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Gutes aus der Region : Heimische Produkte immer beliebter

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Produkte aus der Region werden im Kreis Pinneberg immer beliebter. Aber: Von 962 Betrieben werden lediglich 13 nach ökologischen Richtlinien geführt.

shz.de von
erstellt am 08.Apr.2014 | 16:30 Uhr

Hörnerkirchen | Wie entstehen „unsere“ heimischen Produkte? Wie werden sie verarbeitet? Und wo kann man sie kaufen? Um diese Fragen ging es jüngst während einer Gesprächsrunde in der Gaststätte „Zur Tankstelle“ in Brande-Hörnerkirchen unter dem Motto „Konventionelle und ökologische Landwirtschaft im Gespräch“. Knapp 50 Zuhörer folgten einer gemeinsamen Einladung von Bauernverband und Kirche.

Pinnebergs Bauernverbands-Geschäftsführer Peer Jensen-Nissen gab einen Überblick über die landwirtschaftliche Produktion in der Region. In Schleswig-Holstein gebe es derzeit noch etwa 14.000 Höfe mit einer Durchschnittsgröße von 70 Hektar. Die Zahl der Öko-Betriebe lag 2012 bei gut 500. Im Süden Deutschlands seien es „wesentlich mehr“. Im Kreis Pinneberg würden von 962 Betrieben aktuell lediglich 13 nach ökologischen Richtlinien geführt. Dabei kämen ökologische Merkmale bei den Verbrauchern gut an. Die Top-5 der Verbraucher-Anforderungen hießen Frische, Preis, Vertrauen, Herkunft und Regionalität.

Karola Münster, die in Rellingen einen Hofladen betreibt, betonte, dass „die Konsumenten dankbar für regionale Produkte“ seien, aber oft gar nicht genau wüssten, wie und wo sie sie kaufen könnten. Ihr Hofladen im „Hamburger-Rand“ sei inzwischen auf hundert Quadratmeter angewachsen. Wobei sie längst vom ursprünglichen Konzept abgekommen sei, ausschließlich saisonale Produkte anzubieten. Der Grund sei ganz einfach: „Wenn der Kunde Tomaten will und bei mir nicht bekommt, dann kauft er nächstes Mal gleich alles woanders.“

Wilfried Schümann, der einen Demeter-Biohof in Hörnerkirchen aufgebaut hat, ging auf das veränderte Kaufverhalten der Konsumenten ein. Sein Betrieb habe vor 35 Jahren harte Startbedingungen vorgefunden. Öko-Landwirtschaft war fast noch ein Fremdwort. Inzwischen bietet der Hof von einer Gärtnerei bis hin zu einer Bäckerei so ziemlich alles an, was im weitesten Sinn mit Landwirtschaft zu tun hat.

Drei Familien und rund 20 Menschen leben und arbeiten auf dem Betrieb. Sorgen bereitet Schümann derzeit vor allem die immer größer werdende Abhängigkeit der Bauern vom industriellen Saatguthandel. Diese Entwicklung sei „sehr bedenklich“, denn „wer das Saatgut aus der Hand gibt, gibt Freiheit aus der Hand“.

Evelyn Hochstein-Winter aus Lutzhorn erklärte, wie man heimisches Obst und Gemüse verarbeitet. Der Garten sei ihr liebstes Hobby, und sie versuche, „möglichst alles hier aus der Region zu kaufen“ – angefangen vom Fleisch bis hin zur Milch von der Meierei um die Ecke.

Hochstein-Winter mahnte, dass Konsumenten mehr auf Saisonprodukte achten sollten. Es müssten schließlich keine Erdbeeren im Winter auf den Tisch kommen. Wer trotzdem das ganze Jahr über aus dem Vollen schöpfen wolle, für den gab die Lutzhornerin Einmach-Tipps, angefangen von Kompott und Mus bis hin zu Suppen und Brühen.

Als „Spontan-Gast“ vervollständigte Achim Bock die Runde. Der Lutzhorner Landwirt gehört zu drei Bauern aus der Region, die als „De Öko Melkburen“ ihre „Vier-Jahreszeiten-Milch“ zur Marke machen wollen. Die Milch wird in der Horster Meierei abgefüllt. Und Bock betonte, dass das Bio-Trio ausschließlich in der Region produziere und die Milch auch in den heimischen Gefilden vermarkten wolle.

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