburg sollen auf 27 Quadratmetern bis zu 16 Personen untergebracht werden, so Offermann. Sanitäreinrichtungen seien in separaten Containern vorhanden. Das komme für das Amt aber nicht in Frage. „Wir könnten uns Häuser mit Nasszelle und Küchenzeile vorstellen“, so der Heeder Bürgermeister. Der Preis hänge von der Ausstattung ab. „So weit sind wir noch nicht fortgeschritten, es ist alles möglich“, sagt Offermann.

Die Häuser würden aber auch Probleme mit sich bringen. „Uns fehlt die Nachhaltigkeit ein bisschen“, erläutert Offermann. Die Frage sei, was in fünf bis zehn Jahren passiere, wenn man die Häuser nicht mehr benötige. Sie dann einfach zu entsorgen, sei zu teuer. „Mieten oder kaufen ist nachhaltiger“, so der Heeder Bürgermeister über das weitere Vorgehen. „Aber wir müssen alle Optionen abklopfen.“

Kritik übten die Politiker an dem langen Zeitraum, den es dauert, bis die jetzt im Amtsbezirk eingetroffenen Flüchtlinge in Deutschland Asyl beantragen können. Ihr Termin sei für den 21. April 2016 angesetzt worden, so Schattauer. „Das ist zu spät“, sagte der Ausschussvorsitzende Hans-Detlef Fuhlendorf.

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