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Nach Großbrand in Barmstedt : Hier entsteht ein Gesundheitszentrum

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Auf dem Gelände der ehemaligen Papierhandels Schmidt soll ein Gesundheitszentrum mit Wohnungen entstehen.

Barmstedt | Gut zwei Jahre ist es her, dass ein Großbrand Teile des ehemaligen Papiergroßhandels Schmidt an der Gebrüderstraße zerstörte. Seitdem stand das riesige Gebäude komplett leer – und halb Barmstedt fragte sich, was aus dem Objekt einmal werden soll. Seit gestern ist es offiziell bekannt: Auf dem 7400 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Gesundheitszentrum mit Wohnungen entstehen.

„Wir werden zehn Millionen Euro investieren“, sagte der Barmstedter Bauunternehmer Hans-Werner Rathjens, der das Projekt zusammen mit seiner Tochter Nina und Makler Dierk-Henning Mahlen realisieren will. Ende Mai habe er das Grundstück von Roland Schmidt gekauft, nachdem lange nicht klar war, ob der überhaupt verkaufen wollte. „Das ging hin und her“, sagte Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos). Es habe mehrere Gespräche gegeben, „und irgendwann kam dann der Zeitpunkt“. Sie sei „froh, dass der Schandfleck bald verschwindet. Wir haben da jetzt seit vielen Jahren diese Ruine.“ Und Rathjens will aufs Tempo drücken: Bereits Ende 2017 soll der Neubau bezogen werden. „Zurzeit läuft die Bauvoranfrage beim Kreis. Wir rechnen in vier Wochen mit einer positiven Antwort“, sagte er.

Der Bürotrakt und die angrenzenden Lagerhallen, die Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre gebaut wurden, will Rathjens nicht abreißen, sondern als Grundstock für den Neubau nutzen. „Die Substanz ist in Ordnung.“ Im Erdgeschoss sollen Arztpraxen sowie Geschäfte rund um das Thema Gesundheit und Wellness einziehen. Auch ein Bäcker sei möglich, sagte Mahlen. Während der an der Gebrüderstraße gelegene Bürotrakt eingeschossig bleiben soll, werden im rückwärtigen Bereich drei Geschosse entstehen.

Am 13. Mai 2014 ging das Büro des Gebäudes in Flammen auf.
Am 13. Mai 2014 ging das Büro des Gebäudes in Flammen auf. Foto: Meyer
 

Wie viele Wohnungen letztlich entstehen, sei noch nicht klar, sagte Rathjens. „Das hängt von deren Größe und davon ab, wie viele Einheiten gewerblich genutzt werden.“ Dafür sucht er weitere Interessenten. „Das können Fachärzte, Therapeuten, Apotheken, Wellness-Anbieter und ähnliches sein.“ In Barmstedt fehlten vor allem ein Augenarzt und ein Orthopäde, sagte Döpke. „Die wünschen sich viele Bürger schon lange.“ Laut der Kassenärztlichen Vereinigung sei der Kreis Pinneberg zwar ausreichend mit diesen Ärzten versorgt. „Aber was nützt das, wenn der nächste Augenarzt in Elmshorn ist und man monatelang auf einen Termin warten muss?“, meint Nina Rathjens, die das gerade selbst erlebt hat.

Das gesamte Gebäude – das rund 7300 Quadratmeter Nutzfläche bietet – soll über Pelletheizungen versorgt werden und dem KfW55-Standard entsprechen. „Das ist die derzeit beste Energieeffizienzklasse“, so Mahlen. Für die Bewohner und Kunden werden auf dem Gelände mindestens 70 Parkplätze geschaffen, sagte Rathjens – entlang der Berliner Straße und im hinteren, zur Bahn gelegenen Bereich. Sollte das nicht ausreichen, sei auch der Bau einer Tiefgarage denkbar. „Das wäre aber extrem teuer.“

Makler Dierk-Henning Mahlen (l.) sowie die Bauunternehmer Nina und Hans-Werner Rathjens (r.) wollen das Zehn-Millionen-Projekt umsetzen. Bürgermeisterin Heike Döpke ist froh, dass „die Ruine endlich verschwindet“.
Makler Dierk-Henning Mahlen (l.) sowie die Bauunternehmer Nina und Hans-Werner Rathjens (r.) wollen das Zehn-Millionen-Projekt umsetzen. Bürgermeisterin Heike Döpke ist froh, dass „die Ruine endlich verschwindet“. Foto: Meyer
 

Der Politik seien die Pläne nicht-öffentlich vorgestellt worden und „auf allgemeine Zustimmung gestoßen“, sagte Döpke. Auch Vertreter des nahe gelegenen Arche-Noah-Kita seien von dem Vorhaben angetan, berichtete Rathjens. „Mir wurde gesagt, dass viele Kinder spezielle Angebote wie Logopäden brauchen. Das könnten wir hier prima bieten.“ Sobald die Pläne konkreter seien, werde er die Öffentlichkeit umfassend informieren, kündigte er an. „Ich schätze, das wird im Oktober sein.“ Der Pylon vor dem Gebäude soll übrigens erhalten bleiben. „Den werden wir schick aufpolieren“, so Rathjens.

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erstellt am 16.Jun.2016 | 11:00 Uhr

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