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Barmstedter Zeitung

12. Dezember 2017 | 13:40 Uhr

Grünes Warenhaus statt Kneipe

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

UmbauArbeiten im einstigen Dorfkrug in Westerhorn sollen im Sommer 2019 abgeschlossen sein / Auch ein Café geplant

Wer die Bahnstrecke in Westerhorn überquert, bemerkt fast zwangsläufig die große Baustelle zwischen altem Bahnhofsgebäude und ehemaliger Kneipe. Im Sommer 2019 soll im einstigen Dorfkrug ein Grünes Warenhaus seine Türen öffnen. Im Juli 2015 hatte Kay Sierk (Foto) dem zwischenzeitlich verstorbenen Wirt Herbert Fölster das Gebäude abgekauft. Nun sind die Umbauarbeiten unübersehbar.

Im großen Saal des Gaststättengebäudes plant Sierk das Zentrum seines grünes Warenhaus. Der 49-Jährige ist Inhaber des Landhandels Otto Frauen auf der gegenüberliegenden Bahnseite. Mit dem Umzug will er seine Firma vergrößern. „Im Saal ist deutlich mehr Platz“, sagt Sierk. Auch Parkplätze würden auf dem Hinterhof der Gaststätte genügend zur Verfügung stehen.

Schon ein Blick auf die Baustelle reicht aus, um zu ahnen, wie kostspielig die Umbaumaßnahmen werden dürften. Seit Monaten kämpft Sierk um Fördermittel. Nun stünden die Gespräche kurz vor dem Abschluss, versichert er. Wenn das Okay für die Gelder vorliege, werde so richtig losgelegt. Bis Ende Oktober solle das Dach ausgetauscht werden.

Neue Fenster dürften noch ein wenig länger auf sich warten lassen, da Sierk erstmal die ohnehin anstehenden Lärmschutzmaßnahmen der Bahn (wir berichteten) abwarten will. Der Umbau des Saales sei hiervon aber nicht betroffen, da die Bahn bestenfalls die Kosten für die Fenster der Privaträume übernehmen werde, nicht aber für die Fenster im Bereich, der geschäftlich genutzt werde. Dass einige alte Fenster schon zerbrochen sind, mache nichts, sagt Sierk. „Da werden wir Planen oder Bretter vormachen.“ Wo Gastwirt Fölster einst seinen Tresen hatte, soll ein Café samt gemütlicher Außenanlage einziehen. Gespräche mit potenziellen Betreiber laufen. Am liebsten würde Sierk die Lebenshilfe für das Projekt gewinnen. Das er ein Grünes Warenhaus plant, ist abends bereits sichtbar, wenn ein LED-Band das Gebäude in ein grünes Licht taucht. „Das Band ist mir schon zweimal geklaut worden“, ärgert sich Sierk.

Über dem Saal sollen Büros entstehen, sowie im ersten und zweiten Stockwerk Wohnungen. Vier für Monteure, zwei „normale“. Schon Anfang September wurde das Haus teilweise eingerüstet. Die Front-Fassade soll bald folgen. Rund 2500 Quadratmeter misst das Gaststätten-Grundstück. Platz für einen späteren Erweiterungsbau im hinteren Bereich ist reichlich vorhanden.

Nur wetterfest gemacht wurde hingegen bislang der benachbarte Bahnhof. Das Gebäude hatte Sierk nach langen Verhandlungen von der Bahn gekauft. „Beim Bahnhof warten wir erstmal ab, momentan haben wir mit der Gaststätte genug zu tun“, erklärt er. Außerdem müssten erst entsprechende Baugenehmigungen vorliegen, bevor man an mögliche Fördertöpfe herankomme könne. Ein späteres Nutzungskonzept gibt es jedoch bereits. Sierk hofft, dass in den alten Bahnhof einmal ein Fahrradladen einziehen wird. Alles in allem rechnet Sierk mit „fünf bis sechs Jahren, bis das komplette Projekt abgeschlossen ist“.



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