Länderwochen starten : Guatemala trifft Barmstedt

Guatemala ist Programm: Marcel Holz (von links), Maren Hansen, Heike Döpke, Karin Weißenbacher, Elke Schreiber, Stella und ihr Vater Peter Schirrmann – alle mit der Landesflagge – sowie Sabine Jülich laden zu den Länder-Wochen ein.
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Guatemala ist Programm: Marcel Holz (von links), Maren Hansen, Heike Döpke, Karin Weißenbacher, Elke Schreiber, Stella und ihr Vater Peter Schirrmann – alle mit der Landesflagge – sowie Sabine Jülich laden zu den Länder-Wochen ein.

Die Länderwochen dauern vom 14. Juli bis zum 9. September. Es gibt eine Eröffnung mit Kunstausstellung in der Galerie III und Vorträge im Rathaus.

shz.de von
12. Juli 2018, 14:30 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Länderwochen drehen sich in diesem Jahr um Guatemala. Auf den kleinen Staat in Zentralamerika sei sie gestoßen, weil der hiesige Verein „Taten statt Worte“ sich dort engagiert, sagte Organisatorin Karin Weißenbacher. Den Auftakt der Wochen, die bis zum 9. September dauern, macht am Sonnabend, 14. Juli, die Eröffnung der Ausstellung „Die Leichtigkeit des Reisenden“ in der Galerie III auf der Schlossinsel. Der guatemaltekische Künstler Lezzueck Asturias Coosemans zeigt dort Fotografien und farbenprächtige Malereien. „Er hat sie innerhalb von neun Monaten extra für die Länderwochen gefertigt“, berichtete Weißenbacher.

Cooseman, der in Guatemala aufwuchs, aber in Weimar studiert hat und dort lebt, verbinde in seinen Werken Tiere, Mensch und Botanik, sagte Weißenbacher. „Seine Figuren scheinen zu schweben und unterwegs zu sein.“ Für seine Fotografien arbeite Cooseman mit Langzeitbelichtungen. Die Vernissage beginnt um 15 Uhr. Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos), die stellvertretende Kreispräsidentin Elke Schreiber (SPD), Guatemalas Botschafter José Francisco Cali Tzay und Honorarkonsul Peter Schirrmann werden die Gäste begrüßen. Der Eintritt ist kostenlos, und der Parkplatz an der Pinneberger Landstraße wird trotz der Baustelle erreichbar sein.

Der 17-Millionen-Einwohner-Staat Guatemala gelte als „Land des ewigen Frühlings – es hat das beste Klima in ganz Südamerika“, sagte Schirrmann, der einst beruflich in das Land reiste, dort seine Frau kennenlernte und seit 15 Jahren Honorarkonsul ist. Allerdings habe das Land auch seine Schattenseiten. „Es gibt teilweise viel Kriminalität, und viele Guatemalteken leben von den Transferleistungen ihrer Verwandten aus den USA.“ Positiv sei aber, dass die Maya als Ureinwohner „nicht in der zweiten Reihe stehen wie in vielen anderen Ländern“, so Schirrmann. Er selbst schätze an Guatemala vor allem den Kaffee. „Er ist einer der besten der Welt.“ Sorgen bereite ihm dagegen „die Aktion von Donald Trump, die Kinder bei illegalen Grenzübertritten von ihren Eltern trennt“ und der Ausbruch des Feuervulkans Anfang Juni mit Dutzenden Toten.

Für die Betroffenen habe „Taten statt Worte“ eine Sofort-Hilfe-Aktion gestartet, für die Barmstedter innerhalb einer Woche 10 000 Euro gespendet hätten, berichtete Vorstandsmitglied Maren Hansen. Insgesamt seien in den 20 Jahren der Vereinsarbeit rund 750 000 Euro aus Barmstedt nach Guatemala geflossen.

Näheres über den Staat können Interessierte im Rahmen der Länderwochen bei zwei Vorträgen erfahren. Am Donnerstag, 26. Juli, wird Bernd Schmelz, Professor für Lateinamerikastudien, ab 19 Uhr in der Kommunalen Halle (Am Markt 1) über „Die Maya heute in Guatemala“ berichten. Am Mittwoch, 15. August, folgt ein Vortrag von Helga Pergande und Stefan Bolln vom Verein „Taten statt Worte“: Sie werden ebenfalls ab 19 Uhr in der Kommunalen Halle über ihre Reisen durch das Land und die Tätigkeit des Vereins berichten.

Auch die Stadtbücherei beteiligt sich wieder an den Länderwochen. „Es war diesmal nicht so einfach, Literatur zu besorgen. Wir haben uns dann bei anderen Büchereien bedient“, sagte Leiterin Sabine Jülich. Jetzt können sich die Besucher in der Einrichtung am Holstenring 10 diverse Bücher über Guatemala ausleihen: Die Palette reicht vom prächtigen Bildband über die Maya und Büchern für Kinder bis zum kritischen Sachbuch „Eine Geschichte der Gewalt“.

Ergänzend läuft während der gesamten Länderwochen in der Kommunalen Halle eine Foto-Ausstellung von Coosemans. Sie ist während der Öffnungszeiten des Rathauses zu sehen.

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