Harald Hell sagt Tschüs : Gross Offenseth-Aspern: Abschied eines „ehrlichen Typs“

<p>Große Auszeichnung für Harald Hell: Im Zuge einer Feierstunde ist der ehemalige Wehrführer der Gemeinde Groß Offenseth-Aspern am Freitagabend offiziell verabschiedet und zum Ehrenwehrführer ernannt worden. Die Laudatoren lobten seine Verdienste und dankten der Familie Hell – allen voran Ehefrau Beate Hell – für ihre fortwährende Unterstützung.</p>

Große Auszeichnung für Harald Hell: Im Zuge einer Feierstunde ist der ehemalige Wehrführer der Gemeinde Groß Offenseth-Aspern am Freitagabend offiziell verabschiedet und zum Ehrenwehrführer ernannt worden. Die Laudatoren lobten seine Verdienste und dankten der Familie Hell – allen voran Ehefrau Beate Hell – für ihre fortwährende Unterstützung.

Nach 18 Jahren an der Spitze der Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern: Harald Hell wird zum Ehrenwehrführer ernannt.

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12. Mai 2019, 18:30 Uhr

Gross Offenseth-Aspern | Die witzigste Anekdote hob Harald Hell bis zum Schluss auf: Vor einigen Jahren habe er bei sich zu Hause Buschwerk verbrannt, das leider noch etwas feucht gewesen sei, erzählte der ehemalige Wehrführer der Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern. Vom Qualm aufgeschreckt, hatte aber ein Bürger die Feuerwehr alarmiert. „Ich habe denen gesagt: Ihr könnt schon mal langsam machen“, berichtete Hell schmunzelnd. Kurze Zeit später habe ihn dann die ebenfalls alarmierte Polizei angesprochen. „Ist das Feuer angemeldet?“, wollten die Beamten wissen. „Ja“, antwortete Hell. „Beim Wehrführer.“

Drei wichtige Momente im Feuerwehrleben von Harald Hell: Bürgermeister Werner Schlüter (links) ernennt den 65-Jährigen zum Ehrenwehrführer der Gemeinde.
Christian Uthoff
Drei wichtige Momente im Feuerwehrleben von Harald Hell: Bürgermeister Werner Schlüter (links) ernennt den 65-Jährigen zum Ehrenwehrführer der Gemeinde.
 

Gerade heraus, ein ehrlicher Typ, nie verdreht: So charakterisierte Lutzhorns Wehrführer Dirk Steckmeister Hell, der 18 Jahre lang Wehrführer seiner Gemeinde war. Und das spiegelte sich auch in den Worten wider, die Hell am Freitagabend vor etwa 100 Gästen im Gemeindezentrum Groß Offenseth-Aspern vortrug. Mitte Januar war der 65-Jährige während der Jahreshauptversammlung nicht mehr zur Wahl des Wehrführers angetreten und hatte sein Amt niedergelegt. Damit sei eine Ära zu Ende gegangen, wie Bürgermeister Werner Schlüter den Abend beschrieb. Für seine Verdienste rund um das Feuerwehrwesen und den Einsatz für seine Gemeinde ernannte Schlüter Hell am Freitagabend zum Ehrenwehrführer. Zugleich wurde er nach 18 Jahren an der Spitze der Wehr offiziell verabschiedet.

Moment Nummer 2: 1982 wird Harald Hell (Zweiter von links) nach einem Jahr Anwärterschaft in die Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern aufgenommen.
Archiv Harald Hell
Moment Nummer zwei: 1982 wird Harald Hell (Zweiter von links) nach einem Jahr Anwärterschaft in die Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern aufgenommen.
 

Sein Nachfolger Björn Mohrdieck skizzierte noch einmal die Eckdaten von Hells Feuerwehrkarriere. Eingetreten war er am 2. Januar 1981, von 1992 bis 2001 übte er das Amt des stellvertretenden Wehrführers in Groß Offenseth-Aspern aus. 2001 wurde er schließlich zum Wehrführer gewählt und erhielt im März dieses Jahres das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. 147 Einsätze habe Hell in seiner Zeit als Wehrführer gehabt – „der ein oder andere bei dir Zuhause“, sagte Mohrdieck.

Viel Herzblut investiert

Bürgermeister Werner Schlüter lobte Hell, der sein Amt mit viel Herzblut und Ehrgeiz ausgeübt und sich für den Schutz der Bürger sowie die Jugendwehr engagiert habe. „Dafür wollen wir dir heute danken.“ Kreis- und Landesbrandmeister Frank Homrich berichtete, dass Hell immer sehr wissbegierig gewesen sei. Zudem habe sich der ehemalige Wehrführer stark für die Jugendwehr eingesetzt. An Hell gewandt sagte er: „Ich schätze deine Ehrlichkeit.“ Zudem hob Homrich wie die anderen Redner die Rolle von Beate Hell und der Familie des Wehrführers hervor: „Ihr seid die Stütze für uns.“ Die Einsatzkräfte müssten häufig aufbrechen und alles stehen und liegen lassen. „Ihr sorgt dafür, dass es Zuhause weitergeht.“

Moment Nummer drei: Bürgermeister Werner Schlüter (rechts) gratuliert Harald Hell (links) zu seiner Wahl zum Wehrführer im Jahr 2001.
Archiv Harald Hell
Moment Nummer drei: Bürgermeister Werner Schlüter (rechts) gratuliert Harald Hell (links) zu seiner Wahl zum Wehrführer im Jahr 2001.
 

Auf diesen Aspekt ging auch Steckmeister ein, der Hell im Namen der Wehren der Ämter Rantzau und Hörnerkirchen, der Stadt Barmstedt sowie der Gemeinde Klein Offenseth-Sparrieshoop dankte. „Du hast das bewusst angenommen. Es kommt dann auch einiges auf die Familie zu.“ Auch Emotionen und Gefühle habe Hell zugelassen. Und weiter: „Du hast immer dein Bestes gegeben und dir den Respekt verdient. Hier und überall.“

<p>Szene aus der vergangenen Woche: Harald Hell bei einer Übung mit der Drehleiter der Feuerwehr Barmstedt.</p>
Archiv Harald Hell

Szene aus der vergangenen Woche: Harald Hell bei einer Übung mit der Drehleiter der Feuerwehr Barmstedt.

Hell bedankte sich ebenfalls bei seiner Familie sowie bei mehreren treuen Helferinnen für ihre Unterstützung. Die Einsätze während seiner Amtszeit seien immer glimpflich abgelaufen, die Brandbekämpfer gesund wieder nach Hause gekommen. „Ab und zu kam die Wehr auch zu mir“, erzählte Hell und schilderte den Fall des qualmenden Buschwerks. Komplett verzichten muss die Wehr auf ihren ehemaligen Wehrführer aber vorerst noch nicht: Bis Anfang 2021 wird der Oberbrandmeister als einfacher Kamerad weiter seinen Dienst absolvieren. „Ich wollte nicht gleich sofort aufhören“, sagte er.

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