Bürgermeister im Porträt : Heike Döpke: „Das muss man lieben und das tue ich“

Heike Döpke wurde 2013 zu Barmstedts Bürgermeisterin gewählt. Nach sechs Jahren endet kommendes Jahr ihre Amtszeit, sie würde ihren Job gern fortführen.
Heike Döpke wurde 2013 zu Barmstedts Bürgermeisterin gewählt. Nach sechs Jahren endet kommendes Jahr ihre Amtszeit, sie würde ihren Job gern fortführen.

Barmstedts Bürgermeisterin erzählt, wie sie über ihren Job denkt – und was sie in ihrer knappen Freizeit gern macht.

shz.de von
30. Juli 2018, 12:00 Uhr

Barmstedt | Sie sind Chefs und Repräsentanten ihrer jeweiligen Kommunen: Die Bürgermeister in den Gemeinden in und um Barmstedt machen teils ehrenamtlich, teils hauptamtlich ihre Arbeit. Unsere Zeitung stellt im Zuge einer Serie die Menschen vor, die hinter den Ämtern stehen. Heute: Heike Döpke aus Barmstedt.

In ihrem Büro im dritten Stock des Barmstedter Rathauses hat sie zwar keine Klimaanlage, dafür aber kann sie den gesamten Marktplatz überblicken: Bürgermeister als Job – das will Heike Döpke (57) so nicht stehen lassen. „Das ist mehr und viel umfassender als ein Job. Das muss man lieben – und das tue ich“, sagt die Diplomverwaltungswirtin über ihren Beruf. Bereits mit 16 Jahren begann ihre Lehre und damit Karriere in der Verwaltung der Stadt Hannover. Dort in Niedersachsen ist sie aufgewachsen, zur Schule gegangen und hat ohne Unterbrechung, über 36 Jahre dort in verschiedenen Funktionen gearbeitet.

Nach Aufbau eines Bürgerservices speziell für Bauämter folgte die Leitung der kommunalen Gebäude-reinigung. Das sei sehr spannend gewesen, sagt Döpke. Gewohnt hat sie zu der Zeit in Rodenberg im Landkreis Schaumburg, wo auch heute noch ihr Ehemann in dienstfreien Zeiten auf sie wartet.

Wechsel von Hannover nach Barmstedt

„Der Wechsel von Hannover nach Barmstedt war sehr spannend, aber es hat gut geklappt. Ich habe mich 2013 bei der örtlichen SPD vorgestellt und wurde als Kandidatin aufgestellt und dann gewählt. Das hat von Anfang an gepasst“, erzählt Döpke über ihre Ankunft in Schleswig-Holstein. Als parteilose Kandidatin trat sie zur Wahl an und siegte. Jetzt ist sie mittendrin in Verwaltung und Stadtgeschehen. Aktuell bewege sie nicht nur der Bau einer neuen Kita, den sie für sehr dringend erachte. Auch neue Räumlichkeiten für die Feuerwehr und die Stadtbü-cherei stehen ganz oben auf ihrer Agenda. Eine Herzens-angelegenheit ist Döpke die Entwicklung der Schlossinsel. „Das das Museum dank vieler ehrenamtlicher Helfer wieder geöffnet ist, ist wunderbar . Wir sind in das Programm der denkmalgeschützten Städtebausanierung aufgenommen worden, das ist ein Meilenstein bei der Entwicklung. Aber daneben stehen auch Themen wie das Stadtmarketing, die Fachärzteversorgung, der Straßenausbau – nach Veränderung der Satzung ohne eine Refinanzierung – und weitere Themen auf meiner Agenda“, berichtet Döpke. Und weiter: „Ich achte darauf, die Bevölkerung mit einzubeziehen – wo immer es geht. Das ist bei der Schlossinsel und dem Stadtmarketing schon einmal gut gelungen.“

Stolz sei sie auf ihre Tätigkeit als Verbandsvorsteherin des Seniorenheimes. Als sie diese Aufgabe übernahm, wies der Jahresabschluss 2012 noch ein Minus von über 900.000 Euro auf. In 2016 gab es dann sogar ein Plus. Im vergangenen Jahr sei die positive Entwicklung leider durch einen Wasserschaden zurückgeworfen worden. Überhaupt Wasserschaden – mit diesem Problem hat sie immer wieder an verschiedenen Fronten zu kämpfen. Zwei Wochen nach Dienstantritt in Barmstedt musste Döpke die Schließung der Sporthalle in der Schulstraße veranlassen. Grund: Ein Wasserschaden, dessen rechtliche Abwicklung immer noch andauert. Aktuell kämpfe die Stadt auch mit einem Wasserschaden am Dach der James-Krüss-Schule.

Leere Flächen sollen bebaut werden

Viel lieber richtet Döpke aber ihr Augenmerk auf die bauliche Entwicklung in der Stadt. Lange habe sie dafür gekämpft, dass die Stadt eigene Baugebiete selbst entwickelt, Nappenhorn und Düsterlohe seien Beispiele. Leere Flächen sollten bebaut und Ruinen wie die Geno-Mühle verschwinden, Schaffung von Wohnraum für neue Bürger, das war ihr ein Anliegen von Anfang an. „Aber bei allem, was ich umsetzen will, brauche ich politische Beschlüsse. Meine Aufgabe ist es, daraufhin zu wirken, dass diese Themen beraten werden. Andenken, Steine ins Rollen bringen, und weiter begleiten – so sehe ich meine Rolle. Am Anfang ist die Idee, die bekommt dann Füße.“

Die Zusammenarbeit mit den politischen Gremien beschreibt sie als in großen Teilen gut. Das es sich manchmal Reibungen gibt zwischen Verwaltung und Politik, empfindet Döpke als völlig normal. „Leider“, so die Bürgermeisterin, „wird die viele Arbeit der Verwaltung in Vorbereitung, Prüfung und Vorlage nicht immer entsprechend gewürdigt und manche Kritik ist daher unfair. Aber in meiner Position kann ich nicht erwarten, dass alle das immer so erkennen können und ich kann nicht immer vorhersehen, was erwartet wird“.

Spaß an öffentlichen Auftritten

Ganz viel Spaß machen ihr die öffentlichen Auftritte. Was immer möglich ist, nimmt sie wahr. Der Kontakt mit den Barmstedtern ist Döpke wichtig und wertvoll. Im Herbst will sie wieder eine Bürgersprechstunde auf dem Markt durchführen. Außer ihrem Amt als Bürgermeisterin ist Döpke zudem Mitglied im IT-Zweckverband im Kommunit, beim Abwasserzweckverband, in der Gesellschafterversammlung der WEP und Vorstandsmitglied der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Freizeit ist da eng bemessen. „Wenn, dann fahre ich zu meinem Mann nach Rodenberg oder er kommt nach Barmstedt“, sagt die 57-Jährige, die gern Konzerte von Ed Sheeran oder Helene Fi-scher besucht. Durch das Pendeln zwischen den Orten, ist die Frage nach Heimat für sie schwer zu beantworten. „Ein Stück Heimat ist für mich immer noch Hannover, meinen ersten Wohnsitz habe ich in Barmstedt. Hier lebe und arbeite ich, hier habe ich Freunde gefunden. Ich kenne von Barmstedts Geschichte mehr als von Rodenberg. Aber dort lebt eben mein Mann, auch dort habe ich Freunde und vor allem haben wir dort unser Schützenfest, ein ganz wichtiger Termin für mich“.

Wanderurlaub macht Döpke am liebsten in Dänemark, demnächst geht es für eine Woche zum Fahrradfahren ins Ruhrgebiet. Ein Lebensmotto hat sie nicht, aber gelernt habe sie: Man wächst an- und mit seinen Aufgaben. Nach sechs Jahren endet im nächsten Jahr ihre Amtszeit. Sie will sich erneut zur Wahl stellen. „Ich möchte in meinem Barmstedt noch die neue Kita einweihen, die neue Stadtbücherei, und die neue Feuerwache. Und vor allem wünsche ich mir eine gute Wahlbeteiligung.“

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