zur Navigation springen

„Bürger sehen Lkw als Bedrohung“ : Grüne in Barmstedt wollen den Lkw-Verkehr entschärfen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Trotz der Bedenken schlossen sich schließlich alle Ausschussmitglieder dem Antrag der Grünen an, dass die Verwaltung prüfen soll, ob und wie der Lkw-Verkehr anders geleitet werden kann.

shz.de von
erstellt am 22.Jan.2016 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Grünen möchten den Lkw-Verkehr im Stadtgebiet in „bürgerfreundliche Bahnen lenken“. „Unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen der Stadt sowie nicht wenige Bürger empfinden das starke Verkehrsaufkommen von Lastkraftwagen auf vielen Straßen der Stadt zunehmend als Bedrohung“, heißt es in dem Antrag, über den der Bauausschuss beriet. Das gelte nicht nur für die Frage des Unfallrisikos, sondern auch bei den Fragen um den Erhalt der Straßen und um zum Teil erhebliche Lärmbelastungen. „Das ist nicht einfach so hinzunehmen. Und es sind ja nicht nur ein, zwei Bürger, die sich beschweren, sondern es gibt viele, die müde sind, sich zu beklagen“, sagte Fraktionssprecher Claus-Peter Jessen.

Bei den anderen Ausschussmitgliedern stieß der Antrag auf Skepsis. „Das ist alles nicht neu“, sagte Anette Bremer-Wilms (SPD). 2009 habe es bereits einmal ein Verkehrsgutachten mit der Frage gegeben, „wie wir den Lkw-Verkehr aussperren können. Das war damals schon nicht möglich, weil jeder Ort erreichbar sein muss.“ Viele Bürger schimpften zwar über den Lkw-Verkehr, „aber wenn sie zu Aldi gehen, erwarten sie volle Regale“, sagte Ernst-Reimer Saß (CDU). Lkw-Verkehr werde es immer geben, sagte auch Axel Schmidt (FWB). „Und bürgerfreundlicher Lkw-Verkehr ist per se nicht möglich. Wenn sie in einer Straße nicht mehr fahren dürfen, leiden Anwohner anderswo.“ Dennoch sei ein Gutachten sinnvoll, sagte Jessen. „Denn es soll ja gerade neue Wege aufzeigen.“

Trotz der Bedenken schlossen sich schließlich alle Ausschussmitglieder dem Antrag der Grünen an, dass die Verwaltung prüfen soll, ob und wie der Lkw-Verkehr anders geleitet werden kann. Doch die Erfolgsaussichten sind gering. „Ich sehe zurzeit keine Möglichkeiten, etwas zu ändern“, sagte Fachamtsleiter Uwe Dieckmann im Auschuss. Verwaltungssprecher Wolfgang Heins erklärte dazu später auf Anfrage, dass für die Haupterschließungsstraßen – die L75, L110, L112 und K2 – das Land und der Kreis zuständig seien. „Das heißt, wir als Stadt besitzen dort nur ein geringes Gestaltungspotenzial. Und allein durch eine Beschilderung wird sich eine Lenkung des Schwerlastverkehrs nicht im gewünschten Maße erzielen lassen.“ Mit einem schnellen Ergebnis der Prüfung sei zudem nicht zu rechnen: „Das Ordnungsamt ist zurzeit durch andere Aufgaben extrem belastet“, so Heins.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen