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Polo-Hof : Gut Aspern prüft neue Konzepte

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Pferde von Christopher Kirsch müssen weiterhin im Stall bleiben. Gibt es künftig mehr Veranstaltungen für Familien auf dem Hof?

Gross Offenseth-Aspern | Ein Oktoberfest oder mehr Events für Familien: Nach der Absage des Polo-Turniers in Groß Offenseth-Aspern wird auf dem Gut Aspern derzeit über die weiteren Pläne für die Zukunft diskutiert. Wegen des Ausbruchs der hochinfektiösen Pferdeanämie in einem Polostall in Hamburg-Osdorf (wir berichteten) war auch das Gut Aspern für 90 Tage gesperrt worden – wenige Stunden vor dem Bucherer High Goal Cup, bei dem zahlreiche internationale Polo-Teams mit ihren Pferden in Groß Offenseth-Aspern antreten wollten. „Das war ein harter Einschnitt“, sagt Veranstalter Christopher Kirsch. Auch seine Teilnahme am nächsten Turnier in München sei derzeit fraglich.

Von seinem Büro aus blickt Kirsch – einer der besten deutschen Polo-Spieler – auf die großen Rasenflächen des Guts Aspern, wo Helfer die weißen Besucher-Zelte abbauen. Wie geht es mit dem Hof nach der Absage und der Sperre weiter? „Wir müssen über Alternativ-Konzepte nachdenken“, sagt Kirsch. Dabei wolle man sich nicht nur auf Polo konzentrieren, sondern auch andere Wege gehen. Eine Möglichkeit sei, sich künftig stärker auf Familien-Events zu konzentrieren und das jetzige Programm auszuweiten – so wie am vergangenen Sonntag. „Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht.“ Es habe zahlreiche Aktionen für Familien gegeben, Hubschrauber-Rundflüge eine Oldtimer-Show und mehr. „Die, die hier waren, waren begeistert“, so Kirsch – einschließlich der Sponsoren. „Wir wollen die Tore Asperns für jede Form von Publikum öffnen.“ Der SSV Rantzau sei beispielsweise regelmäßig auf dem Gut zu Gast, um auf der Rasenfläche Fußball zu spielen und zu trainieren. Auch ein größeres Oktoberfest im Herbst für alle Gäste könne er sich vorstellen, so Kirsch.

Das Gut Aspern sei als Vorsichtsmaßnahme für 90 Tage gesperrt worden, weil eines der jetzt positiv auf Anämie getesteten Tiere auf der Anlage gespielt habe, so Kirsch. Nach Bekanntwerden des Anämie-Falls seien allerdings umgehend alle Tiere auf dem Gut untersucht worden: „Alle unsere Pferde sind negativ getestet worden. Man muss also keine Angst vor irgendeiner Seuche haben.“

Für die Pferde sei die Seuche nun keine Gefahr, wohl aber für das Unternehmen, so Kirsch weiter. „Die Firma hängt daran, dass wir mehr machen.“ Die Planungen für eine neue Reithalle seien zum Beispiel hintenangestellt worden. Wichtig sei es für ihn nun vor allem, im Zuge der German Polo Tour am nächsten Turnier in Holzkirchen bei München teilzunehmen, das vom 14. bis zum 16. Juli geplant ist. Doch aufgrund der Sperre könne er nicht fahren. Auch bis gestern Nachmittag hatte sich daran noch nichts geändert. „Wir bleiben weiter gesperrt“, sagte Kirsch nach Gesprächen mit dem Kreis Pinneberg. Die Teilnahme am Turnier sei aber sehr wichtig für ihn. „Wenn ich nicht nach München kann, kann ich nicht für die Sponsoren antreten.“ Diese seien wiederum dann nicht zur Zahlung verpflichtet, woran weitere Sponsoren hängen würden. „Wir versuchen, das stattfinden zu lassen“, so Kirsch. So lange müsse man weiter abwarten und hoffen.

Zu konkreten Verwaltungsverfahren und Sperrungen äußere sich der Kreis nicht, teilte Kreissprecher Oliver Carstens gestern mit. „Aber ich versichere ausdrücklich, dass die Entscheidung über die Sperrung eines Gestütes beziehungsweise eines Stalles nur dann gefällt wird, wenn das tierseuchenrechtlich nicht zu vermeiden ist. Uns ist sehr bewusst, dass dies einen wirtschaftlichen Nachteil für den Besitzer mit sich bringt, aber die Eindämmung der Seuche hat Vorrang. Sobald wir die Sperrung aufheben können, werden wir dies unverzüglich tun. Vorgeschrieben ist die Nachuntersuchung nach mindestens 90 Tagen, um wirklich sicher zu sein und andere Pferde nicht zu gefährden.“

Polo gespielt werden konnte am Sonntag dennoch ein wenig, berichtet Kirsch. Eingesetzt worden seien lediglich Pferde aus eigenem Bestand, einige davon noch in der Ausbildung. Im ersten Spiel habe das Team Buenos Aires gegen den Polo Club Schleswig-Holstein mit 3:1 gewonnen. Das zweite Spiel – ein Länderspiel Deutschland gegen Argentinien – hätten die Südamerikaner laut Kirsch mit 4:0 für sich entschieden. Die argentinische Mannschaft habe ein Handicap von 24 gehabt – „von der Spielstärke her das höchste, was je in Deutschland gespielt hat“.

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erstellt am 06.Jul.2017 | 16:00 Uhr

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