Hier entsteht ein kleines Paradies

Bokeler Landschaftspflegeverein will im ehemaligen Sandabbaugebiet einen Rundwanderweg anlegen

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19. Januar 2018, 16:00 Uhr

Ein Rundwanderweg ist derzeit das „vorrangige Ziel“ des Landschaftspflegevereins Bokel und Umgebung. Das verkündete der Vereinsvorsitzende Manfred Delfs während der Hauptversammlung in der Dörpstuv. Eine Arbeitsgruppe habe inzwischen ein entsprechendes Konzept erarbeitet. Was für die Umsetzung noch fehle, sei vor allem Geld. Ein entsprechender Vorstoß Richtung Aktiv-Region sei wenig erfolgreich verlaufen, nun soll das Amt für das Projekt begeistert werden. Auch von anderer Seite ist finanzielle Unterstützung herzlich willkommen. Der Verein, der vor allem von seinen Mitgliedsbeiträgen lebt, kann den Rundweg allein nicht schultern. Ende 2016 wies die Kasse ein Guthaben von knapp 5000 Euro aus.

Der Landschaftsverein ist noch jung. Gegründet wurde er vor etwa sechs Jahren. Zurzeit betreut er 26 Hektar Fläche, die es Schritt für Schritt weiterzuentwickeln gilt. Ziel des Vereins ist es, das ehemalige Sandabbaugebiet in den kommenden Jahren zu renaturieren. Dafür sind die Mitglieder regelmäßig im Einsatz. 2017 wurde beispielsweise Heide ausgebracht. „Das hat auf einer anderen Fläche schon gut funktioniert“, so Delfs. Ende Juni hatte man den NABU zu Gast, dessen Mitgliedern man das Areal vorstellte. Mitte Juli lud der Bokeler Pflegeverein zu einem „Tag der offenen Sandgrube“ ein. „Das war eine gute Möglichkeit zur Mitgliederwerbung“, merkte Delfs an.

Nicht ganz zufrieden ist der Vereinsvorsitzende mit dem Elan seiner Mitstreiter. „Die Arbeitsdienste und unsere Aktivitäten könnten besser besetzt sein“, mahne er zur Mitarbeit. Gerade werde der Bereich hinter der Motocross-Anlage zur Übergabe an die Gemeinde vorbereitet. Diese wiederum wird die Fläche dann in die Obhut des Landschaftsvereins weiterreichen. Apropos Motocross-Fahrer: „Sie bleiben für uns ein Problem“, so Delfs. Die Piloten würden vor allem die Steilwände lieben und wenig Rücksicht auf die Natur nehmen. Der geplante Bau eines stabilen Zauns soll hier Abhilfe schaffen.

Ein Hauptpunkt der Jahresversammlung waren Wahlen. Götz Reimer bleibt zweiter Vorsitzender des Landschaftspflegevereins. Er wurde ebenso in seinem Ehrenamt bestätigt wie Schriftführer Ralf Ratzmer und die beiden Beisitzer Holger Schubert und Annegret Rehder. Im Anschluss an die Versammlung informierten Birgitt Piepgras und Klaus Fritz über den Bestand an Nachtfaltern und Insekten in dem Sandabbau-Gebiet. Dreimal schon ging Piepgras spätabends auf die Suche, einmal zählte sie dabei 37 Arten an Nachtfaltern. Fritz nahm sich der übrigen Insekten an, darunter Skorpionsfliegen, Strauchschrecken, Beerwanzen, Dünen-Sandlaufkäfer und Goldaugenbremsen.

Rund 70 Hektar misst das gesamte Bokeler Areal. Weite Bereiche sind inzwischen ausgebeutet. Rund 50 Mitglieder zählt der Verein momentan. Weitere Mitstreiter sind jederzeit herzlich willkommen.

Eine eigene Homepage hat der Verein auch. Wer sich über die Aktivitäten und die genaue Lage des Sandabbau-Gebietes informieren möchte, hat dazu unter www.lpv-bokel.de Gelegenheit. Natürlich gibt es auch eine Mitgliedschaft-Seite. Erwachsene zahlen derzeit 15 Euro pro Jahr, Jugendliche unter 18 Jahren sind beitragsfrei.

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