„Hoffentlich sind sie pünktlich fertig“

„Völlig unverständlich“: So sieht der Beschilderungsplan mit der Umleitungsstrecke aus, der an die Anlieger der Pinneberger Landstraße (L  75, oben rechts) verschickt wurde.
„Völlig unverständlich“: So sieht der Beschilderungsplan mit der Umleitungsstrecke aus, der an die Anlieger der Pinneberger Landstraße (L 75, oben rechts) verschickt wurde.

Sperrung der Pinneberger Landstraße (L 75) betrifft auch die Gewerbetreibenden auf der Schlossinsel / Unmut über Info-Schreiben

shz.de von
09. Juni 2018, 16:00 Uhr

Unmittelbar, nachdem die L 75 in Bokholt-Hanredder zwischen Barmstedt und Elmshorn wieder freigegeben wird, droht in der Region das nächste Verkehrschaos: Ab kommendem Montag, 11. Juni, soll die L 75 (Pinneberger Landstraße) in Barmstedt zwischen dem Kreisel am Spitzerfurth und der Moltkestraße ausgebaut werden. Wie der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) dazu mitteilte, wird dieser Abschnitt während des knapp fünfwöchigen Ausbaus voll gesperrt. Das Ende der Arbeiten ist für Donnerstag, 12. Juli, geplant.

Anwohner könnten ihre Grundstück während der gesamten Bauzeit noch vom Kreisel aus erreichen, wie die Baufirma in einem Info-Blatt schreibt. Doch für Besucher der Schlossinsel und des Rantzauer Sees wird es schwierig: Der große Parkplatz kurz hinter dem Kreisel wird nicht erreichbar sein. Sie werden gebeten, die Parkplätze an der Seestraße zu nutzen, so der LBV.

Karin Weißenbacher, die auf der Schlossinsel die Galerie Atelier III betreibt, hofft, dass die Arbeiten planmäßig beendet sind. „Am 14. Juli werden hier die Länderwochen eröffnet, wozu wir unter anderem den Landrat und einen Vertreter aus Guatemala erwarten. Dann muss der große Parkplatz wieder nutzbar sein“, sagte sie. Dass die Besucher während der Bauzeit vor dem Hallenbad auf der gegenüberliegenden Seeseite parken sollen, sei „großer Mist“.

Dass längere Fußwege Gäste abschrecken können, weiß auch Karin Herbst, Betreiberin des Café Schlossgefängnis. „Begeistert sind sie davon nie.“ Doch „wer kommen will, der kommt“, ist sie überzeugt. Sie erwarte während der Bauzeit mehrere größere Gesellschaften, „die werde ich noch informieren“. Ändern könne man es ohnehin nicht, sagte sie. „Straßen müssen ja auch mal gemacht werden.“ Das sieht auch Weißenbacher so, ergänzte aber: „Wir machen uns große Sorgen, dass die Arbeiten nicht rechtzeitig fertig sind. Bis zur Länderwochen-Eröffnung wären es dann planmäßig ja nur noch drei Tage. Das ist verdammt knapp, zumal wir ja für den Aufbau auch anliefern müssen.“

Für Unmut im Vorfeld sorgte bereits die Umleitungskarte, die zusammen mit dem Info-Blatt an die Anlieger verschickt wurde. Der Plan zeigt – in schwarz-weiß – nicht nur die Umleitungsstrecke, sondern auch die von der Baufirma aufzustellenden Hinweisschilder. „Wer soll denn daraus schlau werden?“, fragte ein Anwohner. Die „völlig unverständliche Zeichnung“ sei „eine Frechheit – wollen die uns veräppeln?“ Auch Weißenbacher meint: „Die Karte ist schlecht lesbar, und man muss eine Menge Eigenarbeit leisten, um sie zu verstehen.“ Kai-Uwe Schacht, Leiter der LBV-Niederlassung Itzehoe, erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, die Anwohner sollten sich „einfach nach den Umleitungsschildern richten“. Die auf dem Plan andersfarbig markierten Straßen „haben mit der Umleitung nichts zu tun“.

Grundsätzlich versichert der LBV, die Anwohner würden „rechtzeitig über die genauen Termine in Form von Handzetteln informiert“. Für das erste Schreiben – das die Anlieger am Donnerstag erreichte – gelte das schon mal nicht, so Weißenbacher. „Das hätte etwas früher kommen können.“

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