Barmstedt : Halteverbot: „Das ist Schikane“

„Wo sollen wir jetzt parken? Nicht jeder hat einen Stellplatz“: Die Anwohner der Neuen Straße (Dritter von rechts: Horst Bühmann) sind sauer über das neue Halteverbot.
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„Wo sollen wir jetzt parken? Nicht jeder hat einen Stellplatz“: Die Anwohner der Neuen Straße (Dritter von rechts: Horst Bühmann) sind sauer über das neue Halteverbot.

Neue Regelung an der Neuen Straße verärgert die Anwohner. Sechs Parkplätze weniger. Verwaltung: „Wunsch der Müllabfuhr“.

shz.de von
21. Juni 2014, 10:00 Uhr

Barmstedt | In der Neuen Straße in Barmstedt herrscht seit ein paar Tagen dicke Luft. Schuld ist ein neues Halteverbot, das die Verwaltung eingerichtet hat. „Wir sind hier alle stinksauer“, sagt Anwohner Horst Bühmann. Von dem Verbot, das von 8 bis 17 Uhr für beide Straßenseiten gilt und von der Einmündung der Brunnenstraße etwa 50 Meter weit reicht, seien sechs Parkplätze betroffen. „Wo sollen die denn jetzt alle hin? Es hat schließlich nicht jeder eine Garage oder einen Stellplatz auf seinem Grundstück.“

Auf die Kundenparkplätze von Lidl oder der Sparkasse an der Königstraße auszuweichen, sei keine Dauerlösung, sagt eine Nachbarin. „Die machen dann irgendwann eine Schranke vor. Und außerdem ist es zu weit, um die Einkäufe von da nach Hause zu schleppen.“ Und die näher gelegene Brunnenstraße sei „immer zugeparkt, da kriegt man nichts“.

Das Halteverbot sei „eine Schikane“ und „reine Behördenwillkür“, schimpfen die Anwohner. Eine Frechheit findet Bühmann vor allem, dass die Verwaltung die Verbotsschilder am Dienstag „einfach aufgestellt“ habe, ohne sich zuvor die Lage vor Ort einmal angesehen oder mit den Anwohnern gesprochen zu haben. „Die hätten doch mal herkommen und mit uns reden können. Wir hätten schon eine Lösung gefunden“, meint er. Er wohne seit mehr als 30 Jahren an der Neuen Straße, „und es gab nie Probleme mit dem Parken. Und jetzt soll es auf einmal nicht mehr funktionieren? Ich lach’ mich tot.“ Die Autos parkten lediglich auf der rechten Seite der Einbahnstraße, „und tagsüber ist auch nie alles voll“.

Das Ordnungsamt habe das Halteverbot hauptsächlich wegen der Müllabfuhr erlassen, erklärte Stadtsprecher Wolfgang Heins auf Anfrage unserer Zeitung. „Die haben sich beklagt, dass sie sich die Reifen kaputt fahren, weil es in der Straße so eng ist.“ Und hätten das Verbot gern in der gesamten Straße einrichten lassen. Heins: „Wir haben uns da schon zurückgehalten.“ Zudem habe sich ein Gewerbebetrieb beschwert, der wegen der parkenden Autos Schwierigkeiten habe, auf seine Auffahrt zu gelangen.

Das mit der Müllabfuhr sei verständlich, sagt Bühmann. „Aber dafür hätten es ein paar Meter weniger auch getan.“ Das Argument des Gewerbebetriebs könne er hingegen nicht nachvollziehen. „Die hatten früher viel größere Wagen und sind da auch immer rumgekommen.“

Die Verwaltung werde die Situation jetzt „eine Weile beobachten und dann entscheiden, ob es so bleibt oder wir etwas ändern“, sagte Heins. Die Anwohner in die Entscheidung einzubeziehen, sei rechtlich nicht erforderlich, betonte er. „Aber sie können sich gern bei uns melden.“

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