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Region Barmstedt : „Herwart“ wütet heftiger als „Xavier“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Feuerwehren in Barmstedt und den Amtsgebieten sind von nachts bis nachmittags im Dauereinsatz gewesen.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2017 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Sturmtief „Herwart“, das in der Nacht von Sonnabend auf Sonntag wütete, hat der Barmstedter Feuerwehr doppelt so viele Einsätze beschert wie sein Vorgänger „Xavier“. „Wir mussten 20 Mal ausrücken“, berichtete Wehrführer Uwe Schinkel gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Der erste Einsatz – Sonntag früh um 2 Uhr – war allerdings anderer Art: An der Straße Rantzau mussten die Brandbekämpfer einen brennenden Altkleidercontainer löschen. Ab 3 Uhr „ging es dann Schlag auf Schlag mit den Sturmeinsätzen im gesamten Stadtgebiet weiter“, so Schinkel. So drohte etwa an der Stettiner Straße ein Baum auf ein Haus zu stürzen. „Den haben wir zurückgeschnitten“, sagte Schinkel. Im Garten der Flüchtlingsunterkunft an der Feldstraße sei ein Baum umgestürzt und habe die Zufahrt versperrt.

Vom Dach des Ärzte- und Apothekenhauses am Küsterkamp hatten sich Teile gelöst und waren auf die Straße gefallen, sagte Schinkel. „Das wurde morgens entdeckt und das Dach dann umgehend gesichert.“ Verletzt worden sei niemand. Insgesamt seien die 26 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen bis 15 Uhr beschäftigt gewesen, sagte Schinkel. „Drei Mal mussten wir in Groß Offenseth mit der Drehleiter helfen.“ Dort war die Wehr ab 6.52 Uhr zu zehn Einsätzen ausgerückt, wie Wehrführer Harald Hell berichtete. Außer umgestürzten Bäumen sei ein Stalldach am Großen Kamp teilweise abgedeckt worden. „Da mussten wir etwas absichern“, so Hell. 21 Kameraden, zwei Fahrzeuge und zwei Traktoren seien bis nach 15 Uhr im Einsatz gewesen. Bei keinem der Sturmschäden sei jemand verletzt worden.

Lindenstraße stundenlang gesperrt

Glimpflich ging auch ein Sturmschaden in Brande-Hörnerkirchen aus: Dort waren Eternitplatten vom Dach eines Mehrfamilienhauses an der Lindenstraße (L 112) auf die Fahrbahn gestürzt. „Wir haben das gegen 4.30 Uhr gesehen, als wir von einem Einsatz in Westerhorn auf dem Rückweg waren“, sagte Wehrführer Joachim Hensel. Die Brandbekämpfer hätten die Platten beseitigt und mit Unterstützung durch die Polizei und den Bauhof Barmstedt die Einsatzstelle abgesperrt, sagte Hensel. Verletzt worden sei niemand, doch der Verkehr habe umgeleitet werden müssen, denn die Lindenstraße blieb zwischen der Rosentwiete und der Kreuzung L 113 bis zum Nachmittag gesperrt – bis sich der Sturm beruhigt hatte. „Ein Dachdecker hat das Dach gleich provisorisch abgedeckt“, berichtete Hensel. Seine Wehr sei mit zwölf Kräften im Einsatz gewesen.

Im Herrenhaus auf der Schlossinsel in Barmstedt wurde Klaus Adlung um 3.30 Uhr aus dem Schlaf gerissen. Die alte Linde vor dem Haus war umgekippt, hatte die Verandaecke zerstört und die Ecke der Dachrinne beschädigt. „Wäre der Baum einige Meter weiter seitlich gekippt, hätten die Äste auf dem Klavier in meinem Wohnzimmer gelegen“, sagte Adlung. Die etwa 30 Meter hohe, mehrere hundert Jahre alte Linde hatte alle umliegenden Bäume überragt und sich in drei Meter Höhe verzweigt. „Ein Stamm war schon lange herausgebrochen, so dass ein Hohlraum entstanden war“, sagte Adlung, der auf der Schlossinsel aufwuchs.

Die Mitarbeiter des Bauhofs, die die zersplitterten Stämme begutachteten, machten auf viele schwarze faulige Stellen im Holz aufmerksam. Durch abgebrochene Stammteile sei Wasser in das Holz gedrungen und habe es vergammeln lassen, sagten sie. Bei dem Sturm vor dreieinhalb Wochen sei bereits ein dicker Ast von der Linde gebrochen und habe – wie jetzt der gesamte Baum – die Zufahrt zu den Parkplätzen der Herrenhaus-Bewohner blockiert. Laut Bauhof seien dieses Mal nur Bäume umgefallen seien, die noch im vollen Laub standen, weil die Blätter dem Wind großen Widerstand entgegensetzen würden. Lindenbäume hätten zudem sprödes Holz.

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