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Nach Erdrutsch in Guatemala : Hilfsorganisation aus Barmstedt wirbt um Spenden

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Bei einem Erdrutsch in Guatemala starben 200 Menschen – jetzt wirbt eine Barmstedter Hilfsorganisation um Unterstützung.

Barmstedt | Eine erschütternde und eine gute Nachricht hat die Barmstedter Hilfsorganisation „Taten statt Worte“ aus Guatemala-Stadt erreicht, wo sie mehrere Hilfsprojekte über viele Jahre unterstützt. Auf der riesigen Müllhalde mitten in der Stadt hatte es nach heftigem Regen einen Erdrutsch gegeben, der bis zu 200 Menschen – meist jugendliche Müllsammler – das Leben kostete. „Die Katastrophe hat uns sehr bewegt“, sagt Rainer Sanchez, der die Barmstedter Gruppe gegründet hat und bei Besuchen mehrmals die Mülldeponie in zweistelliger Hektargröße hinabgestiegen ist, die in einem tiefen Tal terrassenförmig mit Müll verfüllt wird.

Guatemala-Stadt ist die Hauptstadt des mittelamerikanischen Staates Guatemala. Mit etwas mehr als einer Million Einwohner ist sie die größte Stadt des Landes.  Im  gesamten Ballungsgebiet leben laut offiziellen Angaben rund 2,5 Millionen Menschen. Die Stadt liegt auf einem Hochplateau in gemäßigtem Klima. Das lockere vulkanische Tuffgestein  ist an vielen Stellen von tiefen Erosionsschluchten durchschnitten, was den Verkehr teilweise zu großen Umwegen zwingt.

Von dem Unglück auf der Müllkippe sind auch Schüler des vom Barmstedter Team mit Spenden finanzierten Schulprojekts „Instituto Rainer Sanchez“ betroffen. Sie haben ihre Väter oder Großväter verloren. Auch der 15-jährige Francicso Gallego, der im Instituto Sanchez die achte Klasse besuchte, wurde verschüttet, wie Christian Aponte, Leiter der Hilfsorganisation Cafnima, dem Barmstedter schrieb. Francisco stammte aus einer Maya-Familie, die nach Guatemala-Stadt gezogen war, um sich durch die Arbeit auf der Müllhalde ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Die gute Nachricht: Das „Instituto Rainer Sanchez“ erhielt Besuch aus Deutschland: Der parlamentarische Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel aus dem Entwicklungsministerium war mit einer großen Delegation angereist, um sich persönlich über das Hilfsprojekt zu informieren. Er habe sich von der Arbeit mit den Jugendlichen sehr angetan gezeigt, berichtete Sanchez. Die deutsche Delegation erfuhr unter anderem, dass am Instituto zurzeit 179 Schüler sowie 40 Teilnehmer am zusätzlichen Computerkursen unterrichtet werden.

Vom einfachen Haus zur Schule für alle

„Die Lehrer sprechen von einer minimalen Abbrecherquote“, so Sanchez. Die Schüler wohnen in Slums auf oder rund um die Müllkippe in Bretterbuden mit Dächern aus Plastikfolie, ohne Strom, sanitäre Anlagen und Wasser. „Damit sich diese Menschen mit Bildung als Hilfe zur Selbsthilfe eine würdige Existenz aufbauen können, damit für diese Familien in ihren miserablen Unterkünften ein fester Boden planiert wird, damit sie Abwasserkanäle und Latrinen erhalten, benötigen sie weiterhin unsere Hilfe und unsere Spenden“, so Sanchez.

Den Barmstedter hatte einst der Anblick der im unteren Bereich der Müllkippe arbeitenden Kinder, die verwertbare Stoffe aus dem Unrat heraussuchen und damit den Lebensunterhalt ihrer Familien sichern, veranlasst, etwas für diese Kinder zu tun. Auf Sanchez’ Initiative hin entstand die „casa amarilla“, in der die Kinder duschen konnten und etwas zu essen bekamen. Daraus entwickelte sich das Instituto, in dem heute junge Menschen und Erwachsene, die auf der Müllkippe arbeiten, vom Alphabetisierungskurs bis zur Hochschulreife unterrichtet werden.

Nähere Informationen über das Hilfsprojekt gibt es im Internet unter www.taten-statt-worte.org. Spenden können auf das Konto „Taten statt Worte“ DE 96 2305 1030 0113 1497 36 überwiesen werden.
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erstellt am 08.Jun.2016 | 16:00 Uhr

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