"Haus der Kirche": Neubau im Zentrum gescheitert

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03. Juni 2013, 11:50 Uhr

Elmshorn | Der Traum vom "Haus der Kirche" an der Kirchenstraße ist geplatzt. Eigentlich sollte das Mammutprojekt des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf - Kostenpunkt acht Millionen Euro - die Verwaltungsbauten aus den 60er-Jahren ersetzen. An ihrer Stelle sollten 15 Mietwohnungen, ein Saal, ein Kindergarten mit acht Gruppen, zahlreiche Büros für kirchliche Organisationen, externe Nutzer und die Gemeinde St. Nikolai entstehen. Gestern wurde überraschend bekannt, dass die Pläne in der Form nicht umgesetzt werden können.

"Wir stehen wieder am Anfang", räumte Propst Dr. Thomas Bergemann ein. Die Stadt Elmshorn habe Vorbehalte gegen die Kindertagesstätte mit acht Gruppen geäußert, berichtete Kirchenkreis-Sprecherin Natalie Lux. Insbesondere sei die Parkplatz- und Verkehrssituation in der Sackgasse problematisch. Auch die Außenanlagen seien nach Auffassung der städtischen Gremien nicht geeignet, so Lux.

All das erfuhren die Mitglieder der Synode des Kirchenkreises bei ihrer Sitzung am Sonnabend. Eigentlich sollten die Synodalen dort nur noch ein endgültiges Votum für die überarbeitete Fassung des Architektenentwurfs abgeben. Dann verkündete Propst Bergemann die Bedenken der Stadt. "Für viele Mitglieder war es eine überraschende Wende", so Lux. Bergemann betonte: "Auf dem Gelände wird etwas Neues entstehen." Aus Sicht des Propsten wird es auch ohne Kita möglich sein, ein kirchliches Zentrum zu errichten. Allerdings in einem kleineren Umfang.

Kirchliche Dienste und Werke, die Gemeinde St. Nikolai sowie der Elmshorner Kirchengemeindeverband stehen als Nutzer des Neubaus fest. Weitere Planungen wären auch ohne externe Nutzer möglich. Überlegungen, das Projekt ganz zu kippen, waren hingegen schnell vom Tisch. Propst Bergemann betonte, dass Elmshorn ein Mittelpunkt des Kirchenkreises sei: "Ich weiß mich dem Entstehen eines kirchlichen Zentrums hier verpflichtet."

Der Zeitplan für das Großprojekt war ohnehin hinfällig: Ursprünglich sollten die Bestandsbauten bereits im Herbst 2012 abgerissen, der Neubau Ende 2013 fertiggestellt werden. Jetzt soll zur nächsten Synodensitzung im November ein abgespecktes Konzept vorgelegt werden. Der Eigenanteil des Kirchenkreises in Höhe von einer Million Euro sei weiterhin zugesichert, hieß es gestern. Der Rest soll mit Zuschüssen der öffentlichen Hand und Drittmitteln finanziert werden.

Der Kirchenkreis will auch am Kita-Neubau im Zentrum festhalten. Nur eben nicht in der Kirchenstraße. "Wir werden die Kita nicht selbst bauen, aber wir führen Gespräche mit der Stadt über die Trägerschaft", so der Propst. Seite 7

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