Barmstedt : Haustarif beim Seniorenheim?

Das Alters- und Pflegeheim Barmstedt/Rantzau hat das Jahr 2013 mit einem Fehlbetrag von 561  432,95 Euro abgeschlossen. Der Fehlbetrag wird in diesem Jahr auf die Mitgliedskommunen im Zweckverband umgelegt.
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Das Alters- und Pflegeheim Barmstedt/Rantzau hat das Jahr 2013 mit einem Fehlbetrag von 561 432,95 Euro abgeschlossen. Der Fehlbetrag wird in diesem Jahr auf die Mitgliedskommunen im Zweckverband umgelegt.

Mitarbeiter, Geschäftsführung und Verbandsversammlung beraten über Sparmöglichkeiten, um in die schwarzen Zahlen zu kommen.

shz.de von
21. Januar 2015, 14:00 Uhr

Barmstedt | Das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau soll künftig wieder schwarze Zahlen schreiben. Um die Verluste zu verringern, wird derzeit unter anderem über die Einführung eines sogenannten Haustarifs für die Mitarbeiter des Seniorenheims nachgedacht. Das berichteten Heike Döpke, Vorsteherin des Zweckverbands für das Alters- und Pflegeheim, sowie Geschäftsführer Christoph Merker im Gespräch mit der Barmstedter Zeitung.

Das Votum während der jüngsten Verbandsversammlung Anfang Januar sei dahingehend gewesen, mit Verdi über den Haustarif zu verhandeln. Anschließend habe es am 12. Januar eine Mitarbeiterversammlung gegeben. Die Belegschaft überlege derzeit, ob sie in die Gewerkschaft eintritt, um sich bei den Verhandlungen von Verdi beraten zu lassen. „Wir wollen nach wie vor dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst angeschlossen bleiben“, so Döpke. Ein Haustarif würde aber die Möglichkeit eröffnen, über gewisse Entgeltbestandteile zu verhandeln.

Es gehe nicht darum, das Einkommen als solches zu verringern, so die Vorsteherin. Verhandeln könne man zum Beispiel darüber, das Weihnachtsgeld oder erfolgsabhängige Sonderzahlungen zu reduzieren, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen, so Döpke. Sie und Merker betonten das Bestreben, das Haus in kommunaler Hand zu halten und die Rahmenbedingungen des Tarifvertrags für den Öffentlichen Dienst (TVöD) zu erhalten – aber mit der Möglichkeit, auskömmlich zu wirtschaften.

Das Seniorenheim verbuchte 2012 einen Fehlbetrag von 900.000 Euro, der von den Mitgliedsgemeinden ausgeglichen werden musste. 2013 waren es mehr als 500.000 Euro, die wiederum von den Kommunen im Zweckverband ausgeglichen werden sollen. Für 2014 rechne man mit einem Minus von 350.000 Euro, der Erfolgsplan für 2015 schließt derzeit mit einem Fehlbetrag von etwa 300.000 Euro ab. „Es bleibt ein Tarifvertrag, auf die speziellen Bedürfnisse des Hauses abgestimmt, um das Heim zu halten, Unsicherheiten auszuräumen und die Belastungen für die Mitgliedskommunen im Zweckverband auf ein erträgliches Maß zu fahren“, sagte die Verbandsvorsteherin.

„Die Betroffenheit war spürbar“

Während der Mitarbeiterversammlung – bei der auch ein Gewerkschaftsvertreter anwesend war – sei die wirtschaftliche Situation des Seniorenheims erläutert worden, so Döpke. „Die Betroffenheit war spürbar. Es gab kritische Fragen nach der Entwicklung und auch Fragen danach, ob man Maßnahmen hätte ergreifen können, um das früher abzuwenden.“ Es seien aber auch konstruktive Überlegungen geäußert worden. Laut Merker nehmen die Mitarbeiter Kontakt mit der Gewerkschaft auf. „Die Gewerkschaft wird dann Anfang Februar auf uns zukommen und berichten, wie die Tendenz ist“, sagte er. Der neue Tarifvertrag wäre befristet, zudem sei völlig offen, wie sich die Verhandlungen gestalten, so Döpke.

Weiterhin prüfe man, ob eine Umwandlung der Kredite des Seniorenheims in Betracht komme, berichtete die Verbandsvorsteherin. Die Verbandsversammlung habe außerdem ihr Votum dafür gegeben, in diesem Jahr wieder in die Pflegesatzverhandlungen mit den Kassen einzusteigen – unter anderem auch, weil die Tariferhöhungen beim Personal aufgefangen werden müssten. „Die Schwierigkeit ist, dass wir bereits 2012 und 2014 erhebliche Steigerungen hatten“, so Merker. Damit war auch der Eigenanteil der Bewohner gestiegen. Es sei aber auch ein Punkt, den man ausschöpfen müsse. „Anfang Februar müssten wir zu Verhandlungen aufrufen“, sagte Merker.

Während der nächsten Sitzung des Hauptausschusses der Stadt Barmstedt wird Verbandsvorsteherin Heike Döpke über die aktuellen Entwicklungen beim Seniorenheim Barmstedt/Rantzau berichten. Die Sitzung am Montag, 26. Januar, in der Kommunalen Halle im Rathaus (Am Markt 1) beginnt um 19.30 Uhr.
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