Barmstedt : Hilfe für sozial Benachteiligte

Barmstedts SPD-Chef Stefan Bolln (v. l.), Michael Kahnert, Leiter des Beratungsangebots, und Ralf Schwittay, Geschäftsführer von Verdi, wollen sozial Benachteiligten Bürgern helfen.
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Barmstedts SPD-Chef Stefan Bolln (v. l.), Michael Kahnert, Leiter des Beratungsangebots, und Ralf Schwittay, Geschäftsführer von Verdi, wollen sozial Benachteiligten Bürgern helfen.

SPD und Verdi laden zum Phönix-Treff ein. Dort gibt ein vom Thema Betroffener Rat für die Zuschauer.

shz.de von
03. November 2015, 16:00 Uhr

Barmstedt | „Drei- bis vierhundert.“ So viele Barmstedter, schätzt Stefan Bolln, verdienen gar nichts oder so wenig, dass sie auf Sozialleistungen angewiesen sind. „Das können Langzeitarbeitslose, Kranke, Rentner mit Mini-Einkommen und Aufstocker sein“, so der Barmstedter SPD-Vorsitzende. Für sie wollen die SPD und die Gewerkschaft Verdi ein neues Angebot ins Leben rufen: den Phönix-Treff. Einmal im Monat – jeweils am ersten Donnerstag – können sich Betroffene im Humburg-Haus, Chemnitzstraße 10, Rat für die Behördengänge und die Erledigung der Formalitäten holen. Denn „immer mehr“, weiß Bolln, „kommen mit dem Papierkram nicht mehr klar“.

Geleitet wird die Beratung von Michael Kahnert – der selbst von Arbeitslosigkeit betroffen war. „Uns war wichtig, dass es jemand macht, der authentisch ist“, sagt Bolln. Das senke die Hemmschwelle, die so niedrig wie möglich sein soll. „Wenn da ein Politiker oder jemand aus der Verwaltung sitzt, ginge das nicht.“ Daher werde Kahnert während der Gespräche auch allein mit den Ratsuchenden sein.

Das Angebot solle auch dazu dienen, dass sich Betroffene untereinander vernetzten, so Bolln. „Es gibt welche, die haben keinen einzigen Sozialkontakt.“ Es sei zudem als Ergänzung zu bestehenden Angeboten wie dem Integrationszentrum Leuchtturm gedacht. Denn „da ja zur Zeit alle über Flüchtlinge diskutieren, wollten wir auch etwas für die vielen anderen Vergessenen unserer Gesellschaft machen“. So gäbe es in Barmstedt auch obdachlose Jugendliche – „aber kaum einer weiß es, und kein Mensch redet darüber“.

Das Angebot soll zunächst bis März 2016 laufen, so Bolln. „Dann gucken wir, wie es angenommen wird und ob es weitergeht.“ Die Tür im Humburg-Haus wird Ratsuchenden am ersten Donnerstag im Monat jeweils von 10 bis 13 Uhr offenstehen. Eine Beratung ist kostenlos. „Es ist aber natürlich auch möglich, nur zum Kaffee oder Klönen vorbeizukommen“, betont Kahnert.

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