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Feuerwehrübung in Langeln : Höchstleistung unter Atemschutz

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Keine Sicht, viele Verletzte: Drei Wehren proben Rettungsaktion in vernebeltem Gebäude. 70 Einsatzkräfte in Langeln dabei.

Langeln | Wie weit kann ein Brandbekämpfer in einem verqualmten Raum sehen? Zwei Meter, einen Meter oder noch weniger? Das haben Atemschutzgeräteträger der Freiwilligen Feuerwehren aus Alveslohe, Heede und Langeln am Montagabend während einer Übung in einem ehemaligen Wirtschaftsgebäude getestet. Im Zuge einer Großübung mussten die Einsatzkräfte mehrere Verletzte aus einem Raum retten, der zuvor vernebelt worden war.

Durch die wabernden Schwaden konnten die Brandbekämpfer kaum noch die eigene Hand vor Augen erkennen. Die Rettung habe einige Zeit in Anspruch genommen, sagte Malte Siebert von der Langelner Wehr, der für die Atemschutzüberwachung zuständig war, nach Abschluss der Übung. Später habe man sogar das Licht angemacht, um den Überblick zu verbessern. „Aber die Sicht wurde nicht besser.“ Genauso wie Langelns Wehrführer Henning Langmaack, Einsatzleiter Patrick Kühn und Atemschutzfachwart Axel Lutwitzi zog Siebert am Ende ein positives Fazit. „Es hat super geklappt.“

Zwölf Atemschutzgeräteträger aus Langeln, Heede und Alveslohe gingen während der Übung paarweise ins Gebäude, um die Verletzten zu suchen. „Die jungen Leute haben dort eine Party gefeiert. Plötzlich sind im Raum giftige Gase ausgetreten. Die Jugendlichen sind nun alle bewusstlos“, umschrieb Langelns ehemaliger Wehrführer Carsten Rappen das Szenario. Er hatte das Gebäude für die Übung zur Verfügung gestellt. Mitglieder der Jugendwehr Rantzau mimten die Verletzten. Wärmebildkameras und Taschenlampen sollten die Einsatzkräfte im Raum nicht einsetzen. Die Brandbekämpfer würden sich entweder in geduckter Haltung an der Wand entlang tasten oder auf allen Vieren kriechen, so Rappen.

„Ich bin sehr zufrieden“, sagte Einsatzleiter Patrick Kühn über den Ablauf der Übung. Die Langelner Wehr habe erstmals den Digitalfunk in größerem Stil eingesetzt. Anfangs habe es zwar kleinere Probleme mit der Kommunikation mit der Alvesloher Wehr aus dem Kreis Segeberg gegeben. „Aber sonst hat es super funktioniert.“

Parallel zu den Rettungsarbeiten in dem vernebelten Gebäude bekämpfte die Heeder Wehr eine Flächenbrand und sorgte dafür, dass die Flammen nicht auf weitere Gebäude übergriffen. Die Alvesloher Wehr befreite unterdessen mittels Hebekissen eine Person, die unter einem Gülleanhänger eingeklemmt war.

Kühn wies in Zusammenhang mit der Übung darauf hin, wie wichtig junge Einsatzkräfte als Atemschutzgeräteträger seien. „Am Ende mussten wir vier Leute der Alvesloher Wehr abziehen, weil zu wenig Atemschutzgeräteträger da waren.“ Junge Menschen seien zwar häufig Mitglied in der Wehr, würden dann aber zum Beispiel zum Studieren ihre Gemeinde verlassen und dann als Atemschutzgeräteträger fehlen. Gefragt seien die Jungen aufgrund der körperlichen Strapazen, die der Einsatz mit sich bringe. „Die Atemschutzgeräteträger tragen etwa 25 Kilogramm am Körper“, so Kühn. Bei einem echten Brand käme die starke Hitze dazu. Und statt weißem Nebel müssten sich Brandbekämpfer dann durch schwarzen Qualm kämpfen. Insgesamt verfüge die Langelner Wehr über 14 Atemschutzgeräteträger.

Wer Interesse daran hat, in seiner Gemeinde in der Wehr mitzuarbeiten, kann sich beim jeweiligen Wehrführer melden. In Langeln ist Henning Langmaack unter der Mailadresse feuerwehr@langeln.de zu erreichen. Für Jugendliche aus dem Amtsbezirk Rantzau gibt es die Jugendwehren Rantzau, Rantzau West und Ellerhoop.

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erstellt am 05.Jul.2017 | 12:00 Uhr

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