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Barmstedter Zeitung

24. Oktober 2017 | 06:11 Uhr

Barmstedt : Halteverbot stößt auf Widerstand

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Anwohner ärgert sich über neue Regelung an der Kleinen Gärtnerstraße. Stadt: Umleitungsstrecke für die K2 – Verkehr muss fließen.

shz.de von
erstellt am 13.Sep.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Udo Bänder ist sauer. „Bumms, standen die Dinger da“, schimpft er. Gemeint sind die Halteverbotsschilder, die seit Montag die Klein Gärtnerstraße säumen. Grund laut Stadt: Die Straße muss mehr Verkehr als sonst aufnehmen, weil sie als Umleitungsstrecke für die seit Mitte August gesperrte K 2 dient. „Es hat – auch wegen des Bahnübergangs – ständig lange Rückstaus gegeben“, erklärte Stadtsprecher Wolfgang Heins auf Anfrage unserer Zeitung. Der Kreis habe das Halteverbot angeordnet, weil die Kleine Gärtnerstraße eine Haupterschließungsstraße sei und der Verkehr dort fließen müsse. „Das hat Vorrang vor dem Interesse der Anwohner, ihre Autos vor ihren Häusern zu parken“, so Heins.

Bänder, der seit 26 Jahren an der Kleinen Gärtnerstraße wohnt, kann das Argument nicht nachvollziehen. „Jetzt können die Laster hier richtig durchbrettern“, sagt er. Besonders gefährlich sei das für die Kita-Gruppen der „Rasselbande“, die häufig auf den „zum Teil sehr schmalen Gehwege“ unterwegs seien. „Wenn da mal ein Kind danebentritt und es fährt gerade ein Laster vorbei – Mann oh Mann.“ Auch Senioren und Mütter mit Kindern auf Fahrrädern seien gefährdet, so Bänder. Zumindest an ein paar Abschnitten der Kleinen Gärtnerstraße hätte das Parken erlaubt bleiben müssen, meint er. „Dann hätte man Hindernisse, die den Verkehr bremsen würden.“ Das wiederum sei aus einem anderen Grund problematisch, entgegnet Heins: „Das ständige Abbremsen und Wiederanfahren ist Gift für die Umwelt.“

Bänder ärgert sich nicht nur über die Halteverbote an sich, sondern auch darüber, dass die Anwohner nicht informiert wurden. „Die wurden einfach aufgestellt. Ich dachte erst, es sei wegen des Triathlons. Man hätte uns vorher einschalten müssen.“ Als die Kleine Gärtnerstraße saniert worden sei, habe die Mitsprache der Anwohner etwas gebracht: „Da konnten wir die Behörden davon überzeugen, nicht überall ein Halteverbot einzurichten.“ Nun sei es anders – und solle sogar bis 2016 – wenn die K2 fertig saniert sein soll – bestehen bleiben. „Das ist ein ganz schöner Brocken“, findet Bänder.

Bei der Einrichtung eines Halteverbots handle es sich um eine „ordnungsbehördliche Entscheidung“, erklärte Heins. „Die ist weder von der Politik beeinflussbar, noch bedarf sie der Zustimmung der betroffenen Bürger.“ Bezüglich der Dauer des Halteverbots gibt der Stadtsprecher aber etwas Entwarnung. „Während der Phasen, in denen auf der K2 nicht gearbeitet wird, werden die Schilder abgebaut.“ Wie berichtet, sollen die Arbeiten während der Wintermonate ruhen.

Bänder ist trotz allem nicht zufrieden. „Wenn ein Hinweis aus dem Kreis kommt, stehen alle stramm“, ärgert er sich. „Hauptsache, die Lkw kommen durch. Die Anwohner sind denen völlig egal.“

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