zur Navigation springen

Pausenklingel in Barmstedt : Gymnasium kämpft um neue Uhr

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Neues Konzept erfordert eine große Uhr auf dem Schulhof. Der Stadt sind die Kosten in Höhe von 5000 Euro aber zu hoch.

shz.de von
erstellt am 16.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Am Barmstedter Gymnasium gibt es seit Anfang 2013 kein Pausenklingeln mehr. Weil das so ist, benötigt die Schule jetzt eine neue Uhr – doch die Stadt weigert sich, die dafür veranschlagten 5000 Euro zur Verfügung zu stellen. „Diese Summe halte ich für übertrieben. Es gibt an den Schulen wichtigere Probleme, für die wir Geld brauchen – zum Beispiel für Fußböden“, sagte Susanne Rattay (FWB) im Schulausschuss. Fraktionskollege Michael Schönfelder pflichtete ihr bei. „Ich halte es für fragwürdig, dass die Stadt für einen Wunsch zahlen soll, der wegen eines pädagogischen Konzepts entstanden ist“, sagte er – und schlug vor, das Gymnasium solle die Uhr aus dem eigenen Budget zahlen, das für 2013 einen Überschuss von etwa 5000 Euro aufweist.

Das aber sieht Schulleiter Wolf-Rüdiger Salbrecht nicht ein. „Die 5000 Euro waren für den Ausbau des EDV-Bereichs gedacht“, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Das hätte der Stadt auch bekannt sein müssen.“ Schließlich seien die Haushalte „so auf Kante genäht, dass man nicht mal eben am Ende des Jahres so viel Geld über hat“. Im Zweifel sei ihm die Uhr zwar wichtiger, sagte Salbrecht. „Aber das würde bedeuten, dass wir im EDV-Bereich langsam, aber sicher den Anschluss verlieren.“

Das Pausenklingeln wieder einzuführen und so die Anschaffung zu umgehen, sei keine Option, sagte Salbrecht. „Das Konzept ist von Lehrern, Schülern und Eltern entwickelt worden und hat sich absolut bewährt. Es trägt zu einer deutlich entspannteren Atmosphäre bei und kommt dem Lernen zugute.“ Voraussetzung sei jedoch, dass sich Schüler und Lehrer an einer einheitlichen Uhrzeit orientieren können – was bislang nicht der Fall sei, wie Salbrecht erklärt. Auf dem hinteren Schulhof gebe es gar keine Uhr, und die vor und im Gebäude angebrachten Uhren zeigten leicht voneinander abweichenende Zeiten an.

Die neue, würfelförmige Uhr soll auf dem hinteren Schulhof in etwa zwei Metern Höhe auf einem Mast montiert werden, damit sie von allen Seiten und von weitem zu sehen ist. „Wir haben uns schon das preisgünstigste Modell ausgesucht“, betont Salbrecht. Ein optisch „ansprechenderes“ Modell würde 11 500 Euro kosten, „und eine gebrauchte können wir nicht nehmen wegen der Garantie“. Um die Kosten weiter zu reduzieren, würde das Gymnasium aber Arbeiten wie das Gießen des Fundaments in Eigenleistung erbringen, so Salbrecht. Die Uhr solle zudem per Funk gesteuert und mit Strom betrieben werden, um Folgekosten für Batterien zu vermeiden.

Das letzte Wort zu dem Thema werden die Stadtvertreter haben, wenn sie über den Haushalt für 2014 beschließen. Salbrecht hofft, dass die Politiker die Summe außerplanmäßig bereitstellen. „Das wäre für uns eine enorme Hilfe.“

zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen