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Barmstedter Zeitung

21. September 2017 | 08:45 Uhr

Feuerwehr : Große Übung bei den Stadtwerken

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Barmstedts Brandbekämpfer spielen mehrere Szenarien durch. Wasserversorgung von der Feldstraße aufgebaut.

Barmstedt | „Haben Sie bemerkt, dass es bei Ihnen auf dem Hof qualmt?“ Der Ausruf kam aus einem Nachbarhaus des Stadtwerkegeländes am Barmstedter Bahnhof, wo Mitarbeiter am Montagabend Vorbereitungen für die große Übung der Freiwilligen Feuerwehr trafen – und eine Nebelmaschine in einer geschlossenen Garage in Gang gesetzt hatten. Sie dankten der Anwohnerin herzlich für ihre Aufmerksamkeit – und kurz darauf fuhren auch schon die Brandbekämpfer mit ihrem gesamten Fahrzeugpark auf das Gelände.

Die Organisatoren aus der Wehr hatten mehrere Szenarien vorbereitet, die in Gruppen abgearbeitet wurden: Aus einem überfüllten Dieseltank war Diesel ausgelaufen, aus einer geschlossenen Garage qualmte es, aus dem Dachgeschoss musste eine Person vom einem verwinkelten Balkon geborgen werden, und unter einem Container lag eine eingeklemmte Person. Aus dem Keller musste ein Gefahrgutkanister geholt werden, und am Hofgebäude fand eine Löschübung statt. Die beiden Löschfahrzeuge vor Ort hielten die ersten Wassermengen bereit. Zusätzlich musste von einem Hydranten in der Feldstraße aus eine Wasserversorgung aufgebaut werden, weil das Gelände der Stadtwerke keinen eigenen Hydranten hat.

Per Drehleiter erreichten die Brandbekämpfer das Nachbargebäude An der Alten Mühle.
Per Drehleiter erreichten die Brandbekämpfer das Nachbargebäude An der Alten Mühle. Foto: Helga Pergande
 

Die Person mit der Drehleiter vom Balkon im hinteren Bereich des Eingangsgebäudes zu bergen, erforderte Millimeterarbeit. Zum Erstaunen vieler Beteiligter bewegte sich die vermeintliche Puppe auf der Trage plötzlich. Spontan hatte sich Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth bereit erklärt, die zu bergende Person zu spielen. „Ich bin sehr behutsam transportiert worden“, lobte er die Einsatzkräfte anschließend lachend.

Hausdach nur vom Hof aus erreichbar

In die Garage krochen die Feuerwehrleute unter Atemschutz, suchten eine eventuell darin befindliche Person und bekämpften das Feuer. Auch von außen prasselte Wasser an die Garage. Die eingeklemmte Person wurde mittels Hebekissen aus ihrer misslichen Lage befreit. Das ausgelaufene Diesel ließ sich mit Hilfe von ausgelegten Vliestüchern oberflächlich aufsaugen. Die Übung beinhaltete auch den Versuch, vom Stadtwerkegelände aus den Rettungskäfig am Dach des angrenzenden Gebäudes An der Alten Mühle zu erreichen. „Von der Straße aus gelingt uns das nicht, aber aus dieser Position kommen wir mit der Drehleiter an die Metallgitter und die obersten Fenster an der Seitenfront heran“, zeigte sich Wehrführer Uwe Schinkel zufrieden. Nach der Übung lud Freyermuth die Feuerwehr noch zu einer Werksbegehung ein.

Der jüngste Einsatz der Barmstedter Feuerwehr – Montag um 2.53 Uhr – sorgte im Internet für Fragen: Nutzer in sozialen Netzwerken erkundigten sich, warum die Einsatzkräfte das Martinshorn eingeschaltet hatten. „So etwas kriegen wir häufiger zu hören“, sagte Wehrführer Uwe Schinkel und erläuterte: „Wir müssen das Horn einschalten, auch wenn die Verkehrslage übersichtlich ist. Das ist gesetzlich vorgeschrieben.“ Vor ein paar Jahren habe es in Hamburg einen tödlichen Verkehrsunfall gegeben, an dem ein Feuerwehrfahrzeug beteiligt war, das ohne Signal unterwegs gewesen sei.
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